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  S-Boote Kriegsmarine - Schwarzes Meer 1942 - 1943

 

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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

Die Kriegschauplätze der S-Boote

 Schwarzes Meer 1942 bis 1943

Die ersten Boote der 1. SFltl, die in das Schwarze Meer verlegten, waren "S 26" (Kptlt. Fimmen), "S 27" (Oblt.z.S. Büchting), "S 28" (Oblt.z.S. Künzel), "S 40" (Kptlt. Schneider, K.), "S 72" (Oblt.z.S. Schneider, W.), "S 102" (Kptlt. Töniges).

Die Boote wurden oberhalb des Hauptdecks abgeschnitten und alle Ausrüstung wurde ausgebaut. Sie wurden im Schlepp die Elbe aufwärts bis Dresden gebracht, dort auf Spezialfahrzeuge verladen und auf dem Landwege bis Ingolstadt transportiert, im Schlepp ging es die Donau hinab bis Linz. Dort wurde ein Teil der per Eisenbahn verfrachteten Ausrüstung wieder eingebaut. Danach ging es im Schlepp bis Galati (Galatz), wo die Hauptmotoren eingebaut wurden. Dann verlegten die Boote mit eigener Kraft bis Konstanza, wo der Rest der Einsatzausrüstung eingebaut wurde.

Aufgesliptes S-Boot in Dresden - Bild: Archiv H. Frank

S-Boot-Transport auf der Autobahn - Bild: Archiv H. Frank

Passieren der Steinernen Brücke in Regensburg - Foto: Aus dem Nachlass Kpt.z.S. Künzel

Aufsetzen der Back auf "S-102" - Foto: Archiv H. Frank

Aufsetzen des Brückenhauses "S 102" in Linz - Foto: Archiv H. Frank

Einbau der Antriebs-Motoren in Linz - Foto: Archiv H. Frank

 

"S 26" und "S 28" im Schlepp auf der Donau - Foto: Archiv Förderverein

Vorbei an Budapest - Bild: Archiv H. Frank

Die ersten beiden Boote "S 26" und "S 28" trafen am 24.05.1942 in Konstanza ein. Am 02.06.1942 fuhren sie ihren ersten Einsatz, mussten aber wegen Motorenschadens wieder einlaufen.  Am 03.06.1942 erreichten die Boote "S 72" und "S 102" Konstanza, während "S 26" und "S 28" vor Kap Chersones operierten, ohne Gegner zu sichten. 

Am 06.06.1942 operierte die erste Rotte vor Sevastopol ohne Schiffsverkehr zu sichten. Die zweite Rotte nahm an Suche und Rettung der Besatzung eines Seeaufklärers teil.

Am 10.06.1942 fuhr die 1. SFltl einen Einsatz im nördlichen Schwarzen Meer, wiederum ohne lohnende Ziel zu finden. Auf dem Rückweg geriet "S 26" in Brand und musste zur Reparatur nach Linz zurückkehren. 

Brennendes "S 26" im Schwarzen Meer - Bild aus Hinterlassenschaft Kpt.z.S. Künzel

Am 12.06.1942 verlegte der Rest der Flottille nach Ak Mečet an der Westküste der Krim. Von hier aus wurden Vorstöße auf den sowjetischen Schiffsverkehr gefahren. Dabei gelang es "S 102", den Dampfer "Belostok" (2.048 BRT) aus einem Konvoi heraus zu versenken. In allen Einsätzen bis Ende des Monats gelang es den Gegnern die Torpedos auszumanövrieren, da durch helles Meeresleuchten Abschusspunkt und Blasenbahn der Torpedos klar auszumachen waren.

Am 25.06.1942 wurden der 1. SFltl  zwei erbeutete sowjetischen S-Boote ("TKA-47" aus der Ostsee und "TKA-111", bei Eupatorija gestrandet und geborgen) zugewiesen. Die Boote hatten 17,8 t Verdrängung (Länge 19,1 m, Breite 3,3 m, Tiefgang 1,2 m) waren mit 2 x 53,3 cm Torpedoablaufbahnen und 1 x 12,7mm-MG bewaffnet und wurden von 2 GAM 34 BSF Otto-Motoren je 800 - 850 PS angetrieben. Sie waren zwar über 50 kn schnell wiesen aber starke Korrosionsprobleme auf.

 

"TKA-45" bei hoher Fahrt - Foto: Unbekannt

In einem Gefecht mit drei sowjetischen Kanonenbooten vom Typ MO 24, mit 4,5 cm Geschützen und MGs bewaffnet, in der Nacht 02./03.07.1942 konnten "SKA 0112" und "SKA 0124" versenkt werden, "S 40" nahm aber einen schweren Treffer am Bb-Torpedorohr hin. Die Explosion des Luft-Zylinders rief schwere Schäden hervor, so dass das Boot in die Werft musste und für lange Zeit ausfiel. Der Kommandant (Oblt.z.S. Schneider-Pungs seit 01.07.1942) und neun Mann wurden verletzt. Auf "S 28" gab es einen Gefallenen. Die deutschen S-Boote fischten 37 Überlebende der beiden Boote aus dem Wasser, darunter den Generalmajor Petr Georgevič Nowikov, vormals Kommandeur der 109. Schützendivision und stellvertretender Befehlshaber in Sevastopol, und brachten sie nach Jalta.

 

Die Überlebenen von SKA 0124, vorn rechts GenMaj Nowikov - Bild: Archiv A. Artemichenko

Am 03.07.1942 fiel die Festung Sevastopol. Die Flottille verlegte mit vier Booten nach Iwan Baba, dem neuen Stützpunkt an der Südostseite der Krim in der Nähe von Feodosija. Die Aufgaben waren Sicherung des eigenen Verkehrs von und zur Krim sowie Vorstöße gegen die kaukasische Küste.

Am 28.07.1942 verlegte "S 40" mit eigener Kraft nach Galato und von dort im Schlepp nach Linz zur Instandsetzung.

Iwan Baba ist der kleine Felsen vor dem Kap Kiik Atlama (rechts im Bild). Nach ihm wurde der S-Boot-Hafen benannt - Foto: Google Earth

Zur Verteidigung des Stützpunktes Iwan Baba wurde u.a. eine Kanone des sowjetischen Kreuzers "Chervona Ukraina" benutzt - Foto: Archiv Autari Chen

Am 31.08.1942 löste Kptlt. Stuhr-Christiansen den Chef der 1. SFltl ab. 

Im August und Anfang September fuhr die Flottille Vorposten-/Aufklärungsfahrten in die Kerč-Straße vor Soči und Tuaspe, Minenunternehmungen und Angriffe auf sowjetischen Schiffsverkehr, dabei konnte die Flottille 27 Versenkungserfolge (Frachter, Tanker und Leichter) melden.

Boot Datum Fahrzeug Tonnage
S 27 01./02.09 Schlepper "Proletarji" ?
02./03.09 Tanker 4000 BRT
02./03.09 Dampfer 1500 BRT
04.09 Küstenfrachter 1500 BRT
04.09 Leichter 1200 BRT
S 28 30./31.08 Frachter "Zhan-Tomp" 1988 BRT
01./02.09 Kanonenboot "Oktjabr" 270 t
01./02.09 Leichter 1200 BRT
01./02.09 Dampfer 1200 BRT
01./02.09 Leichter 1000 BRT
04.09 Dampfer 1000 BRT
04.09 Dampfer 1000 BRT
S 72 01./02.09 Leichter No. 41 ?
01./02.09. Leichter 1000 BRT
01./02.09 Dampfer 1000 BRT
01./02.09 Leichter 1200 BRT
01./02.09 Leichter 1000 BRT
04./05.09 Dampfer 2000 BRT
04./05.09 Leichter 500 BRT
S 102 01./02.09. Kanonenboot "Rostov-Don" 270 t
02.09. Frachter 2000 BRT
02.09. Leichter 1200 BRT
02.09. Leichter 1000 BRT
02./03.09 Frachter 2000 BRT
02./03.09 Tanker 4000 BRT
05.09. Leichter 1500 BRT
05.09. Leichter 1000 BRT

Am 03.09.1942 trafen "S 49" (Kptlt. Karl Schneider-Pungs) und das in Linz reparierte "S 26" (Kptlt. Kurt Fimmen)  in Konstanza ein. 

Am 05.09.1942 wurde "S 27" durch einen auf einen Dampfer geschossenen Torpedo von "S 72", der zum Kreisläufer wurde, getroffen und sank. Es gab 12 Tote, drei Schwer- und drei Leichtverletzte. Der schwerverletzte Flottillenarzt MarStArzt Dr. Rolf Haenisch erlag am 09.09.1942 im Lazarett von Simferol seinen Verletzungen.

Vom 06.09. bis 07.09.1942 verlegten "S 28", "S 72", "S 102" von Iwan Baba nach Konstanza zur großen Motorenüberholung, die bis 27.09.1942 dauerte.

Am 08.09.1942 trafen "S 49" und "S 26" in Iwan Baba ein.

Die italienischen Schnellboote im Hafen von Yalta waren am 09.09.1942 das Ziel eines Bombenangriffes der sowjetischen Luftwaffe, dabei wurden "MAS 571" und "MAS 573" durch Volltreffer zerstört, "MAS 567", "MAS 569" und "MAS 572" wurden schwer beschädigt. Damit war der sowjetische Schiffsverkehr nahezu ungefährdet, denn im Operationsgebiet standen nur noch zwei Boote "S 26" und "S 49" zur Verfügung.

Am 10.09. 1942 besichtigte der OBdM, Großadmiral Raeder, die 1. SFltl in Iwan Baba.

Besichtigung durch den OBdM, Großadmiral Raeder - Foto: Archiv F.K. Künzel

In der Nacht 14./15.09.1942 stießen sie in das Gebiet von Kap Idokopas, ohne Ziele zu finden. Das wiederholte sich in der Nacht 18./19.09.1942 vor Tuaspe

Luftangriffe der sowjetischen Luftwaffe auf Iwan Baba blieben wegen der gut funktionierenden Fliegerabwehr ohne Erfolg, so am 24. und am 25.09.1942 . 

"S 26" und "S 49" hatten in der Nacht zum 25.09. vor Kap Idokopas zwei Dampfer von 1500 und 2000 BRT versenkt. In der Nacht zum 27.09. versenkte "S 26" einen vor Kap Idokopas liegenden Frachter von geschätzt 1000 BRT. 

Einen Angriff einer sowjetischen SFltl auf Iwan Baba am 28.09.1942 konnte starkes Abwehrfeuer zurückweisen. 

Am 30.09.1942 mussten beide Boote nach Konstanza in die Motorenüberholung. "S 26", "S 28", "S 49" und "S 102" verlegten von Konsatanza nach Iwan Baba und trugen von dort Vorstöße gegen den sowjetischen Schiffsverkehr vor, bis Ende Oktober allerdings ohne nennenswerte Erfolge.

Am 01.10.1942 hatte der Chef 1. SFltl die folgenden Boote zur Verfügung:

Boot Kommandant
S 26 Kptlt. Kurt Fimmen
S 28 Oblt.z.S. Friedrich- Karl Künzel
S 49 Oblt.z.S. Hans-Joachim Stöve
S 102 Lt.z.S. Günther Lutherer

 Anfang Oktober 1942 führten die Boote gestützt auf Konstanza Torpedo-und Luftzielübungsschießen durch.

In der Nacht vom 12./13.10.1942 verlegte die Flottille zurück nach Iwan Baba.

Am 14.10.1942 führten die Boote einen Aufklärungsvorstoß an die Kaukasusküste durch, ohne Feinde zu sichten. Auf dem Rückmarsch nach Iwan Baba wurden die Boote von drei sowjetischen Bombern ohne Erfolg angegriffen.

Bomben schlagen neben dem Verband ein - Foto: Archiv F.K. Künzel

Am  22.10. kam "S 72" (Oblt.z.S. Walter Schneider) von Konstanza zurück zur Flottille. Am Abend lief die Flottille aus, um eine Kampfgruppe vor Tuaspe anzugreifen. Sie sichteten einen Kreuzer und die Zerstörer "Krasnyj Kavkas", "Charkov" und "Bespoščadnyj", die ihre Angriffe abwiesen. Als die feindlichen Schiffe kurz vor der Hafeneinfahrt standen, schossen die S-Boote je zwei Torpedos, fünf detonierten in der Hafeneinfahrt, drei liefen auf den Strand.

Als die Boote auf dem Rückweg waren, griffen zwei sowjetische S-Boote den Hafen von Iwan Baba an. Im Abwehrfeuer sank das eine, das andere stieß im Ablaufen auf die 1. SFltl. Im Feuergefecht wurde der Kommandant "S 49" durch Kopfschuss schwer verwundet worauf die Flottille das Gefecht abbrach, so dass das feindliche S-Boot entkam.

Schlechtes Wetter hielt die Boote am 25.10.1942 im Hafen fest. Am 27.10.1942 führte die Flottille eine Aufklärungsfahrt vor Tuaspe durch, "S 72" und "S 102" schlugen sich erfolglos mit dem Wachboot "SKA 0105" herum. Am 31.10. wurden außer zwei Kanonenbooten vor Tuaspe keine Ziele gefunden. 

Wegen einer Schlechtwetterperiode konnte der nächste Einsatz erst am 05.11.1942 durchgeführt werden, alle Torpedoschüsse auf einen gesicherten Dampfer gingen fehl. "S 72" meldete Versenkung eines unter Land liegenden Leichters.

Am 13.11. 942 erreichte "S 51" (Kptlt. Hermann Büchting), dessen Transport auf der Donau wegen Niedrigwassers  verzögert wurde, Konstanza, wo es fertig ausgerüstet wurde. Es verlegte am 30.11. und 01.12.1942 zusammen mit "S 28" nach Iwan Baba.

In der Nacht 01./02.12.1942 fuhr die Flotille mit "S 26", "S 28", "S 49", "S 51" und "S 72" einen Aufklärungsvorstoß an die Kaukasusküste.

Vom 04.12. bis 07.12.1943 blieben die Boote wegen des Wetters im Hafen. Als die Flottille am 08.12.1943 versuchte einen Aufklärungsvorstoß mit "S 28", "S 51", "S 72" und "S 102" zu fahren, musste sie diesen nach zwei Stunden wegen der Wetterlage abbrechen.

Am 11.12.1942 wurden "S 40" und "S 52"  im Schlepp von Linz bis Semlin (27.12.) gebracht. Die Weiterverlegung bis Braila sollte bis 10.01.1943 erfolgen. 

Bei einem weiteren Aufklärungsvorstoß an die Kaukasusküste mit  "S 28", "S 51", "S 72" und "S 102" in der Nacht 12./13.12.1942 gab es keine Sichtungen. In der folgenden Nacht hatte die Flottille nicht mehr Glück. Erst in der Nacht 17./18.12.1943 wurde ein Angriff auf ein Geleit bei Sotschi gefahren. Es gab reihenweise Torpedoversager und Fehlschüsse. Nur "S 28" konnten einen Leichter versenken.

Ein Vorstoß mit "S 28", "S 51" und "S 72" an die Kaukasusküste in der Nacht 19./20.12.1942 wurde abgebrochen weil auf "S 72" ein Drucklagerbrand dazu führte, dass das Boot maximal 10 kn fahren konnte.

Die Auffklärungsvorstöße in den Nächten 21./22.12. und 22./23.12. mit "S 28", "S 51" und "S 102" wurden wegen der Wetterlage z.T. mit Nebel abgebrochen.

Danach verhinderte wiederum schlechtes Wetter jeden S-Bootseinsatz bis zum Ende des Jahres. Erste Vereisung des nördlichen Schwarzen Meeres schränkte die Einsätze zusätzlich ein. Von ihrer Sollstärke von 10 Booten war die Flottille weit entfernt.

 

1943

Am 10.01.1943 hatte der Chef 1. SFltl die folgenden Boote zur Verfügung:

Boot Kommandant
S 26 Kptlt. Kurt Fimmen
S 28 Oblt.z.S. Friedrich-Karl Künzel
S 49 Oblt.z.S. Karl-Heinz Stolzenburg
S 51 Kptlt. Hermann Büchting
S 72 Oblt.z.S. Walter Schneider
S 102 Lt.z.S. Günther Lutherer

Die erste Aufgabe des Jahres war das Fahren von Vorposteneinsätzen, da das Heer eine Landung im Raum Feodosija befürchtete. Bis zum 27.01.1943 wurden diese Einsätze von schlechtem Wetter geprägt. Die Vereisung der Kerč-Straße brachte zusätzlich eine Einschränkung der Operationsfreiheit. Zu diesem Zeitpunkt waren bei der 1. SFltl vier Boote - "S 26", "S 49", "S 51" und "S 102" einsatzbereit (KB). "S 289" und "S 72" hatten zur Motorenüberholung nach Konstanza verlegt. Die über die Donau im Anmarsch befindlichen Boote "S 40" und "S 52" hatten ebenfalls Eisprobleme und lagen vom 10.01.1943 in Braila fest.

Am 04.02.1943 erfolgte die erwartete Landung der Sowjets bei Novorossijsk. Wegen des heftigen Abwehrfeuers konnte nur ein Teil der Landungstruppen an Land gehen und wurde bis zum 06.02.1943 aufgerieben. Eine Nebenlandung bei Kap Myšako gelang und bis zum 09.02.1943 konnten 17.000 Mann dort anlanden.

Die vier S-Boote der 1. SFltl waren die einzigen Einheiten, welche die Kriegsmarine im Schwarzen Meer aufbieten konnte. Die meisten Einsätze verliefen ergebnislos, weil keine Ziele in Sicht kamen oder die Torpedoschüsse fehlgingen. Am 08.02.1943 stießen "S 28" und "S 72" von der Motorenüberholung in Konstanza kommend zur Flottille. Am 11.02.1943 wurde "S 49" in Konstanza außer Dienst gestellt und an die Weft zur Reparatur und zum Einbau der 40 mm Bofors übergeben. Die Besatzung übernahm "S 47" unter dem Kommando von Oblzt.z.S. Schlenzka. 

Am 14.02.1943 wurde eine Minenlegeunternehmung mit "S 26", "S 28", S 51" und "S 102" vor Myšako wegen schlechten Wetters abgebrochen.

In der Nacht 17./18.02.1943 erfolgte ein Vorstoß von "S 28, "S 51" und "S 102" zum Kap Idokopas, es kam zu einem Gefecht mit sowjetischen Kanonenbooten. "S 28" meldete Versenkung eines Leichters, die nicht bestätigt werden konnte.

Am 20.02.1943 liefen "S 26" und "S 47" in Iwan Baba ein. 

In der Nacht 23./24.02.1943 fuhr die 1. SFltl mit "S 26", "S 28", "S 47" und "S 51" einen erfolglosen Torpedo-Angriff auf ein sowjetisches U-Boot, das einen Torpedo in den Hafen geschossen hatte. 

In der Nacht 24./25.03.1943 fuhr die Flottille mit "S 26", "S 47" und "S 51" einen Angriff auf einen gestrandeten sowjetischen Dampfer. "S 51" musste wegen schlechten Kraftstoffs umkehren.

In der Nacht 26./27.02.1943 schlug eine Minenunternehmung mit "S 26", "S 28" und "S 51" wegen schlechten Wetters fehl. 

In der Nacht 27./28.02.1943 fuhr die 1.SFltl einen Angriff auf den sowjetischen Nachschubverkehr an der Kaukasusküste. Dabei wurde von "S 26" ein Torpedoboot von 700 ts versenkt. "S 28", "S 47" und "S 51" versenkten das Kanonenboot "Krasnaja Gruizija" (1.100 t) und das Minensuchboot "Cruz" (Fugas-Klasse, 441 t) wurde von "S 28" und "S 51" versenkt. "S 51" meldete auch die Versenkung von zwei Dampfern von je 1200 BRT.

In der Nacht 28.02. auf den 01.03.1943 fuhr die 1. SFltl einen Angriff auf den sowjetischen Brückenkopf bei Kap Myšako.

Am 01.03.1943 bestand die 1. SFltl aus den Booten: "S 26" (Kptlt. Kurt Fimmen), "S 28" (Oblt.z.S. Künzel), "S 47" (Oblt.z.S. Schlenzka), "S 51" (Kptlt. Büchting), "S 72" (Oblt.z.S. Schneider, W.), "S 102" (Lt.z.S. Lutherer). Durch Tauwetter kamen "S 40" und "S 52" bei Braila aus dem Donau-Eis frei. "S 42", "S 45" und "S 46" waren auf dem Weg ins Schwarze Meer in Linz zum Wiederzusammenbau. 

Am 08.03.1943 übernahm Lt.z.S. Carl Silies das Kommando über "S 26". Am gleichen Tag verlegte "S 47" nach Konstanza zur großen Motorenüberholung und zum Einbau eines 40mm Geschützes.

In der Nacht 08./09.03.1943 fuhren "S 26", "S 28", "S 47" und "S 72" einen erfolglosen Vorstoß zur Kaukasusküste. 

In der Nacht 12./13.03.1943 fuhren "S 26", "S 28", "S 47" und "S 72" einen Angriff auf den Nachschubverkehr vor der Kaukasusküste. "S 47" versenkte zusammen mit "S 26" den Tanker "Moskva" (6086 BRT) vor Tuaspe.

In den Nächten 13./14.03. und 17./18.03.1943 erfolgten ergebnislose Vorstöße der 1. SFltl mit "S 26", "S 28", "S 47" und "S 72" vor die Kaukasusküste. Danach waren bis 27.03.1943 wegen schlechten Wetters keine S-Booteinsätze möglich.

In den Nächten 28./29.03., 30./31.03. und 04./05.04.1943 fuhr die Flottille mit vier bis fünf Booten ergebnislose Vorstöße zur Kaukasusküste. Am 31.03. verlegte "S 26" nach Konstanza zur großen Motorenüberholung. Vom 06.04. bis 13.04.1943 war das Wetter so schlecht, dass die Boote im Hafen bleiben mussten.

In der Nacht 14./15.04.1943 bei einem Vorstoß der 1. SFltl auf den Nachschubverkehr an der Kaukasusküste mit "S 28", "S 47", "S 72" und "S 102" versenkten "S 28" und"S 47" den sowjetischen Dampfer "Sacco i Vanzetti" (818 BRT).

Am 15.04.1943 lief "S 51" von der Instandsetzung in Konstanza kommend in Iwan Baba ein.

Ein weiterer ergebnisloser Vorstoß gegen den Nachschubverkehr an der Kaukasusküste mit "S 28", "S 47", "S 72 " und "S 102" erfolgte in der Nacht 15./16.04.1943.

In der Nacht 17./18.04.1943 fuhr die 1. SFltl mit "S 28", "S 47", "S 51", "S 72" und "S 102" einen Angriff auf den sowjetischen Nachschubverkehr bei Kap Myšako mit dem Decknamen "Schützenfest". Auf "S 28" wurde wegen der zu erwartenden Gefechte eigens eine 20mm Oerlikon auf Abt. I eingerüstet. Die Boote erzielten Torpedotreffer auf den Landungsbrücken, bestritten Gefechte mit sowjetischen Kanonenbooten und liefen abschließend in Anapa ein.

Boote der 1. SFlt im Schwarzen Meer - Foto: Archiv E. Skjold

Am 18.04.1943 verlegten die Boote nach Iwan Baba zurück, von wo aus sie mit den gleichen Booten in der Nacht 19./20.04.1943 die Operation "Schützenfest" ohne Erfolge fortführten. Desgleichen in der Nacht 20./21.04.1943. "S 47" musste wegen Motorschaden vorzeitig umkehren.

Vom 21. bis 22.04.1943 verlegten "S 28" und "S 51" nach Konstanza zur Motorenüberholung, von wo beide am 22.05.1943 zurück nach Iwan Baba kamen.

S-Boote in Konstanza - Foto: Archiv E. Skjold

Am 21.04.1943 fuhren "S 51", "S 72" und "S 102" einen erfolglosen U-Jagdeinsatz gegen ein U-Boot, das auf den Stützpunkt geschossen hatte.

Am 22.04.1943 wurde Oblt.z.S. Büchting das Ritterkreuz verliehen.

Mit Ausnahme einiger weniger Nächte fuhren die Boote bis zum 30.04.1943 jede Nacht Vorstöße oder Aufklärung gegen die Kaukasusküste. In den Nächten 23./24.04. und 24./25.04.1943 schossen die Boote Torpedos gegen die Landepiers bei Kap Myšako und lieferten sich Gefechte mit sowjetischen Kanonenbooten.

Am 24.04.1943 kehrten "S 26" und "S 28" von der Motorenüberholung in Konstanza zurück nach Iwan Baba. 

Am 01.05.1943 verlegte "S 47" nach Konstanza zur Motorenüberholung während die 1. SFltl mit "S 49", "S 51" und "S 102" nach Kertsch (Kerč) verlegte, um von dort in der Nacht vom 01./02.05.1943 zusammen mit "R 35" und "R 163" vor der Temrjuk-Bucht im Asowschen Meer Aufklärung zu fahren.

Ab der Nacht 03./04.05.1943 bis Ende des 1. Halbjahres wurden wieder Aufklärungsfahrten und Vorstöße an die Kaukasusküste - meist ohne besondere Ereignisse - gefahren. 

Am 13.05.1943 erreichten "S 42 (Kptlt. Siems), "S 45" (Oblt.z.S. Günther Lutherer) und "S 46" (Lt.z.S. Günther Weisheit) als weitere Verstärkungen für die 1. SFltl Konstanza.

Am Morgen des 20.05.1943 nach einem Vorstoß der 1. SFltl mit "S 26", "S 49", "S 52" und "S 72" gegen den sowjetischen Nachschubverkehr an der Kaukasusküste, wobei "S 72" einen Leichter (600 BRT) versenkte, wurden die heimkehrenden Boote laufend von sowjetischen Flugzeugen angegriffen, dabei erhielt "S 49" zahlreiche Geschoßtreffer unter und über Wasser, zwei Motoren fielen aus, bei  "S 72" wurden Rumpf, Hilfsmaschinen und Kraftstofftanks beschädigt. Beide Boote mussten aKB gemeldet werden. 

Sowjetische Schlachtflugzeuge greifen mit Bordewaffen an - Foto: Archiv Förderverein

 

In der Nacht 25./26.06.1943 fuhren "S 40", "S 42", "S 45" und "S 46" Aufklärung vor der Temrjuk-Bucht im Asowschen Meer und liefen morgens in Kerč ein. In der folgenden Nacht ebenso. 

In der Nacht 30.06./01.07.1943 fuhren "S 40", "S 46", "S 51" und "S 102" Aufklärung im Asowschen Meer.

Die in  Feodosija stationierte IV. MAS Flottille der Regia Marina (italienischen Marine) ging am 20.05.1943 als 11. S-Fltl mit sieben Booten des Typs MAS 500 in deutschen Besitz über. Flottillenchef wurde Kptlt. Hans-Jürgen Meyer. Die Flottille wurde in zwei Gruppen eingeteilt wie folgt:

1. Gruppe

Boot ex Kommandant
S 503 MAS 568 Oblt.z.S. Bernhard Wülfing
S 502 MAS 567 StbObStrm. Maniel
S 505 MAS 570 ObStrm. Svoboda
S 506 MAS 574 ObStrm. Gurke

2. Gruppe

Boot ex Kommandant
S 504 MAS 569 Oblt.z.S. Fritz-Hans Schay
S 501 MAS 566 StbObStrm. Wernicke
S 507 MAS 575 StObStrm. Köplin

 

MAS 526 - Foto: Regia Marina

Sie bedeuteten für die Schnellbootkriegführung im Schwarzen Meer eine nur unbedeutende Verstärkung, da die Hauptmotoren sehr störanfällig waren und die Boote ein schlechtes Seegangsverhalten hatten. Bei der Übernahme der Boote war "S 506" durch einen Bombentreffer beschädigt.

Am 21.05. und 22.05.1943 führten die fahrbereiten Boote Einzelausbildung durch. Am 24.05.1943 fuhren alle Boote außer "S 506" Rotten- und Gruppenausbildung, beim Einlaufen lief "S 507" auf ein Wrack und wurde stark beschädigt. Es musste am 25.05.1943 in Feodosija geslippt werden.

Am 25.05. und 26.05.1943 hielt das Wetter die übrigen Boote der 11. SFltl im Hafen fest.

Am 27.05.1943 fuhren "S 501" und "S 505" Rottenausbildung und am 28.05.1943 durchliefen sie eine Gruppenausbildung, "S 502" war unklar wegen eines Drahtes im Propeller, "S 501" hatte Drehzahlabfall der Motoren. Am 29.05.1943 fuhren "S 503", "S 504" und "S 505" Gruppenausbildung.

Am 30.05.1943 liefen "S 40", "S 42", "S 45" und "S 46" der 1. SFltl in Iwan Baba ein. Die 1. SFltl verfügte damit ab 01.06.1943 auf dem Papier über 12 Boote:

Boot Kommandant
S 26 Kptlt. Kurt Fimmen
S 28 Oblt.z.S. Friedrich-Karl Künzel
S 40 Kptlt. Ernst-August Seevers
S 42 Kptlt. Klaus-Dietrich Siems
S 45 Oblt.z.S. Helmuth Moritzen
S 46 Lt.z.S. Günter Weisheit
S 47 Lt.z.S. Gerhard Behrens
S 49 Oblt.z.S. Otto-Erich Schlenzka
S 51 Kptlt. Hermann Büchting
S 52 Oblt.z.S. Werner Kaldewey
S 72 Oblt.z.S. Walter Schneider
S 102 Lt.z.S. Günther Lutherer

In der Nächten 05./06.06. und 08./09.06.1943 hatten "S 501", "S 503" und "S 505" von der 11. SFltl jeweils einen U-Jagd-Einsatz südöstlich der Krim ebenso wie "S 501" und "S 505" am 10.06.1943.

Am 07.06.1943 erfolgte ein Bombenangriff auf den Hafen von Feodosija, wobei "S 507" durch Splitter beschädigt wurde.

Am 11.06.1943 führten "S 501", "S 504" und "S 505" eine Besichtigungssfahrt für den Admiral Schwarzes Meer (ASM) durch.

Bei einer Vorpostenfahrt von "S 501", "S 504" und "S 505" in der Nacht 12./13.06.1943 wurden die Boote vom sowjetischen Schnellbooten gejagt, konnten aber ohne Schäden entkommen.

In der folgenden Nacht fuhr die 11. SFltl mit "S 501" , "S 504" und "S 505" wieder einen Vorpostenstreifen, wobei "S 505" wegen Motorschäden vorzeitig aufgeben musste.

Am 18.06.1943 verlegten "S 502", "S 504" und "S 505" wegen eines Personaltransportes zur F.d.S. Besichtigung nach Iwan Baba und zurück. "S 505 " musste wegen Motorenschadens vorzeitig umkehren.

 Wie sehr die Boote anfällig für Motorschäden waren zeigt sich auch darin, dass "S 502" bis 05.07., "S 504" bis 24.07., "S 505" und "S 506" bis Ende Juni und "S 507" bis 25.07.1943 aKB waren.

Die wenigen verfügbaren Boote führten für den Rest des Monat Juni Vorpostenfahrten und ergebnislose U-Jagd-Einsätze durch.

Auch das 2. Halbjahr 1943 begann für die 1. SFltl mit Aufklärungsfahrten und Vorstößen gegen die Kaukasusküste. 

Die 1. SFltl mit "S 26", "S 28", "S 47" und "S 52" legte am 01.06.1943 Minen in der Straße von Kertsch. 

Fast in jeder Nacht bis Ende des Monat Juni führte die 1. SFltl mit vier bis sieben Booten ereignislose Vorstöße bzw. Aufklärungsfahrten an die Kaukasusküste durch.

Die 11. SFltl führte im Juli 1943 in erster Linie Aufklärungsfahrten zur Kaukasusküste durch oder kämpfte gegen die eigenen anfälligen Motoren.

In der Nacht  01./02.07.1943 führten "S 40", "S 46", "S 51" und "S 102" Aufklärung im Asowschen Meer durch, während "S 28", "S 42" und "S 47" gegen den sowjetischen Nachschubverkehr an der Kaukasusküste vorstießen.

In der Nacht 03./04.07.1943 musste ein Vorstoß gegen den sowjetischen Nachschubverkehr mit den Booten "S 28", "S 46", "S 47" und "S 102" wegen schlechten Wetters abgebrochen werden. 

In der Nacht 05./06.07.1943 bei einem weiteren Vorstoß mit "S 28", "S 40", "S 47" und S 51" wurden durch "S 28" drei Leichter versenkt.

 In der Nacht 07./08.07.1943 kam ein Angriff der 1. SFltl mit den Booten "S 28", "S 40", "S 42", "S 46", "S 47", "S 72" und "S 102" in drei Gruppen auf ein gemeldetes Geleit zu spät. "S 40" kollidierte mit "R 33" und wurde stark beschädigt. Da beide Havaristen nur noch sieben Knoten fahren konnten, fuhren "S 102" und "S 28" voraus und "S 42" und "S 45" sicherten die Havaristen. "S 102" (Lt.z.S. Lutherer) lief in der Kerč-Straße auf eine Mine und musste trotz Abschleppversuchs durch "S 28" nach einer Stunde aufgegeben werden. Es waren acht Besatzungsangehörige gefallen. 

"S 40" verlegte am 26.07.1943 zusammen mit "S 42" und "S 47" von Iwan Baba nach Konstanz und wurde von dort nach Linz geschleppt, wo es am 15.09.1943 in die Werft kam.

Die verbliebenden Boote führten Aufklärungsfahrten und Vorstöße gegen die Kaukasusküste durch.

Für die Zeit  16.07. bis 15.08.1943 besteht eine Datenlücke. Es liegt kein KTB vor.

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Ansichten des von Tauchern in der Kerč-Straße gefundenen S 102 - Fotos: A. Makarow

Seemannsgräber in Iwan Baba - Foto: Archiv P. v. Glasenapp

Am 26.07.1943 meldeten "S 51" und "S 26" die Versenkung eines Küstenfrachters und eines Leichters vor Kap Myšako, in Wirklichkeit versenkten sie die schwimmende Batterie "No. 627".

  

Anlegen "S 47" in einem Schwarzmeerhafen noch mit altem Brückenhaus - Foto: Archiv Jürgens

In den Einsätzen des Juli 1943 vor Tuaspe und Novorossijsk versenkten die Boote der 1. SFltl drei Küstenfrachter, ein Kanonen- und ein Schnellboot.

In der Nacht 02./03.08.1943 beschossen der sowjetische Kreuzer "Krasny Krim" und drei Zerstörer Iwan Baba. In diesen Verband stießen die S-Boote "MAS 573" (Teniente Ramboni) und "MAS 568" von der 19. MAS-Flottille. "MAS 573" traf den Kreuzer am Heck, "MAS 568" den Zerstörer "Gniewny", der explodierte und sank. Der Kreuzer erreichte mit Mühe den Hafen von Tuaspe, kam aber nie wieder in Fahrt.  

Am 10.09.1943 landete die Rote Armee in der Stadt Novorossijsk. Sechs Tage später musste die Stadt geräumt werden. Am 11.09.1943 griffen sowjetische Schlachtflieger die heimkehrenden Boote der 1. SFltl an. Sie stießen unbeeindruckt vom Abwehrfeuer auf 10 m herab und feuerten aus Bordwaffen. Auf "S 46" (Oblt.z.S. Weisheit) fielen alle Maschinen aus, der Torpedo im Bb-Rohr detonierte und riss das Vorschiff bis zur Brücke ab. Trotz der fortgesetzten  Angriffe ging "S 49" längsseits und übernahm die z.T. schwer verwundeten Besatzungsmitglieder und zwei Gefallene. Das Boot wurde mit einem Torpedo selbst versenkt.

 

Sowjetische Schlachtflugzeuge beschießen die Boote - Foto: Archiv Förderverein

Schlechtes Wetter bzw. helles Mondlicht verhinderte bzw. behinderte in den nächsten Nächten die Einsätze der S-Boote. Die 1. und der 11. SFltl führten wieder Vorpostendienst durch, da das Heer eine Landung in seinem Rücken fürchtete. Die Boote fuhren südlich von Anapa Suchstreifen bis die Stadt am 21.09.1943 im Rahmen der Absetzbewegungen aufgegeben wurde. 

In der Nacht 27./28.09.1943 beschossen vier Boote der 1. SFltl Schiffe und Boote an der Mole von Anapa. Getroffen wurden zwei Minenräumboote,  eine Motorbarke und ein Wachboot. Die Mole wurde beschädigt. 

In der Nacht 28./29.09.1943 fuhren die gleichen Boote einen Vorstoß nach Anapa. Es wurden keine feindlichen Fahrzeuge gesichtet.

Die 11. SFltl wurde wegen ständiger Motorenprobleme und Ersatzteilmangels am 30.09.1943 aufgelöst. Das freiwerdende Personal wurde für die in der Ägäis aus erbeuteten italienischen S-Booten aufzustellende 24. SFltl abgezogen. "S 501", "S 506" und "S 507" wurden der 1. SFltl unterstellt aber bereits am 05.10.1943 in Feodosija außer Dienst gestellt.  Die aKB-Boote verlegten nach Nikolaev, dort wurde "S 505" außer Dienst gestellt. Die anderen drei Boote gingen zur Instandsetzung nach Linz, der weitere Verbleib ist unklar. 

"S 47" im Schwarzen Meer nach Umrüstung auf Kalotte - Foto: Aus dem Nachlass Kpt.z.S. Künzel

 In der Nacht 30.09./01.10.1943 hatten "S 28", "S 42", "S 45" und "S 49" wieder einen Vorposteneinsatz vor der Kaukasusküste ohne Feindsichtungen.

Am 01.10.1943 übernahm Oblt.z.S. Günter Weisheit das Kommando über "S 46".

In der Nacht 02./03.10.1943 fuhren"S 28" und "S 49" als Vorposten südlich der Straße von Kerč.

In der Nacht 05./06.10.1943 erfolgte ein Vorstoß von sowjetischen Zerstörern gegen die Südküste der Krim und gegen die deutschen Räumungstransporte. "S 28", "S 42" und "S 45" als Flankensicherung eines Geleites griffen den Verband an und verhinderten trotz eines Treffers auf "S 45" einen Angriff auf den deutschen Schiffsverkehr. Die Luftwaffe kam mit vier Angriffswellen zur Hilfe und vernichtete alle drei sowjetischen Zerstörer.

In der Nacht 06./07.10.1943 stieß die Flottille mit "S 28", "S 42", "S 51" und"S 52" gegen eine vermutete Schiffsansammlung bei der Untergangsstelle der Zerstörer. Dabei kam es zu einem Gefecht mit drei Kanonenbooten, die mit ihren 4,5 cm-Geschützen überlegen waren. Die deutschen S-Boote zogen sich daher zurück.

In der Nacht 09./10.10.1943 fuhren "S 28", "S 42", "S 45", "S 51" und "S 52" wiederum Flankensicherung für ein Geleit mit Marinefährprämen und Siebelfähren von Kerč nach Sewastopol und liefen anschließend in Balaklava ein. 

Bis zum Ende der am 12.09.1943 begonnenen Räumung des Kuban-Brückenkopfes  am 09.10.1943 gelang es mit allen verfügbaren Fahrzeugen 239.669 Soldaten, 16.311 Verwundete, 27.456 Zivilpersonen und 115.477 t Versorgungsgüter, 21.2320 Kfz, 27.741 bespannte Fahrzeuge, 74 Panzer, 1.815 Geschütze, 74.657 Pferde und 6.255 Rinder zu evakuieren. Die 1. SFltl, die 3. R-Fltl und Artillerieträger übernahmen die Sicherung.

Am 27.10.1943 verlegte die 1. SFltl mit "S 28", "S 42", "S 47", "S 51" und "S 52" von Iwan Baba nach Feodosija zur Minenübernahme für eine geplante Minenunternehmung "Tannenberg", die aber abgesagt wurde, so dass die Boote am 29.10.1943 die Minen in Feodosija wieder abgaben.

Am 28.10.1943 erhielt die 1. SFltl den Befehl, Iwan Baba zu räumen. Als alle Anlagen zerstört waren und alle Waffen und sonstiges Gerät verladen war und die Boote im Begriff waren auszulaufen, wurde der Befehl widerrufen.

In der ersten Novemberhälfte kam es zu mehreren Gefechten mit sowjetischen Einheiten. In der Nacht 03./04.11.1943 explodierte "TK-101" durch einen Volltreffer, "TK-81" konnte entkommen. In der Nacht 07./08.11.1943 versenkte die 1. SFltl aus einem Verband aus drei Wachbooten, vier Minenräumbooten und vier anderen Fahrzeugen heraus das Wachboot "0122" mit dem Verbandsführer an Bord. Am 11.11.1943 versenkte die 1. SFltl ein Motorkanonenboot durch Torpedotreffer.

Mitte November waren in Iwan Baba einsatzbereit: "S 26", "S 28", "S 42", "S 45", "S 47", "S 49", "S 51" und "S 72". "S 40" lag nach der Kollision mit "R 33" noch immer in der Werft, die angekündigten sechs Boote als Verstärkung aus der Heimat ließen auf sich warten, "S 131", "S 149" und "S 148" liefen erst im Oktober bzw. November vom Stapel. Sie wurden erst am Ende März/Anfang April 1944 einsatzbereit .

Am 30.11.1943 verlegten "S 28", "S 45" und "S 49" nach Konstanza zur Werftliegezeit. "S 28" erhielt eine Panzerkalotte und ein 40mm-Geschütz und lief erst am 03.03.1944 unter dem neuen Kommandanten (StObStrm Peter Neumeier, ab 01.03.44 Lt.z.S. (KRO) wieder in Iwan Baba ein.

"S 40" war zwar schon am 20.11.1943 in Linz zu Wasser gelassen worden, hatte aber bei der Betankung einen Maschinenraumbrand und musste dort repariert werden. Die Verlegung im Schlepp nach Konstanza wurde vom 01.12. bis 10.12.1944 durchgeführt. In Konstanza erhielt das Boote eine Panzerkalotte und war daher bis 15.02.1944 aKB. 

"S 28" im Schwarzen Meer vor Iwan Baba - Foto: Aus dem Nachlass Kpt.z.S. Künzel

In der zweiten Novemberhälfte richteten sich die Einsätze gegen den sowjetischen Brückenkopf bei Kerč. Am 17.11.1943 kam es zu einem Gefecht mit den  sowjetischen Schnellbooten "TK-76", "TK-86" und "TK-104". "TK-76" kehrte nicht in den Hafen zurück, die beiden anderen Boote wurden beschädigt.

Am 13.11.1943 war KKpt. Christiansen mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet worden.

KKpt. Georg Stuhr Cristiansen - Foto: Archiv Behrens

 Am 21.11.1943 schoss die Flottille zwei Landungsfahrzeuge in Brand und drängte acht weitere nach Osten ab, so dass sie ihre Landung nicht durchführen konnten. 

Am 12.12.1943 wurde Oblt.z.S. Künzel, Kommandant "S 28", für über 200 Feindfahrten mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.

Oblt.z.S. Karl Friedrich Künzel - Foto: Archiv Künzel

Die 1. SFltl hatte 88 Einsätze gegen den Schiffsverkehr unter der kaukasischen Küste, drei Mineneinsätze, 50 Einsätze zur Sicherung eigener Geleite sowie 24 Einsätze gegen sowjetische Landeoperationen in der Kerč-Straße durchgeführt. Dabei wurden als versenkt gemeldet:

Ein Torpedoboot [Minensucher], ein Schnellboot, drei Motorkanonenboote, drei Landungsboote, ein Tanker (4.000 BRT) [Kanonenboot], drei Frachter (5.700 BRT), 19 Küstenfrachter (8.100 BRT) und 15 Leichter (8.200 BRT); zusammen geschätzt 29.000 BRT.

Verloren gingen "S 102" durch Minentreffer in der Kerč-Straße und "S 46" durch Bombentreffer vor Feodosija.