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  Kriegsmarine - Kanal 1941

 

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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

Die Kriegschauplätze der S-Boote

 

Englischer Kanal 1941

Zu Beginn des Jahres 1941 umfasste die Schnellbootwaffe die 1., 2. und 3. SFltl sowie die im Aufbau befindliche 4. SFltl:

1. SFltl

1. SFltl Kptlt. Birnbacher
S 26 Oblt.z.S. Fimmen
S 27 Oblt.z.S. Büchting
S 28 Oblt.z.S. Klug
S 29 Oblt.z.S. Frhr. von Mirbach
S 101 Oblt.z.S. Stuhr-Christiansen
S 102 Oblt.z.S. Töniges

2. SFltl

2. SFltl KorvKpt. Petersen
S 30 Oblt.z.S. Feldt
S 33 Lt.z.S. Popp
S 34 Oblt.z.S. Obermaier
S 36 Oblt.z.S. Babbel
S 55 Oblt.z.S. Opdenhoff
S 56 Oblt.z.S. Meentzen
S 201 Oblt.z.S. Roeder
S 202 Lt.z.S. Howaldt

3. SFltl

3. SFltl Kptlt. Kemnade
S 54 Lt.z.S. Wagner
S 57 Lt.z.S. Erdmann
S 58 Lt.z.S. Geiger
S 59 Lt.z.S. Haag
S 60 Oblt.z.S. Wuppermann

4. SFltl

4. SFltl Kptlt. Bätge
S 11 Lt.z.S. Lüders
S 22 Oblt.z.S. Priebe
S 24 Lt.z.S. Stöve
S 25 Lt.z.S. Schneider

 

Januar und Februar 1941 waren gekennzeichnet durch schwere Winterstürme, so dass die Boote nur zu sechs Einsätzen kamen. Am 07.01.1941 konnte "S 101" den britischen Frachtdampfer "H.H.Petersen" (975 BRT) versenken. Am 06.02.1941 versenkte "S 30" den britischen Frachtdampfer "Angularity" (501 BRT). Am 12.02.1941 versenkte "S 102" den britischen Frachtdampfer "Algarve" (1355 BRT) aus einem Konvoi heraus - es hatte die Versenkung von einem Frachter von 6000 BRT und eines Tankers von 4000 BRT gemeldet. "S 101" und"S  28" meldeten Fehlschüsse. Beim Einlaufen  in Ijmuiden hatte "S 39" eine Grundberührung.

Nach Ende der Eisgefahr auf der Schelde verlegte die 3. SFltl von Ostende nach Rotterdam. Am 25.02.1941 versenkte "S 30" vor Lowestoft den Geleitzerstörer der Hunt-Klasse (907 t) "Exmoor", woraufhin das Geleit Kurs änderte, so dass weder die 2. noch die 3. SFltl zu weiteren Torpedoschüssen kam. Die 1. SFltl operierte weiter nördlich und "S 28" konnte den britischen Frachtdampfer "Minorca" (1123 BRT) durch Torpedoschuss versenken.

Am 26.02.1941 trafen die Boote "S 36" und "S 55" bei der 2. SFltl ein, so dass sie nun über vier einsatzbereite Boote verfügte.

Eis im Hafen von Rotterdam - Bild: Archiv O. Erlandsson

Die 3. SFltl erhielt durch "S 61" (Oblt.z.S. von Gernet) und "S 31" (Oblt.z.S. Meyer) Verstärkung.

 Das schlechte Wetter verhinderte jeden Schnellbootseinsatz vor dem 04.03.1941. Am Abend liefen die Boote "S 33", "S 36", "S 55" und "S 30" aus und gingen auf der Konvoi-Route auf Lauerstellung.  die sieben von "S 30" und "S 55" auf britische Zerstörer geschossenen Torpedos gingen alle fehl. Auch die 1. SFltl war mit den Booten "S 26", "S 27", "S 28", "S 29", "S 39","S 101" und "S 102" in See ebenso wie die 3. SFltl mit den Booten "S 31", "S 54", "S 58", "S 59", "S 60" und "S 61". Erfolge konnten keine gemeldet werden.

Am 07.03.1941 griffen alle drei Flottillen mit zusammen 16 Booten den Konvoi-Verkehr an der englischen Südostküste an. "S 101" versenkte  aus dem Konvoi  auf Nordkurs den britischen Frachtdampfer "Norman Queen" (957 BRT), "S 28" den Frachter "Corduff" (2345 BRT), "S 27" versenkte den Frachter "Rye" (1049 BRT) und "S 29" traf den Frachter "Dotterel" (1048 BRT), so dass er aufgesetzt werden musste aber nicht mehr zu bergen war.

Die 3. SFltl glaubte in zwei Anläufen zwei Zerstörer versenkt zu haben, "S  31" versenkte aber den Frachtdampfer "Kenton" (1047 BRT) und "S 61" traf den Frachter "Boulderpool" (4805 BRT), der zwar noch auf Grund gesetzt werden aber nicht mehr geborgen werden konnte. "S 102" versenkte aus dem Gegenkonvoi FS.29 den Frachtdampfer "Togstone" (1547 BRT), den Töniges als 6000 Tonner gemeldet hatte. 

Die drei Flottillen glaubten, in dieser Nacht zwei Zerstörer und sechs Frachter mit zusammen 28.000 BRT versenkt zu haben, es waren sieben Frachter mit 13.134 BRT. Ein bis dahin unerreichter Erfolg.

Am Nachmittag des 09.03.1941 ging die 2. SFltl mit den Booten "S 33", "S 41", "S 30" und "S 55" in See, um gegen einen Konvoi aus 15 Schiffen vorzugehen. "S 33" sichtete einen Schatten, den "S 41" anzugreifen versuchte aber im Feuer des Zerstörers abdrehen musste. Die Flottille konnte am Morgen des 10.03.1941 unbeschadet in Ostende festmachen.

Auch die 1. SFltl mit "S 26", "S 27", "S 28", "S 29", "S 39", "S 101" und "S 102" war in dieser Nacht in See, wobei "S 26" und "S 102" nach Fehlschüpssen auf zwei Zerstörer von diesen gejagt wurden ohne Schäden zu nehmen. 

Am 11.03.1941 fuhr die 1. SFltl einen Einsatz gegen den Konvoi FS.32. "S 28" versenkte am das britische Motorschiff "Trevethoe" (5257 BRT). Die anderen Boote der Flottille hatten 8 Fehlschüsse abgegeben. Sie wurden von Zerstörern hartnäckig verfolgt und beschossen.

Am selben Tag wurde Kptlt. Klug als 5. Offizier der S-Bootwaffe das Ritterkreuz verliehen. 

Am 14.03.1941 gingen alle drei Flottillen in See, die 1. und die 3. SFltl jeweils mit sechs, die 2. SFltl mit vier Booten. In der hellen Mondnacht wurde alle Angriffsversuche frühzeitig erkannt und den geschossenen Torpedos wurde ausgewichen Die Zerstörer "Versatile", "Venessa" und "Holderness" beschossen die Boote und diese mussten ohne Erfolg wieder einlaufen.

In den folgenden Nächten verhinderte schlechtes Wetter, heller Mondschein oder schlechte Sicht jeglichen Erfolg. Die Boote wurden mehrfach von Zerstörern beschossen oder aus der Luft angegriffen, ohne aber Verluste hinnehmen zu müssen. Ende März glaubte Kptlt. Kemnade, dass der Gegner über Radargeräte verfügte und die Boote daher keine Erfolge mehr hätten.

Die erste Aprilhälfte brachte viel Nebel und den Booten eine Ruhepause. Minenunternehmungen der 1. und der 3. Sfltl mussten wegen schlechten Wetters abgebrochen werden. Am 18.04.1941 warf die 1. SFltl. mit "S 26", "S 27", "S 28", "S 29", "S 39", "S 40", "S 101" und "S 102" vor Cromer eine Minensperre und bezog anschließend Lauerstellung ohne auf Gegner zu treffen. 

Die 2. SFltl warf mit fünf Booten eine Minensperre bei Cross Sand Feuerschiff und stieß auf einen Konvoi, aus dem sie glaubte vier Frachter mit 13.000 BRT  versenkt und einen weiteren Frachter getroffen zu haben. Versenkt wurden der britische Frachter "Efra" (1446 BRT) und der holländische Frachter "Nereus" (1298 BRT). Auf dem Frachter "Eskburn" starben durch Beschuss zwei Seeleute, der Frachter "Ethel Radcliffe" (5673 BRT) musste auf Grund gesetzt werden. Die Flottille meldete die Versenkung von vier Frachtern mit 13.000 BRT und die Torpedierung eines fünten. Die Flottille wurde durch den Zerstörer "Wallace" gejagt und musste Flugzeugangriffe überstehen. Schäden an den Booten entstanden nicht.

 Die 3. SFltl warf mit sechs Booten eine Sperre bei Haisborough Sand und operierte vergeblich auf einen Konvoi. In einem Gefecht mit drei britischen MGBs musste "S 58" Treffer im Motorenraum  und im Vorschiff hinnehmen, dabei wurde ein Fahrmaat verletzt.

Anmerkung: In britischen Büchern wird mehrfach erwähnt, dass man nicht verstehen konnte, dass die deutschen Schnellboote Gefechten mit feindlichen Zerstörern, MGBs und MTBs meist auswichen. Dies erfolgte aufgrund einer Weisung des F.d.T. bzw. des F.d.S., die der Versenkung von Handelschiffsraum Priorität einräumte und daher gebot, eine Gefährdung der eigenen Boote durch Gefechte mit feindlichen Kriegsfahrzeugen zu vermeiden.

Danach mussten die Boote wegen schlechten Wetters im Hafen bleiben. Erst am 28.04.1941 konnte die 1. SFltl wieder ein Sperre werfen. Anschließend griffen sie einen Konvoi aus 57 Schiffen an. "S 26" und "S 29" glaubten drei Schiffe mit zusammen 9.500 BRT versenkt zu haben, gesunken ist der britische Frachtdampfer "Ambrose Fleming" (1555 BRT). Am 29.04.1941 kollidierten "S 39" und "S 40". Die Boote wurden von Zerstörern unter Feuer genommen und gerieten in ein Gefecht mit britischen MGBs. Die 3. SFltl warf mit vier Booten eine Sperre bei  Hammond Knoll. Auf dem Rückmarsch geriet die Rotte "S 61" und "S 58" in ein Gefecht mit den britischen "MGB 61" und "MGB 59".

Auch der Mai 1941 brachte viele Stürme. Die Boote wurden im Hafen festgehalten. Bei dem Versuch einen Mineneinsatz am 18.05.1941 an der englischen Küste zu fahren, rissen sich bei verschlechterndem Wetter die Minen los und richteten Schäden an den Booten an. 

Am 23.05.1941 verlegte die 1. SFltl, am 25.05.1941 die 2. SFltl und am 27.05.1941 die 3. SFltl in Vorbereitung auf das Unternehmen "Barbarossa" nach Kiel, wo die letzten Boote am 28.05.1941 festmachten.

Nach Abzug der 1., 2. und 3. SFltl verblieb nur die 4. SFltl im Westraum. Am 01.06.1941 war sie wie folgt besetzt:

4. SFltl Kptlt. Bätge
S 19 Oblt.z.S. Müller, K.
S 20 Oblt.z.S. Meyer
S 22 Lt.z.S. Karcher
S 24 Oblt.z.S. Frhr. von Mirbach
S 25 Oblt.z.S. Wilcke

Damit war eine Schnellbootkriegführung auf der Ebene wie bisher nicht möglich. Am 02.06.1941 ging die Flottille in See, um auf einen von der Luftwaffe gemeldeten Flugzeugträger zu operieren. Sie stieß auf ein "großes Schiff" geleitet durch einen Zerstörer und mehrere Minensucher. "S 22" feuerte zwei, "S 24" einen Torpedo. Alle drei trafen. Wenig später schoss auch "S 19" zwei Torpedo, die auch beide trafen.  Es handelte sich um den "Tender C " ein zum Schein-Flugzeugträger umgebautes Handelsschiff von 7924 BRT). Das Schiff musste aufgegeben werden. Die Boote wurden durch die Sloop "Kittiwake" mit ihrer 10,2cm Kanone unter Feuer genommen konnten aber entkommen.

Am 06. und 10.06.1941 warfen die Boote Minen, auf denen am 21.06.1941 die britischen Frachter "Gasfire" (3001 BRT) und "Kenneth Hawksfield" (1546 BRT) sanken. Wegen schlechten Wetters war der nächste Einsatz erst in der Nacht 16./17.06.1941 mit den Booten "S 20", "S 24" und "S 25" möglich. Sie warfen bei Tonne 57 Minen auf denen am 23.06.1941 der brit. Frachtdampfer "Hull Trader" (717 BRT) sank. Auf dem Rückweg stellten sie zwei holl. Fliegeroffiziere, die sich mit einem Paddelboot nach England absetzen wollten.

Schlechtes Wetter ließ den nächsten Einsatz erst am 19.06.1941 zu. "S 22" und "S 20" warfen auf dem Geleitweg Minen und wurden auf dem Rückweg in ein Gefecht mit 3 MGBs verwickelt.

Am 24.06.1941 verlegte die 4. SFltl nach Cherbourg. Die Einsätze vom 25. und 28.06.1941 blieben ergebnislos.

Am 06.07.1941 wurde der Neubau "S 107"  von Oblt.z.S. Wilcke in Dienst gestellt am 11.07. wurde "S 49" (Lt.z.S. Max Günther) und am 25.07. wurde "S 50" (Lt.z.S. Karcher) in Dienst gestellt, nachdem Oblt.z.S. von Mirbach schon am 20.06.1941 "S 48" in Dienst gestellt und damit in der Nacht zum 06.07. den ersten Einsatz gefahren hatte.

In der Nacht zum 10.07. warfen die Boote "S 22", "S 19", "S 48" und "S 20" 24 TMA im  Seegebiet südlich der Insel Wight und schlugen sich mit zwei Zerstörern herum. In der Nacht zum 23.07. legte die Flottille 18 TMA und vier Reißbojen im Seegebiet südlich Bill of Portland und wurde von der britischen Küstenartillerie unter heftiges Feuer genommen.

Am 26.07. kam das neue "S 49" (Oblt.z.S. Karcher) mit zwei R-Booten zusammen in Boulogne ein. Es bleib hier liegen, da die 4. SFltl Ende Juli nach Boulogne verlegen sollte.

In einer weiteren Minenunternehmung auf dem Geleitweg zwischen der Insel Wight und Portland Bill warfen die vier Boote weitere 18 TMA, damit hatte die Flottille bis zum 29.07.1941 in acht Nächten 155 TMA und 20 Reißbojen in diesem Seegebiet ohne nennenswerte Zwischenfällte geworfen.

Am 29.07.1941 verlegte die Flottille nach Boulogne zurück. Von dort wurden mit Unterstützung von der Funkmeßstelle Wimereux kurze Vorstöße in die Kanalenge unternommen. 

Am 07.08.41 liefen die Boote "S 49", "S 19", "S 48" und "S 20" aus, um einen Angriff auf einen Konvoi aus fünf Frachtern, fünf Bewachern und zwei Zerstörern südlich von Folkestone durchzuführen. Alle geschossenen Torpedo gingen fehl, nur "S 48" (Oblt.z.S. von Mirbach) glaubte einen Dampfer von 4000 BRT versenkt zu haben, was sich aber nicht belegen lässt.

"S 19" wurde entlassen und marschierte nach Kiel. Auf dem Marsch wurde es von einem Jäger mit Bordwaffen angegriffen, ein Seemann wurde verletzt. Das Flugzeug wurde abgeschossen und stürzte ins Meer.

Ein weiterer Neubau für die Flottille wurde mit "S 51" am 08.08. in Dienst gestellt.

Am 09.08. marschierten die Boote "S 107" und "S 50" von Rotterdam nach Boulogne. Dabei erlitt "S 107" einen Ruderschaden und wurde vom Vorpostenboot "V 1512" nach Calais geschleppt, wo es ins Dock kam. 

Am 10.08. legten die Boote "S 49", "S 20" und "S 48" in Boulogne ab zu einem Angriff auf ein gemeldetes Geleit vor Dover. Trotz schlechter Sicht konnten die Boote den Konvoi aufspüren dank der Positionsmeldungen die mit einem Freya-Funkmeßgerät ermittelt wurden. "S 49" torpedierte den britischen Frachter "Sir Rusell" (1548 BRT). Das Schiff brach auseinander. Das Nachladen konnte nicht durchgeführt werden, das die Torpedos klemmten. "S 20" schoss auf einen Frachter von 4000 BRT und hörte eine Detonation. Ein Zerstörer der Hunt-Klasse und weitere Bewacher drängten die Boote ab, die einzeln am frühen Morgen nach Boulogne zurückkehrten. Sie waren während der Operation mehrfach durch britische Radarstationen aufgefasst worden. 

Nach Verlegung der Flottille nach Rotterdam am 17.08.1941 fuhren zwei Tage später von dort aus "S 49", "S 20", "S 48" und "S 51" eine Unternehmung gegen einen Konvoi bei Orfordness"S 48" versenkte den polnischen Frachter "Czestochowa" (1971 BRT) und torpedierte einen vermeintlichen Tanker von 5000 BRT, den britischen Frachter "Dalewood" (2774 BRT) der eingeschleppt werden konnte. "S 20" verfehlte mit zwei Torpedos einen britischen Zerstörer.

Am 22.08.1941 wurde "S 20" nach Kiel in Marsch gesetzt wo es an die 6. SFltl als Ausbildungsboot ging.

In seinen "Erinnerungen an den Schnellbootseinsatz im Westen 1940 - 1945" des ehemaligen A op im Stab des F.d.S., Kaptlt a.D. Bernd Rebensburg, führt er aus: " Bereits im Herbst 1940, etwa ab August, glaubte der F.d.T. aus Entzifferungen den Nachweis führen zu können, dass von der Insel Wight, von den Steilküsten bei Dover und zwischen Felixstowe und Great YarmouthRadarortungen unserer Schnellboote bis über 30 sm zustandegekommen waren, wenn auch als seltene Überreichweiten. Die normalen Reichweiten der Küstenradarageräte konnten unsere Schnellboote mit ihrem UK-Gerät ermitteln....."

Die nächsten Einsätze 01./ 02.09. mit "S 48", "S 49", "S 50", "S 51" und"S 107" und am 03./04.09 mit den gleichen Booten und "S 52" (Oblt.z.S. Karl Müller") verliefen ergebnislos. 

 Am 07.09.1941 kamen die Boote "S 48", "S 49", "S 50", "S 51" und "S 109" zum Schuss. Sie glaubten fünf Frachter mit  13.500 BRT versenkt zu haben,  es sanken aber nur der britische Frachter "Duncarron" (478 BRT) und der norwegische Frachter "Eikhaug" (1436 BRT).

In der Nacht 07./08.09. glaubte die Flottille vier Handelschiffe mit 25.000 BRT versenkt zu haben, der wirkliche Erfolg lag aber weit darunter, "S 50" torpedierte den britischen Dampfer "Tetela", "S 51" versenkte den britischen Dampfer "Teddington" (4762 BRT). 

Es folgten wieder zwei ergebnislose Vorstöße in den Nächten 26./27.09.1941 und 29./30.09.1941. Auf dem Rückweg fiel eine Bombe so dicht neben "S 50", dass die Motorenfundamente rissen.  

Ein Vorstoß am 02.10.1941 verlief ergebnislos. Am 03.10.1941 flog die RAF einen Angriff auf den Hafen von Rotterdam. "S 107" wurde stark beschädigt und fiel für acht Wochen aus, "S 51" und "S 52" kamen mit leichten Splitterschäden davon. Der nächste Vorstoß erfolgte mit dem neu in Dienst gestellten "S 109" (Lt.z.S. Bosse), "S 49" und "S 52" am 12.10.1941. Wieder kam nur ein Zerstörer in Sicht, der die Boote gleich unter Feuer nahm. 

Nach Ende des Einsatzes der 1., 2. und 3. SFltl in der Ostsee waren alle Boote "werftreif", d.h. sie wurden nicht an die Westfront zurückbeordert. Die 1. SFltl sollte nach der Werftzeit in das Schwarze Meer verlegen, die 3. SFltl ins Mittelmeer.

Die 2. SFltl (Kptlt. Feldt) ging nach Abschluss der Werftüberholung am 01.10.1941 in zwei Gruppen mit insgesamt sechs Booten von Kiel zur Gruppe West zurück. Die Boote "S 42", "S 44", "S 45" und "S 46" sollten nach Generalüberholung zur neu gebildeten 8. SFltl stoßen. Am 09.10.1941 lag die 2. SFltl mit folgender Organisation in Rotterdam:

2. SFltl Kptlt. Feldt
S 41 Oblt.z.S. Popp
S 47 Oblt.z.S. Stöve
S 53 Oblt.z.S. Block
S 62 Oblt.z.S. Opdenhoff
S 104 Oblt.z.S. Roeder
S 105 Lt.z.S. Howaldt

Am 11.10.1941 traf der Stab des F.d.T. nach 5 Monaten im Ostseeeinsatz wieder in Scheveningen ein und führte von dort aus die Schnellboote, KKpt. Petersen war zwar offiziell noch Chef 2. SFltl, war aber als Stellvertreter des F.d.T. tätig. Die 2. SFltl wurde von Kptlt. Feldt geführt. 

Am 12.10.1941 lief die 2. SFltl zum ersten Einsatz aus, sie stieß auf einen Konvoi und während die erste Gruppe sich mit den Bewachern herumschlug, kamen S 41, S 53 und S 105 zum Schuss. Sie glaubten sechs Handelschiffe mit 18.000 BRT vernichtet zu haben, der tatsächliche Erfolg war: S 53 versenkte den norw. Frachter "Roy" (1768 BRT) und S 105 versenkte den brit. Frachter "Chevington" (1537 BRT). Die bei diesem Angriff angewandte Taktik wurde vom FdS gewürdigt und den anderen Flottillen empfohlen. Die 4. SFltl hatte Lauerstellung an einer Konvoiroute bezogen, sichtete aber kein Gegner. 

In der deutschen Presse erschienen die beiden folgenden Artikel zu diesem Angriff der 2. SFltl, die den vermeintlichen Erfolg der Boote glorifizierten.

Am 20.10.1941 übergab KKpt Petersen die 2. SFltl an Kptlt. Feldt.

An den folgenden Tagen herrschte schlechtes Wetter, die beiden Flottillen lagen in ihren Bunkern. Am 25.10.1941 wurde ein Konvoi gemeldet, beide Flottillen liefen aus, mussten aber wegen des Wetters umkehren. Ähnlich erging es den Flottillen am 04.11.1941. Vom 05.11. bis 11.11.1941 lagen die Boote wegen des schlechten Wetters im Hafen. 

Am 12.11.1941 erfolgte der nächste Einsatz der 2. SFltl, der aber wiederum wegen schlechten Wetters abgebrochen werden musste. Dabei waren die Halterungen von 12 Wasserbomben gerissen. 

Am 18.11.1941 kam als bedeutende Neuerung für die Schnellboote auf Betreiben des F.d.T. die so genannte "Schnepfentafel" zur Einführung. Das bisher angewandte Verfahren mit dem Schlüssel "M" hatte sich in den letzten Monaten als zu aufwändig erwiesen und zu starken Verzögerungen im Fernmeldeverkehr während der Einsätze erwiesen. 

Die Schnepfentafel war nur für die Führung der S-Boote bei Unternehmungen im Kanal und an der englischen Ostküste bestimmt und durfte nur auf der Schnellbootswelle benutzt werden. 

Mit der Schnepfentafel (kurz für Marine Dienstvorschrift 79 - MDV 79 - "Signaltafel Schnepfe") wurden auf einer DinA4-Seite 174 Codes für Gefechtssignale (z.B. "Zerstörer von Norden" oder "Bin im Gefecht mit ..."), für Kurs- und Fahrtangaben (z.B. "Kurs Nordwestlich" oder "Große Fahrt"), für Geografische Punkte bzw. Quadrate (z.B. "Tonne 54F" oder "Humber Feuerschiff"), für Zeiten und Zahlen (z.B. "20 Uhr oder 0 - 9) sowie für An- und Unterschriften (z.B. "F.d.T." oder "C-Fltl 3. Gruppe") mit einem Vierbuchstabencode aufgeführt. Ein kombinierter Text z.B. "Nordgehender Geleitzug um 01.00 Uhr bei Tonne 55 A" konnte dann offen übermittelt werden. 

Für den Einsatz wurde eines von 10 wasserlöslichen Blättern der Schnepfentafel dreimal benutzt und dann vernichtet. Welches Blatt (welche Tafel) mit in den Einsatz genommen werden und benutzt werden durfte, wurde bei der Auslaufbesprechung bekannt gegeben. Dieses Verfahren stellte sicher, dass die britische Abwehr während eines Einsatzes die Meldungen des F.d.T. an die Boote und umgekehrt nicht entschlüsseln konnte.

Details zur Signaltafel Schnepfe können im "Historischen Marinearchiv" - Beitrag von FKpt a.D. Urs Heßling - nachgelesen werden:

https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/s_boote/beschreibung.php

Der Code für eine Position, wie z.B. AN 7316, wurde aus der Marine-Quadratkarte entnommen.

Ausschnitt aus der Marinequadratkarte - Quelle: Deutsche Marinequadratkarte

Die Positionsangabe erfolgte in vier Schritten:

1. Nennung des Großgebietes durch zwei Buchstaben, z.B. AN
2.  Bezeichnung des Großquadrates 54 x 54 sm, z.B. 73
3. Bezeichnung des Kleinquadrates 16 x 16 sm, z.B. 1
4. Bezeichnung des darin gelegenen Kleinquadrates 4 x 4 sm, z.B. 6

Hinzugefügt werden konnten konkrete Angaben wie z.B. lK = linke Kante, Helgoland hatte danach die Position: AN 9566 rK (rechte Kante).

Wie wenig die Luftwaffe und die Marine auf Zusammenarbeit bei ihren Einsätzen eingestellt waren, lässt sich unter anderem daran festmachen, das beide Teilstreitkräfte eine unterschiedliche Quadratkarte benutzten und die Übermittlung von Feindmeldungen nicht direkt zwischen Flugzeugen und Booten/Schiffen wegen unterschiedlicher Fernmeldemittel erfolgen konnte.

In der Nacht 19./20.11.1941 stieß die 2. SFltl auf einen Konvoi. Die 1. Gruppe der 2. SFltl kam zum Schuss. "S 105" versenkte den britischen Frachter "Aruba" /1159 BRT), "S 41" den Frachter "Waldinge" (2462 BRT) und "S 104" den Marinetanker "War Mehtar" (5502 BRT). Die 2. Gruppe wurde durch Geleitfahrzeuge bekämpft. "S 53" musste dabei Treffer einstecken. Bei einem Versuch, wieder an den Konvoi heranzustaffeln, kollidierten "S 47" mit "S 105", "S 41" kollidierte mit dem Havaristen "S 47" und musste nach einem Schleppversuch durch "S 105" und einem Angriff durch die britischen "MGB 64 und MGB 67 auf den Schleppverband und das Sicherungsboot "S 53" aufgegeben werden. Da die Sprengpatronen das Boot nicht schnell genug zum Sinken brachten, konnten die  MGB-Besatzungen Ausrüstung, Seekarten, Logbücher und die Flagge des Bootes bergen ehe es sank.

Währenddessen hatte die 4. SFltl bei Tonne 55A gelauert aber keine Gegner gesichtet. In der Nacht 23./24.11.1941 schoss "S 109" aus der gleicheie 4. SFltl bei Tonne 55A gelauert aber keine Gegner gesichtet. In der Nacht 23./24.11.1941 schoss "S 109" aus der gleichen Lauerstellung heraus auf einen Zerstörer, traf aber den britisschen Benzintanker "Virgilia" (5723 BRT), "S 52" versenkte einen auf 4500 BRT geschätzten Frachter, den holländischen  Frachter "Groenlo" (1984 BRT) . S 50 meldete einen torpedierten Frachter von 3000 BRT, "S 51" meldete ebenfalls einen 3000 BRT-Frachter als versenkt, es handelte sich um den britischen Frachter "Blairnevis" (4155 BRT). "S 110" verfehlte mit vier Torpedos einen Zerstörter und einen Dampfer. Alle Boote kehrten nach Rotterdam zurück. "S 109" hatte beim Einlaufen auf der Maas Grundberührung und wurde beschädigt. 

In der Nacht 28./29.11.1941 legte die 4.SFltl auf dem Geleitweg Minen. Auf dem Rückweg feuerte S 51 auf einen 7000 BRT-Tanker, es versenkte den Kohlefrachter "Cormarsh" (2848 BRT). S 52 schoss auf zwei Dampfer und einen Bewacher. Es versenkte den brit. Frachter "Empire Newcomen" (2840 BRT) und verfehlte den Bewacher. S 64 versenkte den brit. Tanker "Asperity" (699 BRT), der auch mit 1000 -1500 BRT zu groß geschätzt wurde. Auf dem Rückweg wurden die Boote in ein Gefecht mit MTB verwickelt. S 51 erhielt einen Treffer im Steuerstand, ein Seemann wurde leicht verletzt. 

Anfang Dezember wurden einige Minenoperationen durchgeführt. Es folgte eine Periode schlechten Wetters, so dass die nächsten Minen-Einsätze in den Nächten 19./20.12. und 20./21.12.1941 erfolgten. 

Der letzte Einsatz des Jahres fand am 31.12.1941 statt. Die vorgesehenen Sperren der 2. und 4. SFltl wurden planmäßig gelegt.

Die Wirkung der Minenfelder war enorm: Zwischen dem 02.12. und 25.12.1941 sanken auf den Sperren 12 Handelsschiffe mit zusammen 50.396 BRT und vor der Humbermündung der Trawler "Henriette" (261 BRT).