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  Kriegsmarine - Kanal 1944

 

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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

Die Kriegschauplätze der S-Boote

Englischer Kanal und Hoofden 1945

m Jahresbeginn 1945 hatte der F.d.S. an der Westfront nur 51 S-Boote zur Verfügung, von denen 22 aKB, eins KB in Kiel und zwei beim Erprobungskommando waren:

2. S-Fltl Korv.Kapt. Opdenhoff S 174, S 177, S 180, S 181, S 209, S 210, S 221 in Den Helder
S 176 aKB in Wilhelmshaven
4. SFltl Korv.Kapt. Fimmen S 202, S 204, S 205, S 703 in Rotterdam
S 201 aKB in Bergen
S 219 aKB in Rotterdam
S 220 aKB in Wilhelmshaven
5. SFltl Kptlt. Holzapfel S 98 in Wilhelmshaven
S 48, S 67, S 85, S 98, S 110, S 127 aKB in Wilhelmshaven
S 116 in Kiel
S 120 aKB in Kiel
S 132 aKB in Cuxhaven
6. SFltl Kptlt. Matzen S 211, S 212, S 222, S 223, S 704, S 705 in Rotterdam
S 213 aKB unbek. Hafen
S 706 aKB in Wilhelmshaven
8. SFltl Korv.Kapt. Zymalkowski S 194, S 196, S 197, S 199, S 701 in Rotterdam *)
S 193 aKB im SBB Ijmuiden
S 195 aKB in Emden
9. SFltl Korv.Kapt. v. Mirbach S 130, S 168, S 175, S 206 in Rotterdam
S 112 aKB in St. Peter Port
S 167 aKB in Rotterdam
S 207 aKB in Rotterdam
10. SFltl Kptlt. Bludau S 191 in Amsterdam
S 186 aKB in Wilhelmshaven
S 215, S 224 beim ErprobungsKdo Ostsee

*) lt. KTB des F.d.S.; lt. Jac J. Baart in Ijmuiden

Der Jahresanfang 1945 war bestimmt durch schlechtes Wetter, so dass die Boote nicht ausliefen. Ein Versuch der 4., 6. und 9. SFltl am 05.01.1945 zu einem Torpedoeinsatz auszulaufen wurde abgebrochen, ein weiterer Versuch der 4., 6., 8. und 9. SFltl mit 24 Booten am 09.01.1945 ebenfalls.

Am 09.01.1945 lief "S 116" in der Elbmündung auf und wurde so stark beschädigt, dass es außer Dienst gestellt wurde und als Auflieger bei der Lürssen-Werft das Kriegsende überdauerte. Es wurde nicht abgeliefert sondern am 13.06.1957 von der Schiffsicherungslehrgruppe der Bundesmarine als Übungshulk übernommen.

Die 5. SFltl lief am 10.01.1945 mit den sechs Booten "S 48", "S 67", "S 85", "S 92", "S 98" und "S 127" in Den Helder ein.

 Für die Nacht 14./15.01.1945 war eine gemeinsame Minenoperation der 5. und der 2. SFltl vor der Humbermündung geplant.

Die 5. SFltl mit "S 98", "S 67", "S 127 "S 48", "S 92" und "S 87" war am Abend mit Minen ausgelaufen. "S 98" und "S67" mussten wegen Maschinenschadens entlassen werden. Die übrigen Boote warfen vier UMB und 16 LMB auf dem Geleitweg vor der Humbermündung. (siehe Minenwurfskizze unten).

Minenwurfskizze der 5. SFltl - Bild aus Leinen los 5/2021

Zur gleichen Zeit war die 2. SFltl mit "S 221", "S 176", "S 210", "S 180", "S 174" "S 209", "S 181" und "S 177" mit Minen in See. "S 221", "S 180", "S 181" und "S 177" mussten wegen Maschinenschäden umkehren. Die verbliebenen vier Boote warfen 6 LMB und 8 UMB auf dem Weg vor Cromer. "S 209" verlor wegen des Verklemmens zweier Minen den Anschluß an die Flottille, warf seine Minen und fuhr alleine nach Den Helder zurück. Auf dieser Sperre sank am gleichen Tag der Frachtdampfer "Dalemore" (5835 BRT). Am 19.01. meldete der B-Dienst, dass auf der Sperre ein Frachter und der Dampfer "Grainton" (6341 BRT) gesunken sei. Als beschädigt wurden gemeldet: Der Tanker "San Nicolas" und die Frachter "Empire Milner", "Leaside Park" und "Carrier". Tatsächlich sank nur der norwegische Frachter "Carrier" (3036 BRT). "Leaside  Park" und "Empire Milner" hatten zwar das Wrack von "Dalemore" gerammt, konnten aber mit leichten Schäden Hull erreichen.

Die deutschen Boote waren von einem Aufklärungsflugzeug entdeckt worden und eine Gruppe der Coastal Forces lief aus Yarmouth aus. Um 01.00 Uhr erfasste die Radarastation Trimingto die Boote, der darauf angesetzte Geleitzerstörer "Middleton" verfolgte stattdessen einen kleinen eigenen Schlepper, der in der Gegen herumfuhr. Da ein abstürzender Lancaster-Bomber in den Radarturm der Station Bard Hill fiel, verlor diese die Boote kurz nach dem ersten Auffassen. 

Bei der Rückkehr nach Den Helder lief "S 180" (Oblt. z.S. Albrecht Pillet) auf eine deutsche Mine. Die Torpedos explodierten und das Boot sank. Der Kommandant, SKad. Hermann Trulsen, StrmMt. Bernhard Kolthoff, FkObGefr. Friedrich Braun, Gefr. Brenner, MaschGefr. Leonhard Armbichler, und 5 weitere Soldaten fielen. Es konnten drei Verwundete und neun Mann unverwundet geborgen werden.

Am nächsten Abend gingen die 2. SFltl mit "S 221", "S 174", "S 209" und "S 181" und die 5. SFltl mit "S 98", "S 67", "S 92" und "S 48" zu einem Torpedoeinsatz gegen einen Nord-Konvoi nördlich von Cromer in See. Der Konvoi wurde nicht gefunden und die Boote gerieten in ein Gefecht mit dem Geleitzerstörer "Farndale". Die Boote kehrten am frühen Morgen unbeschädigt nach Den Helder zurück.

Die 8. SFltl mit "S 194", "S 196", "S 197", "S 199" und "S 701" war ebenfalls in See und wurde gleich nach dem Auslaufen entdeckt und mit Bomben angegriffen. Beim Fort Sand Tangues schossen die Boote acht FAT und LUT auf einen Konvoi. Das britische Panzerlandungsschiff "LST 415" (1625 ts) wurde getroffen und musste auf den Strand gesetzt werden. Ein Gefecht mit der Sloop "Guillemot" wurde ohne Beschädigungen überstanden.

   

Schlechtes Wetter bis zum 20.01.1945 verhinderte jeden Einsatz der Boote. Erst in der Nacht 22./23.01.1945 gingen die 4., 6., 8. und 9. SFltl von Ijmuiden bzw. Hoek van Holland aus mit  insgesamt 16 Booten in See, um gegen Geleite in der Scheldemündung und im Kanal zu operieren.

Die 9. SFltl wurde südlich von North Falls von der Sloop "Guillemot" erfasst und mit unverschlüsseltem Enemy Contact Report gemeldet. Der F.d.S. konnte daher die 8. SFltl warnen, die so der Sloop ausweichen konnte. Als die Flottille auf den Konvoi stieß, schossen "S 168" und "S 175" vier Torpedos auf einen Nachzügler des Konvois. Der Frachtdampfer „Halo“ (2.365 BRT) wurde mit einem Fächerschuss versenkt. Der Trawler "Turquise " konnte die gesamte Besatzung retten. Eine halbe Stunde vor Mitternacht wurde die 8. SFltl von der Fregatte "Stayner" mit "MTB 495", "MTB 446", "MTB 496" und "MTB 497" angegriffen, dabei erhielt "S 168" (Oblt.z.S. Dau) einen 7,6 cm Treffer auf der Brücke, ein 5,7 cm Treffer zerstörte das Bb-Torpedorohr. Ein Mann fiel, sechs wurden verwundet, darunter der Kommandant. "S 175" wurde leicht beschädigt. Auf "S 219" fiel eine Hilfsmaschine aus, auf "S 202" traten so starke Erschütterungen auf, dass das Boot Schaden nahm. Beide Boote mussten aKB gestellt werden. 

 Die 8. SFltl (Korv.Kapt. Zymalkowski) stieß in Richtung North Forland vor und traf kurz nach Mitternacht überraschend auf die Sloop "Guillemot", ein Torpedoschuss von "S 194" ging vorbei. "S 194" musste einen Treffer hinnehmen, ein Mann fiel. Die Flottille konnte aber die langsame Sloop abhängen und nahm wieder Kurs auf North Forland. Gegen 03.00 Uhr ortete "S 701" mit dem FuMB Ziele und die Boote stießen gegen einen Kovoi vor. Zwei geschossene Torpedos gingen aber fehl und die Boote wurden vom Fort Tonge Sands beschossen und gerieten in Gefechte mit der britischen Fregatte "Seymour", der Sloop "Guillemot"und drei MGB-Gruppen zu drei bzw. zwei Booten ("MTB 451", "MTB 452" und "MTB 450", "MTB 495" und "MTB 446" sowie "MTB 454" und "MTB 447"). Dabei kollidierten "S 701" und "S 199". "S 199" (Oblt. z.S. Quistorp) wurde der Bug abgerissen, das Boot war so stark beschädigt, dass es nicht gehalten werden konnte und daher selbst versenkt wurde.  Bei einer Kollision zwischen den MTBs wurde "MTB 495" stark beschädigt.

Eines der letzten Bilder von S 199 vor dem Verlust - Bild aus Steve Wiper: Kriegsmarine Schnellboote

In einigen Quellen  - besonders in britischen - wird davon ausgegangen, dass "S 199" von der Batterie von Tongue Sand Fort versenkt wurde.

Nach mündlichem Bericht von OLt.z.S. a.D. Quistorp (†) am 25.08.2012 in einem Gespräch mit dem WEB-Master wurden die Überlebenden der Besatzung nach 6 1/2 Stunden in den Rettungsflößen durch den Minensucher HMCS "Neave" aus den eiskalten Wassern des Kanals gerettet, es gab einen Toten und drei Verwundete verursacht durch die Schrauben der "Neave".  In den Erinnerungen an den Schnellbootkrieg im Westen von Rebensburg schreibt Quistorp, dass er die Seemannschaft und die Kameradschaft der kanadischen Besatzung loben muss. Oblt.z.S. Quistorp und 17 Überlebende wurden im Hafen an die Army übergeben und als Kriegsgefangene nach Gillingham gebracht.

Positionen der britischen Forts vor der Themsemündung - Bild aus Wikipedia

Beim Einlaufen in Ijmuiden lief "S 194" auf Grund, kam aber wieder frei. "S 701" wurde durch eigene Vorpostenboote unter Feuer genommen und nahm so starke Schäden, dass es bis Kriegsende nicht wieder einsatzbereit wurde. Es hatte einen Toten und drei Verletzte gegeben.

 

Die anderen Flottillen blieben ohne Erfolge. Die 6. SFltl musste "S 704" kurz nach dem Auslaufen mit Maschinenschaden entlassen. Sie wich dem Gefecht der 9. SFlt mit den Sicherungsfahrzeugen nach Norden aus, fand den Konvoi nicht und kehrte ergebnislos um. Auf dem Rückmarsch hatte "S 705" Ruderschaden und Wassereinbruch in Abt. I. In der 4. SFltl hatte "S 204" Maschinenschaden und verlor den Anschluss. Durch die Suche nach dem Boot verlor die Flottille so viel Zeit, dass sie den Konvoi nicht mehr erreichen konnte. Daher wurde der Rückmarsch angetreten. Sie versuchte dann auf den von der 8. SFltl gemeldeten Konvoi zu operieren. Als auf dem Führerboot das FuMB ausfiel und die Sicht unter 2000 m fiel wurde der Rückmarsch angetreten. Auf "S 219" fiel eine Hilfsmaschine aus, auf "S 202" traten so starke Erschütterungen auf, dass das Boot Schaden nahm. Beide Boote mussten aKB gestellt werden.

In der Nacht 23./24.01.1945 liefen die 4., 6. und 9. SFltl mit acht Booten zum Torpedoeinsatz gegen den Themse-Schelde-Verkehr aus. Sie mussten wegen schlechten Wetters umkehren. Die 5. SFltl lief mit "S 98",  "S 48", "S 85", "S 127", "S 92" und S 67" zum Minenlegen östlich von East Dungeon aus. Nach Sichtung durch einen Fühlunghalter wurden die Boote mehrfach von Wellingto-Bombern angegriffen. Wegen Maschinenschäden auf "S 92" und "S 67" mussten die Boote entlassen werden und weil "S 127" bei schlechter Sicht den Anschluss verlor, warfen nur drei Boote ihre Minen auf dem Weg. Die Flottille wurde nach dem Minenwerfen mehrfach aus der Luft mit Bomben und mit Bordwaffen angegriffen. Das Führerboot "S 98" nahm dabei Splitterschäden auf der Brücke und an der Bordwand.  

In der Nacht vom 24./25.01.1945 wurden wiederum Mineneinsätze gegen die Konvoi-Route bei Orfordness gefahren. Die 2. SFltl mit "S221", "S 176", "S 209", "S 181" und "S 177" lief um 20.30 Uhr aus. "S 176" hatte Maschinenausfall und wurde zusammen mit "S 209" entlassen. Die anderen Boote warfen planmäßig ihre 12 UMB. Die 4. SFltl mit "S 206", "S 175" und "S 703" lief ebenfalls abends aus. "S 204" konnte nicht mitfahren da eine Schraube defekt war. Die drei Boote warfen ihre Minen auch planmäßig. Die 6. SFltl mit "S 211", "S 222", "S 704" und "S 223" warf 24 UMB. In einem Gefecht mit einem Zerstörer und MTB wurden auf dem Zerstörer mehrere 20mm-Treffer beobachtet. Alle Boote kehrten unbeschädigt in die Einsatzhäfen zurück.

   

Auslaufmusterung im Bunker - Bild: PK-Foto

Da die Eislage in Rotterdam sich verschlechterte, der Hafen hatte eine geschlossene Eisdecke, auf der Maas herrschte Eisgang, verlegten die 4. SFltl mit "S 205" und "S 703", die 6. SFltl mit "S 211", "S 222", "S 223" und "S 704" und 9. SFltl mit "S 130" am 26.01.1945 nach Ijmuiden.  

Am 29.01.1945 liefen die 2. und 5. SFltl mit 11 Booten zur Verseuchung des Weges zwischen Cromer und Humbermündung aus. Kurz nach dem Auslaufen aus Den Helder wurden die Boote ohne Schäden zu nehmen von Wellington-Bombern angegriffen. Während die 2. SFltl ihre Minen gemäß Plan werfen konnte, machte das schlechte Wetter den Booten schwer zu schaffen, teilweise sprangen die Minen aus den Schienen, einige gingen sogar über Bord. Alle Boote kehrten mit schweren Seeschäden und Ausfall fast aller Funkstationen zurück und mussten aKB gemeldet werden.  

Auch am 31.01.1945 ließ das Wetter keinen Einsatz der Boote zu. Am 03.02.1945 erfolgte ein Angriff von 17 Lancaster-Bombern auf Ijmuiden. Es wurden 17 Tallboy-Bomben, in einer zweiten Welle warfen 18 Wellington-Bomer 18 Tall-Boys auf die Hafenanlagen.

In der Nacht 05./06.02.1945 liefen die 2. und 5. SFltl zu einem Mineneinsatz aus. Die Boote wurden wiederumn sofort aus der Luft angegriffen. Wegen schlechter Sicht musste nach drei Stunden umgekehrt werden. Auf dem Rückweg wurden die Boote wieder mit Bomben angegriffen, ohne Schäden zu nehmen. 

Am 08.02.1945 erfolgte ein weiterer Bombenangriff auf den Hafen von Ijmuiden mit 15 Lancaster-Bombern. Dabei wurde das seit dem 15.12.1944 im SBB eingeschlossene "S 193" vernichtet. 

Tallboy-Einschläge rund um Haringshaven Ijmuiden - Foto: Archiv Bunkermuseum Ijmuiden   

    

"S 193" als Wrack im SBB Ijmuiden - Foto: Archiv Bunkermuseum Ijmuiden

Am 12.02.1945 wurde wieder ein Mineneinsatz befohlen, ein Einsatz, der aber wegen Nebels nicht angetreten wurde. Das gleiche am 15.02.1945.

In der Nacht  17./18.02.1945 erfolgte der nächste Mineneinsatz der 2. und 5. SFltl mit 11 Booten in der Humbermündung. Kurz nach dem Auslaufen hatte "S 209" einen Maschinenschaden und wurde allein zurückgeschickt. Bei der schlechten Sicht fand es die Hafeneinfahrt nicht und musste bis zum Morgen mit dem Einlaufen warten. Die anderen Boote warfen ihre Minen planmäßig. Auf diesen Sperren sanken der französische Geleitzerstörer „La Combattante“ am  23.02. und am 25.02. der Trawler „Aquarius“. Die Frachter „City of Lincoln“ (8039 BRT) und „Cydonia“ (3517 BRT) am 19. bzw. 28.02. erhielten Minentreffer ohne zu sinken.  

In der Nacht 20./21.02.1945 fuhr die 2. SFltl mit "S 221", "S 176", "S 210", "S 174", "S 181" und "S 209" einen Torpedoeinsatz gegen ein Südgeleit bei Smith's Knoll, musste aber zurückkehren, ohne den Konvoi gefunden zu haben. Sie wurde von zwei Zerstörern beschossen, konnte aber unbeschädigt entkommen.    

In der Nacht 21./22.02.1945 fuhren die sechs Flottillen mit 22 Booten einen Torpedoeinsatz gegen einen  Konvoi bei Smith’s Knoll. Die  Boote "S 174" und "S 209" der 2. SFltl befanden sich bei schlechter Sicht plötzlich mitten im Konvoi, "S 174" schoss zwei LUT, "S 209" zwei T-1, ohne zu treffen. Nach dem Nachladen schoss "S 209" zwei weitere Torpedos, ebenfalls ohne Erfolg. Im Ablaufen  hörten sie fünf Detonationen. Ein Frachter war in Brand geschossen worden. "S 209" erhielt im Gefecht mit Sicherungskräften mehrere Treffer. Ein Brand konnte schnell gelöscht werden. Ein Mann wurde verwundet. Die 1. Gruppe der 2.SFltl und die 5. SFltl griffen südlich von Great Yarmouth einen Konvoi an und konnten vier bzw. sieben Torpedotreffer melden. Es sanken die britischen Frachtdampfer „Goodwood“ (2.780 BRT) und „Blacktoft“ (1.109 BRT), der ehemals dänische Frachter „Skjold“ (1.345 BRT) wurde in Brand geschossen. Alle Boote der 2. SFltl hatten während dieses Einsatzes Maschinenstörungen auf Grund salzhaltigen Dieselöls. 

In den Nächten 22./23.02. und 23./24.02.1945 legten die 4., 6., 8. und 9. SFltl auf den Themse-Schelde-Weg Minen, auf dem Rückweg schossen drei Boote der 8. und zwei Boote der 2. SFltl einen Jagdbomber ab, "S 209" einen weiteren. Auf "S 209" gab es eine Verwundeten.

Auf den gelegten Sperren sanken am 21.02. der französiche Motorfischkutter  "Notre Dame de Grace" (26 BRT), am 26.02. der britische Dampfer "Auretta" /4751 BRT) und der amerikanische Frachtdampfer "Nashaba" (6054 BRT), am 27.02. der britische Frachtdampfer "Sampa" (7176 BRT) und am 01.03. der amerikanische Liberty-Schiff "Robert L. Vann (7176 BRT).

In der Nacht 24./25.02.1945 fand eine erneute Mineoperation der 4., 8. und 9. SFltl auf dem Flandernweg statt. Die 4. SFltl warf ihre Minen westlich Blankenberge und geriet in heftige Gefechte mit MGBs. Aus dem Rückmarsch hatte "S 204" Wasereinbruch und "S 703" Ruderversager. BEi der 8. SFltl hatte "S 196" Ruderversager und wurde mit "S 209" als Sicherung entlassen. Die anderen drei Boote warfen ihre Minen nordwestlich Ostende. Die 9. SFltl hatte mehrere Gefechtsberührungen mit Zerstörern und MGBs, warf aber ihre Minen nordwestlich Zeebrügge. Auf dem Rückmarsch hatte "S 167" (St.Ob.Strm. Seifert) Ruderversager und rammte "S 705". "S 167" musste wegen der starken Schädenaufgegeben werden. Die Besatzung wurde vollzählig von den anderen Booten übernommen.

Da am 19.02.1945 erstmalig russische Schnellboote den deutschen Verkehr nach Kurland angegriffen hatten, befahl das MOK Nord am 24.02.1945 die Verlegung der 5. SFltl in die Ostsee. Der F.d.S. schlug vor, stattdessen die in Aufstellung befindliche 1. SFltl einzusetzen, da alle Kommandanten erfahren und mit der russischen Kampfführung vertraut waren, daher verblieb die 5. SFltl vorerst im Westen.    

 In der Nacht 24./25.02.1945 warf die 4. SFltl mit fünf Booten 30 Minen auf dem Themse-Schelde-Weg. Im Gefecht mit MTBs fiel auf "S 205" der Mech.Gefr. (T) Hans Brzemek.

Am Abend des 28.02.1945 warfen vier Boote der 4. SFltl 24 Minen im gleichen Seegebiet. Auf dem Rückmarsch gerieten sie in ein Gefecht mit der Fregatte "Seymour" und dem Geleitzerstörer "Cotswood". Die Boote versuchten sich mit 41 kn Fahrt dem Beschuss zu entziehen, aber "S 220" (Kptlt. Dross) bekam einen Treffer im Stb.Maschinenraum. Ein Brand entwickelte sich und schließlich konnte das Boot nur noch 10 kn laufen und verlor den Kontakt zur Flottille. Daher entschied sich der Kommandant, das Boot aufzugeben. Die Besatzung ging vollzählig von Bord des hell brennenden Bootes, nachdem die Geheimsachen vernichtet worden waren. Das Boot wurde noch längere Zeit beschossen. Kurz vor Mitternacht sank das Boot nach einer Explosion, vermutlich eines Torpedos. Die Überlebenden wurden von den Briten aus dem Wasser gefischt. Masch.Mt. Josef Krzyzok, Matr.ObGefr. Gottfried Wahl und Fk.ObGefr. Siegfried Bandemeer waren nicht unter den Geretteten.

Auch die 6. SFltl war mit fünf Booten zum Minenwerfen ausgelaufen, aber nur "S 212" konnte seine Minen werfen. Die 2. und die 5. SFltl mit 11 Booten wurden durch die feindliche Luftaufklärung beschattet und in der Nähe von Norfolk erfasste Zerstörer "Mackey" drei S-.Boote bei der Tonne von Hearty Knoll und drängte sie ab. Die Fregatte "Riou" und drei MTB erfassten vier S-Boote und drängten sie ab. Die 6. SFltl mit nur zwei Boote kam gegen die Sicherung nicht durch und musste ohne Erfolg wieder einlaufen.

In der Nacht 09./10.03.1945 fuhr die 4. SFlt mit "S 204", "S 205" und "S 219"; "202" und"S 703" waren vorzeitig umgekehrt; einen Mineneinsatz vor der Schelde.  Gleichzeitig warf die 9. SFltl mit vier Booten Minen auf dem Themse-Schelde-Weg und musste sich erst mit MGB dann mit Zerstörern herumschlagen. 

In den darauf folgenden Nächten versuchten die S-Boote mehrfach den Geleitweg vor der englischen Ostküste zu erreichen. Die 4. SFltl musste in der Nacht zum 12.03. nach einem Bombenangriff und aufkommendem Nebel ihre Unternehmung abbrechen. Der 2. SFltl mit sechs und der 5. SFltl mit fünf Booten erging es genauso. Die 6. SFltl mit vier Booten brach mangels Sicht ihre Minenunternehmung ebenfalls ab. Die 9. SFltl fuhr mit vier Booten einen Einsatz mit "Linsen", die nördlich von West Hinder ausgesetzt wurden.

Ähnlich verliefen die Einsätze aller fünf Flottillen in der Nacht zum 14.03.1945. 

Die 8. SFltl war nach einem Angriff auf Ijmuiden am 14.03.1945 mit neun B 17-Bombern nicht kriegsbereit. 

In der Nacht zum 18.03.1945 mussten die 4. und die 9. SFltl mit zusammen zehn Booten einenTorpedoeinsatz in der Themsemündung wegen schlechter Sicht abbrechen. Die anderen drei Flottillen warfen Minen, die 5. SFltl mit fünf Booten 36 LMB vor Cromer, die 2., SFltl mit sieben Booten 36 LMB und ELM und die 6. SFltl mit sechs Booten 38 UMB und ELM auf dem Themse-Schelde-Geleitweg.

In der Nacht zum 19.03.1945 warf die 6. SFltl mit "S 212", "S 213", "S 704" und "S 223"; "S 222" war mit Wassereinbruch, "S 704" mit Maschinenausfall ungekehrt, Minen nordöstlich von Lowestoft. Im Wurfgebiet kam es zum Gefecht mit einem SGB und vier MTBs, die auf Lauer gelegen hatten. Anschließend griff die Flottille den Konvoi FS.1759 vor Lowestoft mit Torpedos an.  Es wurden sieben versenkte Schiffe mit 24.500 BRT und ein torpedierter Zerstörer gemeldet. Tatsächlich sanken aber nur die  Frachter „Rogate“ (2.871 BRT) und „Crichtoun“ (1.097 BRT).

In dieser Nacht warfen die S-Boote insgesamt 110 Minen an der britischen Ostküste, die 2. SFltl vor dem Humber, die 5. Sfltl bei Cromer, die 4. und die 9. SFltl vor Orfordness.

Auf den in der Nacht zum 18.03. gelegten Minen sanken am 19.03. die britischen Frachter "Samelbu" (7253 BRT) und "Empire Blessing" (7062 BRT) sowie der belgische Trawler "Nelly" (75 BRT) und das britische Panzerlandungsschiff LST 80 (2750 ts). Das amerikanisch Liberty-Schiff "Hadley F. Brown" wurde am 20.03. durch eine Mine beschädigt.

Ein gemeinsamer Vorstoß der 4. SFltl mit "S 202" und "S 703", der 5. SFltl mit "S 48" "S 67", "S 85", "S 92", "S 98, "S 110", "S 127", der 6. SFltl mit "S 212", "S 213", "S 704", "S 706" und der 9. SFltl mit "S 130", "S 168", S 175", "S 206" "S 207", "S 214", "S 197"  zu einem Torpedoeinsatz in der gleichen Nacht gegen ein Geleit bei Lowestoft blieb wegen der starken Abwehr und schlechter Sicht ohne Erfolg . 

In der Nacht vom 21./22.03.1945 war die 2. SFltl mit "S 181", "S 209", "S 210" auch zu dem gemeinsamen Einsatz ausgelaufen. Auf "S 210" fiel die Aufladung der Mittelmaschine aus. Da die 2. Flottille nur aus drei Booten bestand, wurde kehrt gemacht. Auf dem Rückmarsch wurden die Boote von Beaufightern mit Bordwaffen und Raketen angegriffen. Auf dem Führerboot, "S 181", wurde ein Brennstofftank, Abt. VII und die Kalotte getroffen, das Boot geriet in Brand. Der Flottillen-Chef (Korv.Kapt. Opdenhoff), der Kommandant (Oblt. z.S. Schlenk) und ObStrm. Bloehs (Flottillensteuermann), ObFk.Mstr. Waltersbacher (Flottillenfunkmeister), ObMasch. Schmidt (L.M.), Btsm.Mt. Oberländer (Seem. Nr. 1), SKad. Klaus Meyer und 7 weitere Soldaten fielen. Auf "S 210" wurde die Luftleitung zum Anlassen der Motoren getroffen. Daher übernahm "S 209" die Bergung der Besatzung "S 181". Das brennende "S 181" sank 34 sm nordwestlich Texel.  

 In der Nacht 22./23.03.1945 war der Themse-Schelde-Weg erneut Ziel einer Minenoperation der 6. SFltl. Schon auf dem Anmarsch wurden die Boote in Gefechte mit MTBs verwickelt. "S 205" erhielt einen 5,7 cm-Treffer in den Brückenaufbau. Das FuMB wurde zerstört, ObStrm. Heinz Berg und Fk.Gefr. Rudolf Bodenberger fielen, zwei Mann wurden verwundet. Auf "S 204" und auf "S 704" wurden je ein Mann verwundet.

In der Nacht 25./26.03.1945 waren die 4., 6. und 9. SFltl wieder ´zum Verminen des Geleitwegs unterwegs. Nur die 9. SFLtl konnte ihre Minen werfen. Die beiden anderen Flottillen wurden durch die Geleitzerstörer "Arendal" (norwegisch) und "Krakowiak" (polnisch) und die britische Fregatte "Riou" angegriffen und abgedrängt. "S 205", "S 204" und "S 703" bekamen Treffer, dabei fielen auf "S 205" drei Mann. Auf den Minen der 9. SFltl sanken am 22.03. das amerikanische Liberty-Schiff "Charles D. Melver" (7176 BRT) und der griechische Frachtdampfer "Elefthenia" (7247 BRT) und an 25.03. die britische Motorlaunch "ML 466" (75 ts).

Die 4. SFltl warf in der Nacht 25./26.03.1945 mit vier Booten Minen. Dabei wurde sie von MTBs abgedrängt und von einem Geleitzerstörer beschossen. Ein Torpedoschuss auf diesen ging fehl.

Auf den auf demThemse-Schelde-Geleitweg geworfenen Minen sanken am 28.03. der belgische Trawler "St. Jan" (75 BRT) und das britische Landungsboot "LCP 840" (11 ts).  Der norwegische Motortanker "Belinda" (8325 BRT) wurde beschädigt.

Drei weitere Boote der Nordseeflottillen gingen durch Bombentreffer am 30.03.1945 verloren als 358 B-24 Bomber der USAF Wilhelmshaven angriffen, "S 194" lag dort zur Reparatur nach Minentreffer im Februar vor Ijmuiden, "S 186" und "S 224" lagen dort zu Maschinenreparaturen. Auch "S 22" von der 2. S-Schul-Fltl wurde durch Bombentreffer beschädigt und sank Anfang April 1945 im Hafen der Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven.

Die 4. SFltl warf in der Nacht 25./26.03.1945 mit vier Booten Minen. Dabei wurde sie von MTBs abgedrängt und von einem Geleitzerstörer beschossen. Ein Torpedoschuss auf diesen ging fehl.

Drei weitere Boote der Nordseeflottillen gingen durch Bombentreffer am 30.03.1945 verloren als 358 B-24 Bomber der USAF Wilhelmshaven angriffen, " S 194" lag dort zur Reparatur nach Minentreffer im Februar vor Ijmuiden, " S 186" und " S 224" lagen dort zu Maschinenreparaturen. Auch "S 22" von der 2. S-Schul-Fltl wurde durch Bombentreffer beschädigt und sank Anfang April 1945 im Hafen der Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven.  

 

Der Hafen der Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven Anfang April 1945

Treibstoffmangel hielt die Boote in der ersten Aprilwoche in ihren Häfen fest. Die Verlegung der 5. SFltl in die Ostsee lief am 02.04.1945 an.  

  Erst in der Nacht 06./07.04.1945 konnte die 2. SFltl (Kptlt. Wendler) mit "S 174", "S 176", "S 177", "S 209", "S 210" und "S 221" zu einer Minenoperation vor der Himbermündung auslaufen. Nachdem der Flottillenchef Korv.Kapt. Opdenhoff, erster Ritterkreuzträger der S-Bootwaffe mit 142 Feindfahrten,  gefallen war, wurde der bisherigege "Ärger Karl", Kptlt. Hugo Wendler, neuer Flottillenchef. Als Kommandant wurde er von Oblt.z.S.  Hans-Jürgen STohwwasser abgelöst. Unter Beschuss von der britischen Fregatte "Cubitt" und dem britischen Geleitzerstörer "Haydon" wurden die Minen gelegt. Dann griffen" MTB 5001" und "MTB 781" in das Gefecht ein. "MTB 5001" sank nach Treffer in der Maschine. Auf dem Rückmarsch stießen drei MTBs überraschend in die 2. SFltl hinein. "S 176" (Oblt.z.S Stockfleth) rammte "MTB 494", das kenterte und kieloben schwamm. "S 177" und "MTB 493" kollidierten und das MTB rammte auch noch das Wrack des "MTB 494". In dem Gefecht erhielt "S 177" zahlreiche Unterwassertreffer und musste aufgegeben werden. "S 174" übernahm die gesamte Besatzung. "S 176" geriet durch Treffer in Brand und musste ebenfalls aufgegeben werden. Die Besatzung wurde von "MTB 497" und "MTB 775" gerettet. Fünf Mann waren gefallen. Von "MTB 494" gab es nur zwei Überlebende. Die restlichen vier Boote der Flottille liefen am Morgen in den Helder ein. "S 210" hatte den Anschluss an die Flottille verloren und fuhr allein zurück. Als der Kommandant von "S 209" beim Übersteigen der Kalotte sich am Maschinengewehr festhielt, löste sich ein Schuss, der ihn so schwer verletzte, dass er am Nachmittag im Lazarett verstarb.

Am Abend des  07.04.1945 flogen 15 Lancaster-Bomber und 2 Mosquitos unter Geleitschutz von 24 Spitfires einen Angriff auf den S-Boot-Bunker Den Helder.

In der Nacht 07./08.04.1945 waren die 4. SFltl mit "S 205", "S 204", "S 219", "S 202", "S 703" und "S 304" und die 6. SFltl mit "S 222", "S 705", "S 211", "S 223", "S 704", "S 212" und "S 706" im Mineneinsatz gegen die Themse-Schelde-Route und warfen 52 Minen. In einem Gefecht mit  britischen MTB und der Fregatte "Rutherford" kollidierten "S 202" (Kptlt. Wiencke ) und "S 703" (Oblt.z.S. d.Res. Steinhauer). Beide Boote mussten aufgegeben werden. Von "S 202" fielen: Der Kommandant,  Kptlt. Joachim Wiencke, ObMasch. Heinz Niefaber (L.M.), ObFhnr.z.S. Helmut Niessen, SKad. Hans-Joachim Werning, Masch.HptGefr. Peter Müller, Masch.ObGefr. Josef Naber, von "S 703" fielen der Leitende Maschinist, ObMasch. Helmut Schneider, ObBtsm.Mt. Otto Koch, SKad. Hans-Richard Koch, Matr.ObGefr. Karl-Heinz Brinckmann, Fk.ObGefr. Johann Czerwinski,  Fk.ObGefr. Herbert Schwientek und Matr.Gefr. Karl-Heinz Grefe. Die 40 Überlebenden wurden von den Briten gerettet und gerieten in Gefangenschaft. 

Die 6. SFltl verlor "S 223" (Oblt.z.S Brandi), das vor Ostende auf eine Mine lief und sank. Kommandant und acht Mann konnten gerettet werden, es fielen: Der Leitende Maschinist, ObMasch. Rudolf Brümmer, ObMasch.Mt. Wilhelm Schmitz, Fhnr. (Ing) Babenderende, Fhnr.z.S. Horeis, Masch.Mt. Ernst Irtel, Fk.ObGefr. Günter Sparty, Fk.ObGefr. Ulrich Tuch, Verw.ObGefr. Werner Kunath, Masch.HptGefr. Johann Müller, Masch.HptGefr. Hans Reile, Matr. Erich Klugbeil, Masch.ObGefr. Gerhard Wehenkel, Masch.ObGefr. Otto Lübke, Masch.HptGefr. Herbert Degel, Masch.Gefr. Joseph Kapomitz, San.Gefr. Joachim Kreutzmann, Mat.rObGefr. Willi Menzel, Matr.Gefr. Wilhelm Schafstedt, Matr.Gefr. Heinz Helmholtz, Matr.Gefr. Heinz Jung.

In der Nacht 12./13.04.1945 führten die 4., 6. und 9. SFltl mit insgesamt 12 Booten einen letzten Mineneinsatz von Ijmuiden aus durch. Nach Werfen der Sperre gerieten die Boote unter Beschuss durch den von britischen Geleitzerstörer " Hambledon"und die britische Fregatte "Ekins". "S 205" erhielt einen schweren 5,7cm-Treffer, es ging sofort auf Höchsztfahrt und wurde plötzlich von einem MTB auf Kollisionskurs angegriffen. Es gelang "S 205" dem auszuweicvhen, das MTB lief 2 m am Heck vorbei. Danach erhielt  " S 205" einen weiteren 5,7cm-Treffer in Abt. VI, dabei verlor "S 205" den Anschluss an die Flottille, konnte aber wie alle anderen Boote, die zum Teil noch vom Geleitzerstörer "Quantock" beschossen und von Flugzeugen  angegriffen wurden, nach Hoek van Holland einlaufen.   

Auf den zuletzt gelegten Minensperren wurde durch Minentreffer der britische Frachtdampfer "Canakrian" (4876 BRT) beschädigt, am16.04. sank der britische Motortanker "Gold Shell" (8208 BRT), am 16.04. wurde der amerikanische Frachter "Benjamin H. Bristsow" (/191 BRT) und am 08.05. der amerikanische Frachter "Horace Binney" (7191 BRT) durch Minentreffer beschädigt.

Die Lage an der Landfront im Westen und der Treibstoffmangel ließen keinen weiteren Schnellbootseinsätze mehr zu. Das Stützpunktpersonal war nach Dänemark in Marsch gesetzt worden. Auf Befehl von Dönitz, nach Flensburg zu kommen, mussten "S 174" und "S 209" den SS-Obergruppenführer Seiß-Inquart nach Deutschland bringen. Auf dem Rückweg nach Holland wurde er von den Briten in Hamburg verhaftet.

Am Tage der deutschen Teilkapitulation, am 04.05.1945,  lagen  in Holland noch folgende deutsche Schnellbootflottillen:

2. SFltl Den Helder S 210 und S 221  
8. SFltl Den Helder S 197 und S 701
4. SFltl Rotterdam S 204, S 205, S 219 und S 304
6. SFltl Rotterdam S 211, S 212, S 213, S 222, S 704, S 705 und S 706  
9. SFltl Rotterdam S 130, S 168, S 175, S 206, S 207 und S 214.

Die zur 2. SFltl gehörenden Boote  "S 209" und "S 174" lagen in Brunsbüttel bzw. in Tönning.  

"S 209" in Brunsbütel am 04.05.1945 - Foto: Archiv Förderverein

  Die Boote S 204 (Lt.z.S. Hinrichs) und S 205 (Kptlt Seeger) brachten am 13.05.1945 K.Adm. Breuning (Befehlshaber Sicherung West) von Den Helder mit den Karten der Minengebiete nach Felixstowe. Mit an Bord waren der Chef 4. SFltl, Korv.Kpt. Fimmen, und der I a Op des F.d.S., Kptlt. Rebensburg. KAdm. Breuning übergab den Briten die Seekarten mit den Minengebieten, die durch die S-Boote geworfen worden waren. Auch das Boot "S 211" (ObStrm. Schneider), das nach der Kapitulation befreite Kriegsgefangene von Terschelling nach Den Helder gebracht hatte, fuhr zur Übergabe an die Royal Navy nach Gosport, von wo die Besatzung als 'Surrendered Enemy Personnel' (SEP's) nicht in ein Kriegsgefangenenlager kamen sondern in wenigen Tagen über die Niederlande nach Wilhelmshaven und in die Freiheit gelangten.

 

"S 205" beim Einlaufen Felixstowe am 13.05.1945 - Foto: Archiv Roderick Timms

Besatzung angetreten zum Einlaufen - Foto: Archiv Roderick Timms

"S 204" und "S 205" in Felixstowe - Foto: Archiv Roderick Timms

K.Adm. Breuning meldet sich beim Hafenkapitän Felixstowe - Foto: Archiv Roderick Timms

"S 211" der 2. SFltl*) mit Kreuz-Ass und Balken auf dem Weg nach England begleitet von britischem MTB - Bild: BfZ

*) Gemäß KTBs der 2. SFltl und des F.d.S. gehörte "S 211" zur 6. SFltl, gemäß IWM gehörte "S 211" am Tage der Kapitulation zur 2. SFltl

Besatzung "S 211" mit dem Bootswappen am Schiffchen auf dem Weg zum Transport in die Niederlande - Bild: Archiv Ola Erlandsson

Am 13.05.1945 führte "S 211", das bei der Teilkapitulation am 04.05.1945 in Rotterdam gelegen hatte, begleitet von britischen MTBs einen Personaltransport nach Gosport/England durch.

"S 112" hatte von St. Peter Port aus an dem Handstreich des VAdm Hüffmeier auf Granville am 07.02.1945 teilgenommen und war nach Abbruch der Aktion wieder in St. Peter Port eingelaufen. Mit nur einer einsatzbereiten Maschine konnte es am nächsten Tag nicht an der Operation teilnehmen und verlegte nach St. Lorient. An Bord waren sechs Heeresoffiziere darunter drei Bataillonskommandeure. Der Kommandant (Lt.z.S. Nikelowski) verunglückte im April tödlich. Das marode Boot blieb in St. Lorient liegen und wurde von der französischen Marine am 27.06.1951 zum Abwracken verkauft.  

Im letzten Kriegsjahr wurden 6 Schiffe versenkt mit zusammen 10.467 BRT. 

Die eigenen Verluste betrugen: 67 Gefallene, 20 Verwundete, 18 Gefangene. Es gingen 13 Boote verloren: S 180 und S 223 durch Minentreffer; S181, S 186, S 194 und S 224 durch Bomben/Bordwaffenbeschuss; S 176, S 177, S 193 und S 199 durch/nach Artillerietreffer; S 167, S 202 und S 703 durch Kollision.   

Interessant ist, dass die mit der angeblich sicheren "Enigma" verschlüsselten Funksprüche durch die britische Aufklärung nicht nur aufgefangen sondern auch entschlüsselt wurden, so dass der Gegner über die Bewegungen der S-Boote gut informiert war. Als Beispiele dienen folgende Sprüche:

Empfangszeit in England Text
12.04.1945 17:47 S-301 mit S-305, S-191, S-215, S-92 und S-48 verlegen von Wilhelmshaven nach Wesermünde um 19:00 Uhr. Fahrt 27 Knoten (Funkwache auf Nordsee-Kurz-Welle und S-Boot-Welle 1). Weiterfahrt nach Brunsbüttel um 22:30 Uhr mit S-196 und je einem Neubau im Schlepp. Fahrt 10 Knoten.
12.04.1945 22:15 S-48, S-82, S-191, S-211 und S-305 abgelegt Wilhelmshaven um 19:20 Uhr.
15.04.1945 06:18 Alle Boote fest in Wesermünde außer Neubau ??. S-316 02:30 Uhr. S-316 selbst versenkt auf Position 533415 N/0081612 E. 17 m Wassertiefe, keine Behinderung der Schiffahrt.
16.04.1945 19:05 Ablegen Wesermünde nach Brunsbüttel um 19:30 Uhr mit S-301, S-306, S-215, S-191, S-95 und S-305 sowie 6 Neubauten. Fahrt 12 Knoten.

Die o.a. Enigma-Sprüche sind aus dem Archiv von Flemming Hansen.

Bei den angesprochenen Neubauten handelte es sich vermutlich um Boote der Reihe "S 307" bis "S 321", die nicht mehr in Dienst gestellt wurden. Davon ging "S 316" durch Selbstversenkuong in der Wesermündung verloren. Der Verbleib der übrigen Boote ist ungeklärt. Möglicher Weise gingen sie zur Henry Rasmussen Yacht & Baadeværft in Gl. Hestehauge bei Svendborg/Dänemark zur Endausrüstung. Es ist wahrscheinlich, dass acht davon am 06.05.1945 in der Lunkebucht/Dänemark selbstversenkt wurden.