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  S-Boote Kriegsmarine - Mittelmeer 1941 - 1942

 

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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

Die Kriegschauplätze der S-Boote

 

Mittelmeer 1941 - 1942

Der Seekrieg im Mittelmeer nahm einen ungünstigen Verlauf für die Achsenmächte. Da die erbeuteten jugoslawischen Kriegsschiffe (vier Zerstörer, zwei U-Boote, sechs S-Boote, ein Minenleger und sechs M-Boote) von Italien beansprucht worden waren, sah die deutsche Seekriegführung nur den Weg, Fahrzeuge ins Mittelmeer zu verlegen, die über die Flüsse und Kanäle dorthin verbracht werden konnten. Sonst konnten nur U-Boote durch die Straße von Gibraltar ins Mittelmeer gelangen. 

Die Skl unterrichtete das OKW am 05.08.1941 über ihre Absicht, nach Beendigung des Ostsee-Einsatzes je eine S- und eine R-Flottille "gemäß Führerweisung" ins Mittelmeer zu überführen. Der Zeitbedarf für die Werftüberholung der Boote und die Passage von Rotterdam über Rhein, Rhein-Rhône-Kanal und Rhône nach La Spezia wurde auf 2 ½ bis 3 Monate veranschlagt. Ausgewählt wurden die 3. SFltl (Kptlt. Kemnade) und die 6. R-Flottille. Die 3. SFltl sollte zur "direkten und indirekten Sicherung des Transportweges Sizilien/Tripolis dienen und vor der nordafrikanischen Küste operieren". 

Schwarze Boote für die Verlegung ins Mittelmeer - Bild: Archiv Förderverein

Bei dem Wassserstand hilft nur noch Staken - Bild: Archiv Förderverein

Französischer Verbindungsoffizier - Bild: Archiv Förderverein

Alle tragen "zivile" Kluft - Bild: Archiv Förderverein

Das sieht nicht wie ein Kriegsschiff aus - Bild: Archiv Förderverein

Die ersten fünf Boote in einer Schleuse - Bild: Archiv Förderverein

Überführung auf der Rhône - Bild: Archiv R. Krokowski

 

 

Mit einem letzten Vorstoß von "S 54" und "S 33" von Windau aus beendete in der Nacht vom 22./23.09.1941 die 3. SFltl ihren Einsatz in der Ostsee. Die beiden Boote verlegten am 25.09.1941 zusammen mit dem Begleitschiff "Adolf Lüderitz" nach Swinemünde. Die anderen Boote der Flottille verlegten nach der Begleitsicherung für das Schlachtschiff "Tirpitz" und den Schweren Kreuzer "Admiral Scheer" nach Wilhelmshaven, wo die Flottille mit Begleitschiff am 28.09.1941 festmachte. 

Die französische Staatsführung (Marschall Petain) war mit der Überführung der S- und der R-Flottille ins Mittelmeer einverstanden und so verlegte die erste Gruppe mit "S 33", "S 31", "S 34", "S 61" und "S 35" nach Rotterdam, wo sie am 08.10.1941 im S-Boot-Bunker festmachte. Am 09.10.1941 begann mit den Booten "S 61", "S 31" und "S 35" die Verlegung mit der Fahrt rheinaufwärts. Am 12.10.1941 machten die Boote in Mannheim fest, am 14.10.1941 wurde Straßburg erreicht. "S 33" und "S 34" folgten mit zweitägigem Abstand. Die ersten Boote liefen am 18.10.1941 in La Spezia ein, wo sie für eine Woche ins Dock kamen. 

Einbau der Torpdedorohre in La Spazia - Foto: Archiv R. Krokowski

Genaues Einpassen der Rohre ist erforderlich - Foto: Archiv R. Krokowski

Offiziere der 3. SFltl 1941 mit italienischen Offizieren in La Spezia, von links: Oblt.z.S. Lüders, Lt.z.S. Haag, Oblt.z.S. Stolzenburg, Lt.z.S. Weber, Kptlt. Kemnade (Zivil), Oblt.z.S. von Gernet und Oblt.z.S. (Ing.) Bielitzer - Bild: Archiv Oblt.z.S. a.D. Backhaus

Am 28.10.1941 verlegten sie nach Gaeta. Schlechtes Wetter hielt sie hier zwei Tage lang fest. Dann wurde nach Augusta an der Ostküste Siziliens verlegt, wo die Boote am 01.12.1941 einliefen. Augusta war ein Kriegshafen der italienischen Marine, der den Booten als Stützpunkt dienen sollte.

Der erste Einsatz der 3. SFltl in der Nacht 12./13.12.1941 mit fünf Booten richtete sich gegen Malta, das für den Nachschubverkehr nach Nordafrika eine ständige Bedrohung bildete. Die Luftaufklärung hatte Kreuzer und Zerstörer im Hafen von La Valetta gemeldet. Der Einsatz der Flottille blieb aber ohne Ergebnis, da die britischen Einheiten nicht ausliefen. 

In der nächsten Nacht wurde ein weiterer erfolgloser Einsatz gegen La Valetta gefahren. In der Nacht 16./17.12.1941 wurde vor dem Hafen eine Minensperre geworfen. Nach drei Tagen mit schwerem Wetter legte die Flottille in der Nacht 21./22.12.1941 eine Anschlusssperre, in der folgenden Nacht eine weitere und in der Nacht 25./26.12.1941 mit zwei Booten (ein Boot der ursprünglich drei Boote musste wegen Maschinenschadens umkehren) eine weitere. 

Bei den Minenlegeoperationen hatte es Explosionen von neun von 24 geworfenen TMA-Minen kurz nach dem Werfen gegeben. Daraufhin wurden die TMA-Minen bis auf weiteres gesperrt.

 In der Nacht 18./19.01.1942 wurde die 3. SFltl auf einen Konvoi von Alexandria nach Malta angesetzt. Die Flottille stieß aber an dem Konvoi vorbei und wegen Wetterverschlechterung lief sie ohne Erfolge wieder nach Augusta zurück.

   

 "S 59" und ein unbekanntes Boot in Augusta 1942 - Foto: Archiv 7. SGschw

Die zweite Gruppe konnte die letzte Etappe erst am 10.01.1942 beginnen und lief  am 15.01.1942 in La Spezia ein. Augusta wurde am 05.02.1942 erreicht. Die Flottille verfügte nunmehr über acht Boote.

"S 31" in einem italienischen Hafen - Foto: Archiv R. Krokoswski

"S 35" im Mittelmeer - Foto: Archiv R. Krokoswski

Um die Sizilien-Straße besser überwachen zu können, verlegte die 3. SFltl nach Porto Empedocle an der Südküste Siziliens. Von hier aus wurde in der Nacht 05./06.02.1942 ein Einsatz gegen einen von der Luftaufklärung gemeldeten Konvoi gefahren. Die Boote bekamen keinen Feind in Sicht und schlechtes Wetter zwang die Boote zur Umkehr. Sie liefen am Morgen in Augusta ein. 

Am 20.02.1942 verlegte die Flottille erneut nach Porto Empedocle. Schlechtes Wetter verhinderte Einsätze obwohl die Luftaufklärung Feindmeldungen brachte. Erst in der Nacht 05./06.03.1942 konnte die Flottille einen Einsatz gegen die tunesische Küste fahren jedoch ohne einen Gegner zu sichten. 

 

Getarnte S-Boote im Hafen von Porto Empedocle (Foto: Aus Kemnade: Die Afrika Flottille)

In den Nächten zwischen dem 15.03. und dem 28.04.1942 warf die 3. SFltl 12 Minensperren. Es kam immer wieder zu Explosionen von Minen. Dann zwang schlechtes Wetter der Flottille eine Ruhepause auf. 

In der Nacht vom 06./07.05.1942 wurde von "S 31", "S 34" und "S 61" eine weitere Minensperre geworfen. Nach dem Minenwerfen stießen die Boote überraschend auf eine britische Motorlaunch ("ML 130"), die in vier Artillerie-Anläufen niedergekämpft wurde, obwohl diese mit einem 76-mm-Geschütz und zwei 20-mm-Maschinenkanonen bewaffnet war. Die Boote bargen Karten und Verschlussmaterial und übernahmen den Kommandanten, den Wachoffizier und neun weitere Besatzungsmitglieder. Fünf Männer waren verwundet. Auf deutscher Seite gab es einen Leichtverletzten auf "S 31".

Unwirksam getarnte S-.Boote aus der Luft gesehen - Foto: Archiv H. Haag

Masch.ObGefr. Krokowski - Foto: Archiv R. Krokowski

In den Nächten 07./08.05. und 08./09.05.1942 verminten Boote die Hafeneinfahrt von La Valetta. In der zweiten Nacht wurden sie durch einlaufende Trawler gestört, griffen diese jedoch so dicht vor dem Hafen nicht an, da die Weisung war, die Sperren unbemerkt zu werfen. 

Am Nachmittag des 09.05.1942 wurde durch die Luftaufklärung ein Kreuzer oder Zerstörer mit Kurs auf Malta gemeldet. Die Boote  "S 56", "S 54", "S 58" und "S 57" liefen aus, um den Gegner anzugreifen. "S 61", "S 31" und "S 34" hatten den Befehl ihre Minen direkt in die Hafeneinfahrt zu werfen. Sie wurden mehrfach gestört, so dass sie erst gegen Morgen die Sperre warfen. Unmittelbar danach lief "S 31" auf eine Mine, "S 61" ging längseits und barg die Besatzung ab. Es fielen acht Mann.  Der "Kreuzer" (Schneller Minenleger "Welshman") wurde durch "S 34" und "S 61" mit vier Torpedos angegriffen, die aber alle vorbeigingen. Die 2. Gruppe hatte, als sie den Kreuzer nicht fand, ostnordöstlich von La Valetta zwei Bewacher angegriffen, von denen einer in Brand geriet.   

Fliegender Fisch als Kennzeichen von "S 31" - Bild: Archiv Heinz Haag

 

Übersicht über die Minengebiete vor Malta - Bild: Aus Kemnade: Die Afrikaflottille

 

Nach dreitägiger Ruhepause gingen "S 35" und "S 34" am 13.05.1942 zu einer erneuten Minenoperation in See. Sie gerieten in das Licht der Suchscheinwerfer an Land, wurden jedoch nicht entdeckt und konnten ihre Minen werfen. In der Nacht 16./17.05.1942 warfen "S 59", "S 34", "S 58" und "S 35" wieder dicht vor der Küste eine Minensperre. Auch sie gerieten in das Licht der Scheinwerfer und wurden beschossen. "S 34" (Oblt.z.S. Schulz) erhielt einen Volltreffer in Höhe der Maschinenräume. Das Führerboot "S 59" nebelte das getroffene Boot ein und ging längsseits, um die Besatzung zu übernehmen, darunter einen Schwer- und drei Leichtverwundete, zu übernehmen. "S 34" wurde gesprengt, wegen des fortdauernden Beschusses von Land her konnte der Untergang des Bootes nicht beobachtet werden. Am nächsten Tag wurde das treibende Wrack durch die Luftwaffe entdeckt und mit einer Bombe versenkt.

   

 

Wrack "S 34" auf 41 m Tiefe vor La Valetta/Malta - Fotos: Adolf Gutmüller

Nach 24 Mineneinsätzen mit geworfenen 557 Minen, 308 Spreng- und 108 Reißbojen erhielt die 3. SFltl am 18.05.1942 den Befehl keine Mineneinsätze mehr zu fahren und sich für die Verlegung nach Nordafrika klar zu machen. Im Seegebiet vor La Valetta gingen im Mai 1942 vier britische Fahrzeuge verloren. Die Folge war der Abzug aller britischen Seekriegsmittel von Malta, da eine sichere Zufahrt nicht gewährleistet war, die Bombenangriffe durch die Luftwaffe auf Schiffe im Hafen trugen auch dazu bei. 

 

Die 3. SFltl im neuen Stützpunkt - Foto: Archiv R. Krokowski

Ordensverleihung durch einen ital. Admiral - Foto: Archiv D. Krokowski

Vom 21. - 27.05. verlegte die 3. SFltl mit  den Booten "S 54", "S 56", "S 57", "S 58" und "S 59"  von Augusta über Navarino (22.05.), Suda (23. - 26.05.) und Ras-el-Hillal (27.05.) mit Reparatur- und Tankpausen nach Derna. Der mit Unterstützung der Heerespioniere ausgebaute neue Stützpunkt verfügte über einen Torpedo- und Munitionsbunker, eine Torpedoregelstelle, ein Brennstofflager und Werkstätten. 

Ein erster Einsatz als Sicherung einer Scheinlandung bei Tobruk wurde nach einer Stunde abgebrochen. Am 28.05.1942 erfolgte ein zweiter Einsatz als Sicherung für eine Landung bei Tobruk. Dieser wurde aber auch abgebrochen. 

Ende Mai/Anfang Juni kamen die Boote "S 60", "S 55", "S 30" und "S 36" nach Derna. Damit standen neun einsatzklare Boote zur Verfügung. In der Nacht 03./04.06.1942 griff die 3. SFltl mit vier Booten einen Frachter und einen Bewacher an. Während alle auf den Frachter abgegebenen Schüsse fehlgingen, wurde der Bewacher "Cocker" getroffen und versenkt. Vier weitere Vorstöße in den folgenden Nächten blieben ergebnislos.   

S-Boot der 3. SFltl vor Derna - Bild: Archiv Heinz Haag

Am 14.06.1942 meldete die Luftaufklärung zwei stark gesicherte Konvois von Gibraltar bzw. von Alexandria nach Malta. Beide Konvois wurden durch die Luftwaffe bekämpft. Der von Alexandria kommende Konvoi (11 Frachter) kehrte um, als ein italienischer Schlachtschiffverband sich näherte. Von dem aus Gibraltar kommenden Konvoi (5 Frachter und 1 Tanker) erreichten nur zwei Transporter Malta. In den Minenfeldern, die die 3. SFltl geworfen hatte, sanken der polnische Geleitzerstörer "Kujawiak" und der Transporter "Orari" (10.350 BRT), der britische Zerstörer "Matchless",  der britische Geleitzerstörer "Badsworth" und das britische Minensuchboot "Hebe" wurden beschädigt. Auf den Sperren war bereits am 10.06.1942  der Bewacher "Trusty Star" gesunken, am 16.06.1942 sank der Bewacher "Justified". Die 3. SFltl operierte mit sechs Booten in zwei Gruppen auf den aus Alexandria kommenden Konvoi. Während der Angriffe wurde "S 58" von einer Ju-88 mit Bomben belegt ohne jedoch getroffen zu werden. Mitten in einem Anlauf wurde der Konvoi durch Leuchtbomben erhellt, so dass die Boote klar zu sehen waren. Britische Geleitfahrzeuge eröffneten das Feuer, dem sich die Boote durch Nebeln entziehen konnten. Während sich die 1. Gruppe mit Zerstörern herumschlug, hatte die 2. Gruppe mehr Glück. "S 56" (Oblt.z.S. Wuppermann) konnte einen Torpedotreffer auf den britischen Kreuzer "Newcastle" erzielen.

Oblt.z.S. Wuppermann mit dem Ritterkkreuz - Foto: Archiv R. Krokowski 

 Ein Torpedo von "S 55" (Oblt.z.S. Weber) versenkte den britischen Zerstörer "Hasty". Alle übrigen von den Booten geschossenen Torpedos gingen fehl. 

Am 20.06.1942 nach dem Fall von Tobruk lief die Flottille mit sechs Booten aus Derna aus, um als Sicherung für die 6. R-Flottille nördlich Kap Azzaz Vorposten zu fahren. In den frühen Stunden des 21.06.1942 versenkten "S 56" und "S 58" drei kleine britische Landungsfahrzeuge und fischten die Überlebenden auf. Kurz darauf kamen ein Vorpostenboot, ein Schlepper  und weitere Landungsboote in Sicht. Der Schlepper „Alaisia“ wurde durch "S 54" in Brand geschossen, das Vorpostenboot "Parktown"  wehrte sich mit seiner 5,7-cm-Kanone und einem 2-cm-Vierling heftig, wurde aber in Brand geschossen, die Überlebenden sprangen über Bord. "S 58" erhielt etwa 25 Treffer, der Kommandant (Oblt.z.S. Geiger) fiel, sieben Mann wurden z.T. schwer verletzt, zwei Antriebsmotoren waren ausgefallen. "S 54" ging längsseits und setzte Oblt.z.S. Backhaus als neuen Kommandanten ab. "S 56" brachte begleitet von "S 36" die Verwundeten mit Höchstfahrt ins Lazarett von Derna. Auf dem Weg dorthin wurde "S 36" versehentlich von zwei Me 109 beschossen, zwei Mann wurden verletzt.

Die anderen Boote hatten während dessen weitere britische Fluchtfahrzeuge gekapert und versenkt, insgesamt ein LCT, drei kleine Schlepper, fünf LCM, ein LCP, ein LCA, sechs LCS und ein Drifter. 

In den folgenden Tagen sicherten die Boote den deutschen Nachschubverkehr nach Tobruk. Am 02.07.1942 liefen "S 54", "S 56" und "S 59" in Marsa Matruh ein, das am 29.06.1942 in deutsche Hand gefallen war. Am 04.07.1942 trafen auch "S 61", "S 60" und "S 33" ein. 

 

Boot vom Typ S 30 in einem afrikanischen Hafen (Foto: Sammlung R. Mundt)

In der Nacht 04./05.07.1942 erfolgte mit sechs Booten ein ergebnisloser Vorstoß auf Alexandria.

Friedliche Stille in Marsa Matruh - Bild: Archiv R. Krokowski

Bombenschäden in Marsa Matruh - Foto: Archiv R. Krokowski

Tieffliegerangriffe auf den Hafen von Marsa Matruh - Foto: Archiv R. Krokowski

"S61" gibt in Marsa Matruh Munition ab für die Verlegung in die Werft - Bild: Archiv R. Krokowski

Am 06.07.1942 erfolgte ein britischer Luftangriff auf Marsa Matruh, bei dem "S 61" (Oblt.z.S. von Gernet) durch zahlreiche Splitter beschädigt wurde. Ein Mann fiel und der Kmdt. wurde leicht verletzt.

Am 07.07.1942 verlegten "S 56" und "S 57" nach Palermo zur Motorenüberholung in die Werft. Am 10.07.1942 musste auch "S 59" zur Motorenüberholung nach Palermo, das beschädigte "S 61" fuhr zur Reparatur mit. "S 35" befand sich auf dem Weg nach Marsa Matruh.

Am 11.07.1942 griffen acht "Albacore"-Flugzeuge den Hafen erneut an, am 12.07.1944 geriet der Hafen unter Beschuss von britischen Zerstörern. Am 18.07.1942 fuhren "S 55", "S 33" und "S 60" einen Aufklärungsstreifen, britische Zerstörer kamen in Sicht, drehten aber ab. Bald darauf kamen sie wieder in Sicht und eröffneten das Feuer auf den Hafen. Die angreifenden S-Boote wurden sofort unter Feuer genommen. "S 60" schoss zwei Torpedos, die aber nicht trafen. Auf dem Rückmarsch wurden die Boote von "Albacore"-Flugzeugen angegriffen. Auf "S 33" wurden zwei Mann verwundet. 

Am 19.07.1942 wurden die patrouillierenden S-Boote durch zwei britische Zerstörer abgelenkt und ein britischer Verband aus zwei Leichten Kreuzern und vier Zerstörern beschoss den Hafen von Marsa Matruh. Im Gefecht mit den Zerstörern erhielt "S 60" einen Treffer und konnte nur noch 9 kn laufen.

Am 11.08.1942, als bekannt wurde, dass ein stark gesichertes Geleit von 13 Frachtern und einem Tanker nach Malta unterwegs war und  für die Nacht zum 13.08.1942 in der Straße von Sizilien erwartet wurde,  war die 3. SFltl weit disloziert:

Marsa Matruh S 33 und S 55
Suda Bucht S 35 und S 36 in Ausbildung
Augusta S 58, S 59, S 30 (nicht besetzt)
Palermo S 56, S 57, S 60 und S 61 in Werfüberholung

 Am 12.08.1942 verlegten "S 58", "S 59" und "S 30" (mit zusammengewürfelter Besatzung) von Augusta nach Porto Empedocle, "S 35" und "S 36" von Suda-Bucht ebenfalls. "S 33" und "S 55" verlegten von Mersa Matruh nach Suda-Bucht. 

Mit "2 x Große Fahrt" im Mittelmeer - Foto: Archiv R. Krokowski

Die brit. Sicherungsgruppe des Konvois bestand aus zwei Kreuzern, einem Flak-Kreuzer, sechs Zerstörern und fünf Geleitzerstörern. Die Deckungsgruppe (Force H) bestand aus zwei Schlachtschiffen, vier Flugzeugträgern, drei Kreuzern und 13 Zerstörern. Der Träger "Furious" wurde durch "U 73" versenkt, der Träger "Indomitable" erhielt Bombentreffer von Stukas, der Zerstörer "Foresight" wurde durch italienische Torpedoflieger getroffen und musste aufgegeben werden. Force H kehrte um. Danach torpedierten italienische U-Boote die Kreuzer "Cairo" (er sank später), "Nigeria" und "Kenya". Der Kreuzer "Manchester" wurde von den italienischen "MS 16" und "MS 22" mit Torpedos getroffen und musste aufgegeben werden. Von den Frachtern waren durch Bomben getroffen "Empire Hope" (12.688 BRT) und "Glenorchy" (8992 BRT), die später noch von "S 59" versenkt wurde. "S 36" traf einen Frachter mittschiffs, "S 30" traf einen Tanker und einen Transporter, die italienischen S-Boote  "MAS 554" und "MAS 557" meldeten Torpedotreffer auf Frachtern. Es sanken das britische Motorschiff "Wairangi" (12.436 BRT) und die amerikanischen Frachter "Santa Eliza" (8379 BRT) und "Almeria Lykes " (7723 BRT), das Motorschiff "Rochester Castle" (7795 BRT) entkam beschädigt.

In der Nacht zum 14.08.1942 erfolgte ein Vorstoß in die Straße von Sizilien von "S 33" und "S 59", aber es kamen keine Fahrzeuge in Sicht. Danach erfolgte der Befehl, wieder nach Marsa Matruh zurück zu kehren. 

Am 01.09.1942 liefen "S 33", "S 55", "S 36" und "S 61" in Marsa Matruh ein. Eine Woche später erging der Befehl, über Suda-Bucht nach Sizilien zurück zu kommen. In Suda-Bucht lagen auch "S 54" und "S 59". Am 10.09.1942 liefen die Boote in Augusta ein. Vom 12. bis 14.09.1942 verlegten die sechs Boote und der Flottillenstab nach Porto Empedocle, um Platz für die 7. SFltl zu machen.

Verlegung der Flottille von Augusta nach Porto Empedocle - Foto: Archiv R. Krokowski

Einscheren ins Kielwasser des Führerbootes - Foto: Archiv R. Krokowski

In der Nacht 02./03.11.1942 ging die 3. SFltl mit sieben Booten in See, um bei Malta Minen zu legen. Sie wurden früh vom Radar aufgefasst und gerieten unter Beschuss, so dass sie ihre Minen weiter entfernt von der Insel als geplant legen mussten. In den beiden folgenden Nächten widerfuhr ihr das Gleiche, so dass das Werfen von Sperren in diesem Seegebiet unterblieb.

 

Vom 04. bis 07.11.1942 meldete die Luftaufklärung massive alliierte Schiffsansammlungen im westlichen Mittelmeer. Die 3. SFltl verlegte nach Trapani, um den Gegner so weit westlich wie möglich abzufangen. Als bekannt wurde, dass bei Oran und Algier Landungen erfolgt waren, blieb die Flottille im Hafen, da sich die Landegebiete außerhalb des Einsatzbereichs befanden. Am 11.11.1942 verlegten "S 30", "S 35", "S 56", "S 57" und "S 60" nach Tunesien. Sie bezogen den behelfsmäßigen Stützpunkt Bizerta. Von dort wurde am 16.11.1942 ein Ansatz auf einen gemeldeten Konvoi durchgeführt, der nicht in Sicht kam. Am 17.11.1942 erreichte ein italienischer Motorsegler Bizerta mit Proviant, Treibstoff und Torpedos für die 3. SFltl. Auch erreichte das Stützpunktpersonal von Marsa Matruh mit vier Beute-Kfz Bizerta und brachte eine Torpedoregelstelle mit.

Am 24.11.1942 erfolgte der erste Bombenangriff der Alliierten auf Bizerta und legte die Stadt in Schutt und Asche. Am 01.12.1942 lief die Flottille aus Bizerta aus, um ein Geleit zu treffen. Das Geleit war nahezu aufgerieben, als die Boote herankamen. Am 02.12.1942 gelang es, ein Geleit sicher nach Bizerta zu bringen. Beim Einlaufen geriet ein Frachter auf ein Minenfeld und sank. "S 59" rettete 33, "S 57" fischte fünf Mann auf. Am 08.12.1942 gingen die Boote bei den französischen Einheiten im Hafen längsseits, nahmen deren Flaggen nieder und nahmen deren Besatzungen an Bord. 

Am 13.12.1942 sollten "S 58", "S 57", "S 60" und "S 33" ein Schnellgeleit von Trapani nach Tripolis schützen. Das Geleit wurde aus der Luft angegriffen und das Motorschiff "Foscolo" nahm einen Lufttorpedotreffer und sank. Es gelang den Booten 50 Italiener und 31 Deutsche aus dem Flammenmeer zu retten.

Am 13.12.1942 verlegte "S 59" zur Motorenüberholung in die Werft  nach Palermo. "S 54" begleitete es bis Porto Empedocle. Die Flottille verlegte nach Ferryville.

Die 7. SFltl (Kptlt. Trummer) war am 01.04.1942 in Swinemünde aufgestellt worden. Sie bekam das Begleitschiff "Estonia" und den Tender "Hecht" sowie die Schulboote "S 18" und "S 20", im Juli kamen "S 19", "S 21", "S 22" und "S 24" dazu.  Wegen ihrer Abmessungen kamen nur die in Holland gebauten Boote "S 151" - "S 158" für eine Verlegung über Rhein, Rhein-Rhône-Kanal und Rhône in Betracht. Dazu wurden die Boote als Flugsicherungsboote getarnt und erhielten u.a. auch eine Schornsteinatrappe. Die Besatzungen trugen für die zwei-tägige Fahrt durch den unbesetzten Teil von Frankreich Zivil und es fuhren auf jedem Boote Verbindungsoffiziere der Petainregierung mit. Ab 10.09.1942 verlegten "S 151" - "S 156", "S 157" und "S 158" sollten später folgen. 

Verlegung der Boote Typ "S 151" ins Mittelmeer - Bild: Unbekannt

Am 08.10.1942 erreichten die Boote das Mittelmeer. Sie wurden in La Spezia einsatzklar gemacht. Nach Fertigstellung mussten sie einen Ausbildungsabschnitt durchlaufen. Am 01.12.1942 waren sie materiell kriegsbereit und verlegten nach Augusta, wo sie am 15.12.1942 eintrafen.

Damit war die deutsche S-Boot-Waffe im Mittelmeer wie folgt aufgestellt:

3. SFlt (Kptlt. Kemnade) 7. SFlt (Kptlt.Trummer)
S 30 Oblt.z.S. Schulz, G. S 151 Oblt.z.S. Holzapfel
S 33 Oblt.z.S. Brauns S 152 ObFhnr.z.S. Heye
S 35 Oblt.z.S. Lüders S 153 Lt.z.S. Rautenberg
S 36 Oblt.z.S. Weber S 154 ObFhnr.z.S. Kelm
S 54 Oblt.z.S. Schmidt S 155 Kptlt. Babbel
S 55 Reserveboot ohne Kmdt. S 156 Oblt.z.S. Thomsen
S 56 Oblt.z.S. Wuppermann S 157 Oblt.z.S. Merkel
S 57 Oblt.z.S. Erdmann S 158 Oblt.z.S. Schulze-Jena
S 58 Reserveboot ohne Kmdt  
S 59 Oblt.z.S. Müller, A.
S 60 Oblt.z.S. Haag
S 61 Oblt.z.S. von Gernet

Die 3. SFltl legte in der Zeit vom 17.12. bis 30.12.1942 Minen bei Cap de Garde und in der Bône-Bucht. In der Silvesternacht musste die Flottille wegen des schlechten Wetters mit den Minen an Bord umkehren.

Das Jahr 1942 hatte nur wenig Erfolge gebracht: Es wurde ein Frachter mit 8982 BRT; ein  Navy-Trawler, eine Motorlaunch und ein Bewacher versenkt. Bei der Einnahme Tobruks wurden versenkt bzw. gekapert: ein LCT, drei Schlepper, fünf LCM, ein LCP, ein LCA, sechs LCS und ein Drifter.

Die eigenen Verluste betrugen: sechs Gefallene, acht Schwer-, neun Leichtverwundete sowie die Boote "S 31" durch Minentreffer und "S 34" durch Selbstversenkung nach Artillerietreffer.