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| S-Boote der Kriegsmarine | ||
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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945 Verlust "S 199" In der Nacht 22./23.01.1945 gingen die 4., 6., 8. und 9. SFltl von Ijmuiden bzw. Hoek van Holland aus mit insgesamt 16 Booten in See, um gegen Geleite in der Scheldemündung und im Kanal zu operieren. Die 8. SFltl mit fünf Booten geriet, ohne einen Konvoi gesichtet zu haben, vor Sheerness in Gefechte mit einer britischen Fregatte, einer britischen Sloop und drei MGB-Gruppen zu je drei Booten und wurde gleichzeitig vom britischen Küstenfort Tonge Sand beschossen, dessen Geschosse aber keines der S-Boote traf. Beim Versuch, den britischen Bewachern zu entkommen, rammte "S 199" das Boot "S 701". "S 199" (Oblt. z.S. Quistorp) wurde der Bug abgerissen, das Boot war so stark beschädigt, dass es nicht gehalten werden konnte und daher selbst versenkt wurde, während "S 701" ohne feststellen zu können, wer das rammende Boot gewesen war, den Einsatzhafen Ijmuiden erreichen konnte.
Eines der letzten Bilder von "S 199" - Bild: Archiv Enno Brandi In seinem Bericht vom 07.07.1946 ergänzt und neu aufgezeichnet im September 1994 schreibt Ouistorp, dass zusätzlich zur Stammbesatzung fünf Mann zur Ausbildung an Bord waren. Besatzung und Auszubildende waren vollzählig von Bord gegangen, alle mit Schwimmweste. Die drei Rettungsflöße und zwei Kapok-Matratzen kenterten mehrfach im zunehmenden Seegang und durch Entkräftung und Unterkühlung starben 11 Soldaten den Seemannstod: StbsOb.Masch. Hans Pigorsch, Lt.z.S. d.Res. Jürgen Lachner, Fähnr. (Ing) Joachim Hahn, Seekadett Klaus Kramer, Matr.Ob.Gefr. Otto Krys, Matr.Ob.Gefr. Helmut Niemeyer, Masch.Ob.Gefr. Daniel Diener, Masch.Ob.Gefr. Engelbert Rirkfellner, Funk.Ob.Gefr. Ernst Olle, Funk.Gefr. Hans Hartmann und Mech.Ob.Gefr. (T) Dirk Linnemann. Nach mündlichem Bericht von OLt.z.S. a.D. Quistorp bei einem Besuch des WEB-Masters in Bonn-Bad Godesberg am 25.08.2012 wurden die Überlebenden der Besatzung nach 6 1/2 Stunden in den Rettungsflößen durch den Minensucher HMCS "Neave" aus den eiskalten Wassern des Kanals gerettet, dabei gab es einen Toten und drei Verwundete verursacht durch die Schrauben der "Neave".
Lt.z.S. Hans-Joachim Quistorp 1942 - Foto: Archiv Dr. Werner Eich Bis zum Jahr 1994 wussten die Geretteten nicht Namen oder Typ des Fahrzeugs, das sie gerettet hatte. In den Erinnerungen an den Schnellbootkrieg im Westen von Rebensburg schreibt Quistorp, dass er die Seemannschaft und die Kameradschaft der kanadischen Besatzung loben muss. Oblt.z.S. Quistorp und 17 Überlebende wurden im Hafen an die Army übergeben und als Kriegsgefangene nach Gillingham gebracht. Oblt.z.S. Quistorp begann in der Gefangenschaft im Norton-Camp/Lincolnshire ein Theologiestudium an der "Universität hinter Stacheldraht", einer Einrichtung des YMCA, das er auch im Camp Market Rasen/Lincolnshire und im Camp Cuckney/Lincolnshire fortsetzen konnte. Aus dem Nachlass des Herrn Quistorp erhielt der WEB-Master das folgende Bild, das 10 Mann der Besatzung von "S 199" Pfingsten 1947 in Camp 256 Market Rasen/Lincolnshire mit einem britischen Wachmann und dem britischen Militärpfarrer Ahlbory zeigt.
10 Mann von "S 199" in britischer Gefangenschaft, Pfingsten 1947 - Foto: Archiv Dr. Werner Eich In einigen Quellen wird richtig angenommen, dass "S 701" von "S 199" gerammt wurde. Hümmelchen berichtet: Die Überlebenden der Besatzung (von "S 199") gingen bei Fort Tongue Sand an Land. Auch wird in einigen Quellen - besonders in britischen - fälschlicher Weise davon ausgegangen, dass "S 199" von der Batterie von Fort Tongue Sand versenkt wurde.
Positionen der Forts im Wasser vor der Themsemündung - Bild aus Wikipedia Oblt.z.S. a.D. Quistorp, emeritierter Pastor, startete 1994 eine Suche nach Besatzungsmitgliedern des kanadischen Schiffes, das sie aus dem eiskalten Wasser der Nordsee gerettet hatte. Im April 1994 erschien in der Sheppy Gazette ein Artikel, der darüber berichtete, dass die Crew von "S 199" Besatzungsmitglieder des Bootes suchte, das sie aus dem Rettungsfloß aufgenommen hatte, um ihnen für die Rettung zu danken.
Artikel in der Sheppy Gazette - Archiv: Enno Brandi Aus dem Jahr 2002 stammt der Brief von Phil Strong, einem Besatzungsmitglied von HMCS "Neave", in dem er schreibt, dass Hans Joachim Quistorp ihm nicht danken müsste, die deutsche Marine hätte für ihn das Gleiche getan, wäre er in dieser Situation gewesen.
Ausschnitt aus dem Brief von Phil Strong - Archiv: Enno Brandi
HMCS "Neave" Trawler 247 - Archiv: Enno Brandi Oblt.z.S. Hans Joachim Quistorp verstarb 96jährig im Alten- und Pflegeheim Johanniterhaus in Bonn-Bad Godesberg im Jahre 2018.
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