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  Kriegsmarine - Kanal 1942

 

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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

Die Kriegschauplätze der S-Boote

 

Englischer Kanal 1942

Bis in den Februar behinderte schweres Wetter die Schnellboote an der Westfront.

Am 01.01.1942 ging bei der 2. SFltl der Befehl ein, in der folgenden Nacht eine Verseuchung des Geleitweges vor der Ostküste Englands durchzuführen. "S 70", "S 53", "S 105", "S 39", "S 24" und S 111" liefen aus Rotterdam aus und gerieten in schlechtes Wetter. Sie warfen ihre 36 LMB-III in der Nähe der Tonne 57. Einen gemeldeten Konvoi fanden die Boote nicht und liefen am 02.01. um 10.00 Uhr in den SBB Rotterdam ein.

Am 12.01.1942 erging der Befehl an die 4. SFltl in zwei Gruppen einen Konvoi mit Nordkurs bei Great Yarmouth anzugreifen. Die 2. SFltl sollte eine weitere Minensperre legen und anschließend einen Konvoi mit Südkurs angreifen. Beide Flottillen liefen am NAchmittag aus und wurden bereits um 17.45 Uhr zurückgerufen. 

Am 15.01.1942 wurden "S 29" (Kptlt. Manfred Schmidt), "S 39" ((Kptlt. Zymalkowski), "S 103" (unklar und ohne Kommandant) sowie "S 108" (Oblt.z.S. Karl-Friedrich Künzel) mitsamt ihren Besatzungen der 2. SFltl unterstellt. "S 51" der 4. SFltl wurde an die 6. SFltl abgegeben.

  Eisgang auf der Maas erzwang die Verlegung der 2. SFltl (Kptlt. Feldt) mit den Booten "S 29", "S 39", "S 53", "S 62", "S 70",  "S 103", "S 104", "S 105", "S 108" und "S 111" am 17.01.1942 in das noch unfertige Ijmuiden. 

Die 4. SFltl (Kptlt. Bätge) mit den Booten "S 48", "S 49", "S 50", "S 51", "S 52", "S 64", "S 109" und "S 110" verlegte nach m  18.01.1942  Boulogne. "S 24" wurde an die 6. SFltl zurückgegeben. 

Die am 17.01.1942 mit den Booten "S 18", "S 19", "S 20", "S 22", "S 24", "S 69", "S 71" und "S 101" hinzustoßende 6. SFltl (Kptlt. Obermaier) wurde in Ostende stationiert. 

Bei einem Minen-Einsatz der 2. SFltl in der Nacht 18./19.01.1942 war jedes Boot mit sechs LMB-III beladen. Das Werfen der 42 Minen bei Tonne 8 B (nordöstlich von Cromer) wurde durch die Vereisung der Minenschienen erschwert.

Die 4. SFltl stieß am 20.01.1942 gegen ein gemeldetes Geleit vor konnte es jedoch nicht finden und hatte eine Gefechtsberührung mit einem britischen Zerstörer, auf den "S 52" zwei Torpedos schoss, die aber beide nicht trafen. In der Nacht 21./22.01.1942 fuhr die Flottille einen weiteren erfolglosen Einsatz.

Die 2. SFltl musste bei einem Einsatz am 29.01.1942 bei Windstärke 5 - 6 umkehren.

Die Flottillen mussten 14 Tage untätig im Hafen verbringen. Die Flottillen umfassten:

2. SFltl

Chef Kptlt.  Klaus Feldt
S 29 Kptlt. Manfred Schmidt
S 39 Kptlt. Felix Zymalkowski
S 53 Oblt.z.S. Peter Block
S 62 Oblt.z.S. Hermann Opdenhoff
S 70 Oblt.z.S. Hans Helmut Klose
S 103 - -
S 104 Oblt.z.s.  Ulrich Roeder
S 105 Lt.z.S. Victor Howaldt
S 108 Oblt.z.S. Karl-Freidrich Künzel
S 111 Oblt.z.s. Paul Popp

4. SFltl

Chef Kptlt. Niels Bätge
S 48 Oblt.z.S. Götz Frhr. von Mirbach
S 49 Oblt.z.s. Max Günther
S 50 Oblt.z.S. Karl-Erhard Karcher
S 51 Oblt.z.S. Hans-Jürgen Meyer
S 52 Oblt.z.S.  Karl Müller
S 64 Oblt..z.S. Friedrich Wilhelm Wilcke
S 109 Oblt.z.S. Helmut Dross
S 110 Oblt.z.S. Albert Causemann
S 107  - -

6. SFltl

Chef Kptlt. Albrecht Obermaier
S 19 Lt.z.S. Wolfgang Hörning
S 22 Oblt.z.S. Herbert Witt
S 24 Oblt.z.S. Heinz Nolte
 S 69 ObStrm.d. Res. August Licht
S 71 Oblt.z.S.  Klaus Thomsen
S 101 Oblt.z.S. Gerhard Meyering

"S 18" und "S 20" von der 6. SFltl wurden am 17.01. bzw. 20.01.1942 in Kiel bzw. Wilhelmshaven an die 5. SFltl abgegeben.

Den Februar und März 1942 hindurch arbeiteten die 2. und die 4. SFltl zusammen. Minen- und Torpedoeinsätze wechselten sich ab. 

Am 01.02.1942 liefen "S 39", "S 70", "S 111", "S 62", "S 53" und "S 105" zu einem Torpedoeinsatz aus. Wegen eines Brandes musste "S 105" bereits nach 24 Minuten nach Ijmuiden entlassen werden. Die Flottille geriet in schweres Wetter mit Windstärke 5 - 6 und Seegang 4 - 5. Ein Einsatz gegen ein gemeldetes Geleit war nicht durchzuführen. "S 62" der zweiten Gruppe stieß auf einen Fischdampfer, der nach einem Schuss vor den Bug nicht beidrehte und daher unter Feuer genommen wurde. Ein geschossener Torpedo war ein Versager und schließlich konnte das Schiff als holländischer Fischdampfer aus Ijmuiden identifiziert werden. "S 62" und "S 53" übernahmen 11 Besatzungsmitglieder, darunter zwei Verwundete, und überließen den strark beschädigten Fischdampfer seinem Schicksal.

In Boulogne bereitete sich die 4. SFltl auf die Unterstützung des Unternehmens „Cerberus“ vor, des Kanaldurchbruchs der Schlachtschiffe „Gneisenau“ und „Scharnhorst“ sowie des Schweren Kreuzers „Prinz Eugen“. Die Flottille wurde mit den Booten "S 39" und "S 108" von der 2. SFltl und das Boot "S 69" von der 6. SFltl auf 10 Boote aufgefüllt. Um einer Verwechslung mit feindlichen Booten durch die Luftwaffe vorzubeugen, wurden die Oberdecks der Boote leuchtend gelb gestrichen. 

Die Flottille stand beim Kanaldurchbruch am 12.02.1942 bei Seegang 5 bis 6 in der nördlichen Flankensicherung. Bei einem Angriff von britischen Spitfire-Jägern  erlitt S" 64" Treffer mit zwei Schwer- und zwei Leichtverletzten, es entstand ein Brand im vorderen Tankraum, so dass dasBoot zurück geschickt werden musste. Bei einem Angriff von sechs Swordfish (Torpedofliegern) schoss "S 69" ein Flugzeug ab. Ein Angriff von fünf britischen MTBs blieb erfolglos. Die Angreifer wurden durch  den Zerstörer "Friedrich Ihn" abgedrängt. Der Durchbruch glückte ohne weitere Verluste.

Die in Sofortbereitschaft liegende 2. SFltl mit den ausgeliehenen Booten "S 39" und "S 109" kam wegen aufkommenden Schwerwetters nicht mehr zum Einsatz.

 Nach dieser Unternehmung wechselten sich Minen- und Torpedo-Einsätze ab. Am 15.02.1942 warf die 4. SFltl unter stellvertretender Führung von Oblt.z.S. Frhr. von Mirbach mit "S 48", "S 49", "S 52", "S 109" und "S  110" bei Dungeness 35 Minen. 

Als die 2. SFltl nach einem Minen-Einsatz in der Nacht 19./20.02.1942 von britischen Zerstörern gejagt wurde, kollidierten "S 39" und "S 53". Während "S 39" mit aufgerissener Seite und einer voll gelaufenen Abteilung IV den Einsatzhafen erreichte, erfuhr man aus dem britischen Radio, dass von "S 53" (Oblt.z.S. Block) 18 Mann durch britische MGBs gerettet wurden. Der Kommandant Oblt.z.S. Peter Block fiel bei der Sprengung.  Sechs Besatzungsmitglieder, FkObGefr Gerhard Probst, MatrGefr Heinz Rüter, MatrGefr Walter Salewski, FkGefr Heinz Ursprung, MaschGefr Heinrich Weimar und Matr Hans Müller blieben verschollen.

Gordon Williamson schreibt dazu in "E-Boats vs. MTB - The British Channel 1941 - 1945" (ISBN 978-1-84908-406-2): "Am 19. Februar geriet der Konvoi FS29 unter Angriff durch Schnellboote von der 2. S-Bootflottille, aber die vereinte Feuerkraft von zwei Zerstörern, die den Konvoi beschützten, unterstützt von zwei MGBs und zwei MLs, war ausreichend um die Angreifer abzuweisen. Als die Schnellboote sich zurückzogen, kollidierten "S 39" und "S 53" mit hoher Fahrt. "S 39" war dazu in der Lage, weiterzufahren, aber "S 53" war teilweise geflutet. Der Zerstörer "Holderness" näherte sich mit der Absicht, ein Prisenkommando überzusetzen und das Boot zu beschlagnahmen. Als der Zerstörer näher kam, sprengte der Kommandant, Oblt.z.S. Block, sein Boot aber um eine Kaperung zu verhindern und ließ bei dieser Aktion sein Leben." David R. schreibt dazu ins Gästebuch der Seite http://schnellbootnet.jimdo.com/: "Mein Vater sprach darüber nur zu seinen Urenkeln. Das Boot wurde tatsächlich besetzt. Er war Mitglied des Prisenkommandos und Block riet ihnen ruhig und in gutem Englisch das Boot zu verlassen, da es kurz davor war, in die Luft zu fliegen. Zehn Offiziere und 19 Mannschaften wurden an Bord genommen (Bericht in den National Archives). HMS Holderness wurde durch die Explosion beschädigt. Mein Vater beschreibt Block als den tapfersten Mann, den er gekannt hat."

  Am 15.02.1942 war die Weisung von der Skl ergangen, die 6. SFltl mit acht Booten und Begleitschiff "Tsingtau" für den Einsatz im Raum Lofoten - Narwik in Marsch zu setzen. Ende April erreichte die 6. SFltl (Kptlt. Obermaier) mit vier Booten den neuen Stützpunkt Svolvær.

Am 22.02.1942 hatte die 2. SFltl den Auftrag mit "S 10", "S 70", "S 108", "S 104", "S 111,", "S 62" und "S 29" zwischen Tonne 52 und 54 B Minen zu werfen. Die 42 LMB fielen planmäßig.

Der Monat März begann mit schlechtem Wetter, so dass der erste Einsatz der 2. SFltl mit "S 70", "S 105", "S 62", "S 104", "S 29" und "S 111" erst am 09.03.1942 gegen ein bei Tonne 62 gemeldetes schnelles Geleit durchgeführt wurde.  Die Boote kamen aber zu spät und liefen ohne Ergebnissse wieder ein.

Am 01.03.1942 ging die 4. SFltl mit "S 48", "S 49", "S 109", "S 52", "S 51" und "S 110" in See, um ein erwartetes Westgeleit anzugreifen. "S 109" musste wegen eines Maschinenschadens entlassen werden. Die Boote fanden keinen gegnerischen Konvoi und mussten dann Sicherung für ein eigenes Geleit fahren. Dabei wurden sie querab von Kap Gris Nez von eigenen Bewachern beschossen. "S 48" bekam vier Treffer in Abt. II blieb aber ohne Personalverluste. Gegen 03 Uhr wurde festgestellt, dass die Boote mit Radar erfasst worden waren. Sie wurden von 01.25 bis 01.35 Uhr von britischen Küstenbatterien beschossen.  

In der Nacht 09./10.03.1943 meldete die 2. SFltl die Versenkung von zwei Dampfern mit 5.000 BRT durch "S 70" und "S 105". Es ging aber nur der britische Frachtdampfer "Horseferry" (951 BRT) durch Treffer von "S 70" verloren. 

Am 12.03. musste die 4. SFltl bei der Westhinder-Tonne wegen des schlechten Wetters umdrehen und wieder einlaufen. Am 14.03. operierte die Flottille gegen ein gemeldetes Nordgeleit bei Tonne 56 F musste aber wieder erfolglos  umdrehen. Auf dem Rückmarsch wurde "S 51" von einem Zerstörer beschossen, in Abt. II brach Feuer aus und es gab vier Schwer- und drei Leichtverletzte. Das Boot erreichte Ostende mit achtern 30 cm Freibord.  

 Bei den Mineneinsätzen der Schnellboote stellte die eigene Funkaufklärung fest, dass die britischen Küstenradarstationen die Boote ortete und die Lage der Minenfelder vermessen und damit die britischen Geleite um die Minenfelder herum leiten konnte. Dies war vorerst das Ende der Minenwurfeinsätze in diesem Gebiet.

Wegen der kurzen Wege von und nach Boulogne konnte die 4. SFltl sich nach Einsätzen fast immer der Verfolgung durch Feindkräfte entziehen. Die 2. SFltl hingegen wurde immer mit der alarmierten Abwehr konfrontiert. 

In der Nacht 14./15.03.1942 operierte die 2. SFltl mit "S 105", "S 70", "S 111" "S 62", "S 104", "S 29" und "S 108" gegen ein Geleit bei Tonne 57 C. "S 70" musste wegen Maschinenschaden entlassen werden, "S 104" und "S 62" meldeten einen Zerstörer und zwei Dampfer. "S 104" (Oblt.z.S. Roeder) konnte zwar aus dem Geleit FS.349 heraus den britischen Zerstörer „Vortigern“ versenken, mussten dann aber ohne Sichtkontakt Einzelboot- bzw. Rottenweise den Rückmarsch antreten. Auf "S 104" gab es einen 12-cm-Granatentreffer auf der Brücke, ohne dass eine Detonation erfolgte. Durch einen MG-Treffer gab es einen Leichtverletzten.

Nach dem Einlaufen erhielt die 2. SFltl die Nachricht, dass ein Boot kürzlich Feindberührung mit MGBs hatte. Die Flottille lief aus, um das fehlende Boot, "S 111", zu suchen. Das Boot war bereits durch die britischen "MGB 87", "MGB 88" und "MGB 91" niedergekämpft und geentert worden und wurde abgeschleppt. 

Als die 2. SFltl auf diesen Schleppzug stieß, eröffneten die deutschen Boote das Feuer, "MGB 91" wurde getroffen und von den 13 Mann Besatzung wurden sechs verwundet. Die MGBs hatten "S 111" bereits losgeworfen, Ruder und Schrauben ragten schon aus dem Wasser. Die MGBs liefen ab und konnten in einer Nebelwand entkommen. "S 104" und "S 62" gingen längsseits und schleppten das Boot über den Achtersteven ab. 

Auf "S 111" hatte es 14 Gefallene gegeben, darunter der Kommandant, Oblt.z.S. Paul Popp, der Kmdt-Schüler Oblt.z.S. Friedrich-Wilhelm Jopping, der Brückenfähnrich Fähnr.zS. Horst Iwan, der Leitende Maschinist StObMasch. Hermann Rathmann, der Matrose (SOA) Klaus Wendt, ObBtsMt. Kurt Rösler, die FunkGefr. Brandt und Harry Graetsch, der Matr.Gefr. Helmut Rausch, der Matr. Adolf Kopp, der MaschMt. Gerhard Lampe, die Matr.Gefr. Pajonk und Alois Gröbmeier und der MaschGefr. Erich Harlep.

Als Konsequenz aus der Erkenntnis der Leichtverletzlichkeit der Brückenbesatzung im Nahgefecht wurde schon  im April bis Mai 1942 versuchsweise eine Brückenpanzerung im Rahmen der Grundinstandsetzung von "S 50" eingebaut.

 

Das schwer beschädigte "S 111" unter dem White Ensign - Bild aus Hümmelchen

Auf dem Rückmarsch wurde die Flottille von 11 Spitfire-Jägern angegriffen. Durch die 30 Minuten dauernden Angriffe erlitten die Boote viele Beschädigungen, es gab vier Schwer- und acht Leichtverletzte. "S 111" musste aufgegeben und versenkt werden. Alle Boote waren für vier Wochen aKB.

In seinen "Erinnerungen an den Schnellbootseinsatz im Westen 1940 - 1945" schreibt der ehemalige 1A op im Stab des F.d.S., Kaptlt. a.D. Bernd Rebensburg: "... Darüberhinaus ist festzustellen, dass unser UK-Gerät .... schon 1940 vom Engläner mitgehört wurde ... da sein Gebrauch uns verriet, wurde es ab 1941 lieber als FuMB (Funkmeßbeobachtungsgerät) benutzt ... Es wurde als wahrscheinlich angesehen, daß die Verluste von S 38 - 1940 und S 111 - 1942 durchTäuschung auf unserem UK seitens der Engländer zustandegekommen oder begünstigt worden sind."

Am 19.03.1942 erhielt die 2. SFltl mit "S 67" (Kptlt. Zymalkowski) ein neues Boot. Es stieß aber erst am 27.03. zur Flotille. Am Abend des 26.03. hatten "S 62" und "S 29" 12 LMB bei Punkt Z geworfen, auf dem Rückweg ergebnislos nach dem Schlauchboot einer deutschen Aufklärerbesatzung gesucht und waren gegen Morgen in Ijmuiden eingelaufen.

Am 31.03.1942 ging die 2. SFltl mit "S 67", "S 108", "S 29", "S 62" und "S 70" mit Minen in See. Die Minen wurden planmäßig nördlich bzw. südlich East Dudgeon geworfen. 

Auf den von den S-Booten im März geworfenen Minensperren sanken ein Frachter ("Cressdene" - 4270 BRT) und zwei Tanker ("Audacity" - 589 BRT und " Frumention" - 6675 BRT. 

Der Monatsanfang des April war von schlechtem Wetter bestimmt. Es waren nur einige wenige Einsätze möglich. 

Am 03.04.1942 befahl der F.d.T. einen Torpedoeinsatz auf ein Südgeleit aus 20 Dampfern für die 2. SFltl und einen Mineneinsatz für die 4. SFltl bei Tonne 54 G, danach sollte die 4. SFltl gegen das gleiche Geleit operieren. Die 2. SFltl ging mit "S 67", "S 108", "S 62", S 29" und "S 70" in Lauerstellung bei Tonne 56 und konnte nur zwei Zerstörer sichten, Die 4. SFltl warf ihre Minen wie geplant.

Das schlechte Wetter brachte den Flottillen eine Pause bis zum 10.04.1942. An diesem Tag wurde Kptlt Töniges, Kommandant "S 29", zur 1. SFltl versetzt. "S 29" verblieb ohne Kommandant aKB als Reserveboot bei der 2. SFltl.

Am 12.04.1942 fuhr die SFltl einen erfolglosen Einsatz gegen ein verspätet gemeldetes Südgeleit. Die 4. SFltl warf bei Tonne 54 E eine Sperre, wobei auf "S 64" der MatrGef. Heyduga von einer Mine über Bord gerissen wurde. Eine Rotte der 2. SFltl wurde von einem Zerstörer gejagt, wobei sich die französischen Nebelbojen bewährten, die außenbords geworfen wurden und an denen sich die britischen Maschinenwaffen festbissen.

Am 14.04. wurde "S 103" nach Reparatur unter Oblt.z.S. von Stempel wieder in Dienstgestellt. "S 101" sollte als Reserveboot an die 6. SFltl abgegeben werden, verblieb aber zunächst bei der. 2. SFltl.

Am 20.04.1942 wurde der Schnellbootsverband eigenständig. Der Stab Führer der Torpedoboote (F.d.T.), der sich in der Vergangenheit hauptsächlich um die S-Boote gekümmert hatte, wurde zum Stab Führer der Schnellboote (F.d.S.). Die Torpedoboote kamen unter das Kommando des Führers der Zerstörer (F.d.Z.). Neuer F.d.S. wurde KorvKpt. Petersen, der diesen Posten – zuletzt als Kommodore – bis Ende des Krieges innehatte. 

Die zweite Hälfte des April  und die erste Maiwoche waren wiederum von schlechtem Wetter gekennzeichnet. 

Die Schnellbootslage stellte sich Anfang Mai wie folgt dar: Die 1. SFltl war auf dem Marsch ins Schwarze Meer, die 3. SFltl fuhr Mineneinsätze gegen Malta, die 6. SFltl hatte ihren neuen Einsatzhafen Svolvær/Lofoten erreicht, die 8. SFltl wartete im Semskefjord/Finmarken auf günstiges Wetter, um Einsätze fahren zu können, die 5. SFltl betrieb in der Ostsee Ausbildung. An der Westfront waren lediglich die 2. und 4. SFltl im Einsatz und das, wie der F.d.S. dem OKM meldete bei ständig wachsenden Zahlen der britischen MTBs, MGBs und MLs.

"S 49" verlegte zum Motoren- und Wellenwechsel sowie Grundinstandsetzung nach Wilhelmshaven, der Kommandant, Lt.z.S. Günther, übernahm "S 50", "S 110" verlegte nach Kiel, um die Wellenanlage ändern zu lassen, da ständig Stopfbuchsenprobleme auftraten, der Kommandant, Oblt.z.S. Causemann, übernahm "S 107". "S 50" und "S 107" hatten längere Zeit in der Werft verbracht. Die Werftzeit von "S 110" dauerte bis Juli 1942.

Um trotz des schlechten Wetters Einsätze fahren zu können wurde die 4. SFltl mit "S 52", "S 52", "S 63" und "S 107" am 10./11.05.1942 über Ostende nach Boulogne verlegt. Die 2. SFltl legte mit "S "S 67", "S 108", "S 104", "S 105", "S 62" und "S 70" Minen vor Orfordness und stellte fest, dass die Boote fast ständig vom Radar erfasst waren. 

Am 12.05.1942 fuhr die 4. SFltl zusammen mit der 5. T-Fltl und der 2. und 8. M-Fltl Sicherung für den Hilfskreuzer "Stier". Durch britische Schnellboote wurden die T-Boote "Iltis" und "Seeadler" versenkt. Aus britischen Berichten geht hervor, dass "MTB 220" im Gefecht mit S-Booten versenkt wurde. Der Hilfskreuzer und die T-Boote "Kondor und Falke" liefen in Boulogne ein. Die S-Boote konnten insgesamt 83 deutsche und drei britische Seeleute retten. Anschließend wurde die Flottille in den Flottillenstützpunkt Hoek van Holland zurückverlegt, wo sie am 15.05.1942 eintraf.

In der gleichen Nacht war die 2. SFltl zu einer Verminung bei Tonne 56 in See. Auf dem Marsch dorthin musste "S 105" wegen Maschinenschadens entlassen werden, kurz darauf erlitt auch "S 108" einen Maschinenschaden und wurde durch "S 62" zum Hafen zurückbegleitet. Die übrigen Boote, "S 104", "S 70", "S 67" und "S 24" legten 18 LMB-Minen im Zielgebiet.

Der F.d.S. bemerkte am 16.05.1942  in seinem KTB, dass mit nur zwei S-Flottillen im Westraum keine entscheidende Erfolgsmöglichkeit gegen den britischen Versorgungsverkehr erwartet werden könne.

In der Nacht 17./18.05. war die 2. SFltl mit "S 105", "S 104", "S 67" und "S 70" und die 4. SFltl mit "S 109", "S 63", "S 51" und "S 52" ausgelaufen, um bei Tonne 56 Minenzu legen. Während die 2. SFltl ihre Minen planmäßig legen konnte, wurde die 4. SFltl durch landgestützte Scheinwerfer daran gehindert und warf ihre Minen 1 sm nördlich der Tonne 55 A. Da das Minenlegen durch Radar entdeckt worden war, suchten am 18.05. bereits vormittags 12 Flottenminensucher das Gebiet ab.

Am 22.05.1941 warf die 2. SFltl mit drei Booten nordwestlich der Tonne 56 A Minen. Die 4. SFltl musste am nächsten Abend mit vier Booten wegen Nebels umkehren. Bis Ende des Monats fand wegen des schlechten Wetters kein Einsatz der beiden Flottillen mehr statt.

Die beiden Flotillen in Norwegen (6. und 8. SFltl) kamen in dieser Zeit nicht zum Einsatz, fehlten dem F.d.S. aber dringend im Kanal.

Am 02.06.1941 warf die 2. SFltl mit vier Booten 24 LMB östlich der Tonne 56 A, währed die 4. SFltl wegen Vollmondes und Zeitverlustes durch Fliegerangriffe ihre Minen nicht werfen konnte. 

Am Abend des 03.06. lief die 2. SFltl mit drei Booten zu einer weiteren Minenoperation aus, musste aber bald umkehren, da "S 67" Maschinenschaden hatte. Die 4. SFltl mit "S 63", "S 64", "S 107" und "S 109" hatte kurz vor Erreichen des Zielgebietes Feindberührung. Sieben britische S-Boote folgten in ihrem Kielwasser und ließen sich weder abschütteln noch fassen. Daher kamen die Boote erst in der Morgendämmerung zum Abwurf der Minen.

In der Nacht 04./05.06.1941 warf die 4. SFltl zahlenmäßig verstärkt durch "S 48" östlich von Dungeness 30 LMB auf dem Geleitzugweg. "S 48

In der Nacht vom 05./05.06.1941 konnte die 2. SFltl mit "S 105", "S 70", "S 67" und "S 104" 24 LMB bei Tonne 56 A werfen. 

Am 06.06.1941 bezog der Stab des F.d.S. seine Befehlsstelle bei Wimereux.

In der Nacht 06./07.06. warf die 4. SFltl von Boulogne aus mit fünf Booten bei Dungeness 30 LMB, wurde dabei aber vom Radar geortet, so dass bereits am Morgen mit den Räumarbeitn begonnen wurde. In der folgenden Nacht konnte die Flottille ihre 24 LMB werfen, wurde aber durch einen Bewacher beschossen ohne Schaden zu nehmen.

In der Nacht vom 09./10.06.1941 lief die 2. SFltl mit vier Booten aus Ostende aus, um Minen zu legen. Durch Maschinenausfall auf "S 105" und "S 70" konnte die Operation mit den verbliebenen Booten "S 67" und "S 104" nicht durchgeführt werden. Während dessen konnte die 4. SFltl 29 Minen wie geplant legen. Die 30. Mine konnte aber nicht geworfen werden, da sie vom Wagen abgerutscht war. Nach dem Werfen der Minen wurde die Flottille von drei britischen MGBs verfolgt, konnte sie aber abschütteln.

Von 10. bis 13.06.1941 gab es für die Boote eine wetterbedingte Pause. Am 14.06. lief die 2. SFltl mit drei Booten und die 4. SFltl mit vier Booten wiederum mit Minen aus, die planmäßig geworfen wurden. Diese Operation sollte auch von der Passage des geschleppten Tankers "Memelland" ablenken, der unbehelligt von Boulogne nach Dunkirchen gelangte.

Da die beiden Flottillen auf insgesamt sieben einsatzbereite Boote zusammengeschrumpft waren, wurden sie am 16.06. unter Führung des Chefs 4. SFltl zusammengefasst und warfen in der folgenden Nacht 42 LMB südlich Beachy Head. Sie wurden wiederum geortet und der Gegner setzte je eine MTB- und eine MGB-Flottille auf sie an, die allerdings zu spät kamen. Der Gegner begann praktisch sofort mit den Räumarbeiten. Auf allen Sperren der vorangegangenen Einsätze gab es keine gegnerischen Schiffsverluste.

Am 17.06. mussten die Boote wegen des schlechten Wetters umkehren, am 18.06. frischte der Wind auf 5-6 Bf auf. Am 19.06. liefen sie erneut aus, um 42 Minen südlich Beachy Head zu werfen. Eine Gefechtsberührung mit Motorlaunches blieb ohne Folgen,

 Am 22.06. operierten die sieben Boote gegen einen Konvoi, der bei Dungeness erfasst worden war. Sie wurden früh geortet und durch MGB und Küstenartillerie beschossen, den Konvoi fanden sie nicht.

In der folgenden Nacht liefen acht Boote der 2. und der 4. SFltl erneut mit Minen aus und warfen 48 LMB südöstlich Dungeness. Danach verhinderte das Wetter wieder alle Einsätze. Erst in der Nacht zum  27.06. konnten die Boote wieder 48 Minen südlich Hastings werfen. In dieser Nacht wurde "S 78", das von Rotterdam als Verstärkung nach Boulogne unterwegs war, von britischen Nachtjägern angegriffen. Zwei Mann, MatrGefr. Simanzig und VerwGefr. Seitz fielen, von den vier Schwer- und fünf Leichtverletzten erlag FkGefr. Gerhard Kröck später seinen Veletzungen.

Am Abend des 27.06. verlegten die 2. und 4. SFltl von Boulogne nach Cherbourg, wo sie am Morgen des 28.06. eintrafen. Sie sollten von Cherbourg aus unter der Führung des Chefs der 2. SFltl in der Lyme Bay operieren.

Aufgrund von Aufklärungsmeldungen erwartete der F.d.S. hier die Geleitzüge "Ranger" und "Review", allerdings mussten die Boote wegen der hellen Mondnächte im Hafen bleiben. Wegen Sichtverschlechterung bleiben die Aufklärungsflüge am 02.07. aus und am 03.07. meldete ein Aufklärer einen Frachter und zwei Bewacher. Die Meldung kam so spät, dass die Boote nicht mehr zum Einsatz kamen.

Am 06.07. entdeckte die Aufklärung die Geleitzüge "Skipper" und  "Cloak". Am 08.07. wurden die Geleitzüge "Review" und "Nation" gemeldet. Daraufhin griff die 2. SFltl mit acht Booten im neuen so genannen Stichansatz den von einem Zerstörer und zwei Bewachern geschützten Konvoi bei bedecktem Himmel mit Regenschauern in der Nacht 08./09.07. unbemerkt an und meldete die Versenkung von sechs Fahrzeugen mit geschätzt 22.000 BRT. In Wirklichkeit wurden versenkt von "S 67" der britische Tanker "Pomella" (6.766 BRT), von "S 48", "S 109" und "S 70" die norwegischen Dampfer "Kongshaug" (1156 BRT), "Røsten" (736 BRT) und "Bokn" (698 BRT), von "S 50" der niederländische Dampfer "Reggestrom" (2.836 BRT). "S 104" verfehlte mit zwei Torpedos einen Bewacher und "S 63" versenkte den britischen Trawler "Manor", den der Kmdt. für einen Tanker hielt.

In den folgenden Wochen wurden wegen fehlender Feindmeldungen durch die Luftaufklärung wieder Mineneinsätze gefahren, so von der 4. SFltl mit "S 78" und "S 66" in der Nacht auf den 10.07.1942. In der Nacht zum 13.07. war die 2. SFltl in zwei Gruppen zu je fünf Booten im Mineneinsatz.  Die Boote waren die ganze Zeit unter Radarbeobachtung, so dass der F.d.S. die Sperren als unwirksam ansah. Von den 10 Booten hatten zwei Funkmeßbeobachtungsgeräte (FuMB) an Bord und man nahm an, dass die Geräte durch Eigenstrahlung die Boote auf über 40 sm verraten hatten. Daher wurden die Geräte wieder ausgebaut.

In der Nacht zum 15.07. fuhren die Boote "S 48", "S 50", "S 78" und "S 66" als Fernsicherung für die 8 MS-Flottille. In der folgenden Nacht verminte die 2. SFltl mit 10 Booten den Needles Kanal bei einer für S-Boote herrschenden Grenzwetterlage.

Das schlechte Wetter verhinderte in der Folgezeit alle S-Boot-Einsätze. Erst in der Nacht 20./21.07. konnten 10 Boote von der 2. SFltl mit "S 70", "S 104" und "S 67" und der 4. SFltl mit "S 48", "S 109", "S 63", "S 64", "S 50", "S 78" und "S 66" als Ablenkung von der Operation der 3. T-Fltl, die zwei defensive Minensperren warf, wirken. Die S-Boote sollten danach bei Beachy Head 38 Minen werfen. Die Boote wurden zwar die ganze Zeit vom gegnerischen Radar verfolgt, aber bei dem schlechten Wetter kam es zu keiner Berührung mit Feindkräften. Die 2. Sfltl machte  um 04.50 Uhr im SBB Cherbourg fest. Als die 4. SFltl beim Einlaufen an Cap d'Albrech vorbeifuhr, wurde sie von deutscher Küstenartillerie unter Feuer genommen. 

Die 5. SFltl (Kptlt. Klug) mit den Booten "S 77" und "S 68" wurde in der gleichen Nacht von Ostende nach Cherbourg verlegt. Als weitere Verstärkung trafen "S 108", "S 101", "S 62", "S 80" und "S 110" in Ijmuiden ein. "S 108" und "S 80" kollidierten dabei und fielen für ein paar Tage aus.

Vom 22. bis 25.07. ließ das Wetter keine Einsätze zu. In der Nacht zum 26.07. verlegten "S 62" und "S 108" von der 2. SFltl nach Le Havre, wobei sie kurz nach dem Auslaufen von Boulogne von der deutschen Küstenartillerie beschossen wurden, und in der folgenden Nacht verlegten sie von Le Havre nach Cherbourg.

Am 26.07.1942 erhielt die 2. SFltl den Befehl nach Guernsey zu verlegen. Dieser Befehl konnte wegen des schlechten Wetters nicht ausgeführt werden.

Am 28.07. erhielt die 2. SFltl Befehl, zur Unterstützung von zwei Vorpostenbooten bei Cap de la Hague zu fahren. "VP 202" war im Gefecht mit britischen Zerstörern bereits gesunken. Hafenschutzboote aus Alderney hatten 24 Überlebende übernommen. "VP 203" brannte und ging beim Abschleppversuch unter. 

Am 31.07.1942 traf die 5. SFllt mit "S 65" und "S 115" und "S 80" und"S 105" von der 2. SFltl sowie den von der 4. SFltl zugeteilten "S 64" und "S 66" in Guernsey ein. Am Morgen des 01.08.1942 traf auch die 4. SFltl dort ein. 

In der Nacht vom 01./02.08.19442 fuhr die 2. SFltl mit "S 62", "S 70", "S 80", "S 194, "S 105", "S 67" und "S 108" Sicherung für eine Minenoperation der 8. M-Fltl. Beim Einlaufen in Cherbourg wurden die 8. MS-Fltl und die zweite Gruppe der 2. SFltl überraschend von vier Booten der 8. MGB-Flotilla angegriffen. Die vier MGBs drehten nach 10 Minuten ab und entkamen mit nur leichten Schäden aus dem Gefecht, in das auch die Küstenartillerie eingegriffen hatte.

In der Nacht 03./04.08.1942 ging der 1. AstO des F.d.S., KorvKpt. Herbert Max Schultz, mit 13 Booten der 2. und 5. SFltl von Cherbourg und die 4. SFltl mit fünf Booten von St. Peter Port aus in See, um das gemeldete Geleit WP.196 ("Cloak") anzugreifen. "S 65" musste bald wegen Maschinenschadens umkehren. "S 110" sichtete vier Dampfer. Beim Angriff wurden die Boote von einem Zerstörer gejagt kamen aber dennoch zum Schuss. Die 4. SFltl meldete die Versenkung von zwei Dampfern von 3000 BRT und die Torpedierung eines weiteren Dampfers von 2000 BRT, es wurden aber keine Fahrzeuge versenkt. 

In der Nacht 06./07.08. waren die 2. und die 4. SFltl mit 12 Booten in  See. Ziel war das von Aufklärern gemeldete Westgeleit "Range". Von St. Peter Port waren auch drei Boote der 4. SFltl und von Cherbourg die 5. SFltl mit dem gleichen Ziel ausgelaufen. Es kamen keine Ziele in Sicht. Die von der 5. Sfltl mitgeführten Minen wurden planmäßig geworfen

Da der F.d.S. die Chancen im Westen des Kanals auf Erfogle zu erzielen als gering beurteilte, beschloss er die Flottillen nach Boulogne, Rotterdam und Ijmiuiden zu verlegen. Die 4. SFltl verlegte am 08.08. von Cherbourg nach Boulogne. Schlechtes Wetter verhinderte Einsätze bis zm 13.08.1942. Zwei Boote der 4.Sfltl liefen von Boulogne nach Rotterdam. Die 2. SFltl verlegte am 14.08. von Cherbourg Richtung Ijmuiden. Die 5. SFltl folgte in der gleichen Nacht und warf zwischen Bill of Portland und der Isle of Wight 24 Minen. Gleichzeitig legte die 4. SFltl von Boulogne aus 36 Minen südlich Dungeness.

Der Gefechtsstand des F.d.S. verlegte am 16.08.1942 von Wimereux nach Scheveningen. Mit der Zurückverlegung der drei Flottillen und dem Verfügbarwerden der 6. SFltl, von der fünf Boote in Rotterdam in der Werft lagen, "S 76" lag aKB in Kiel und "S 69" sowie "S 113" waren auf dem Marsch von Norwegen nach Süden, rechnete er in der Kanalenge und im Hoofden mit mehr Erfolgen. Die Boote "S 77" und "S 115" und die neu aus Deutschland hinzugekommenen Boote "S 81" und "S 78" von der 4. SFltl bildeten kurzfristig - von 16. bis 24.08.1942 in Boulogne die 2. Gruppe der 5. SFltl. 

In der Nacht 16./17.08. warf die 5. SFltl von Cherbourg aus 24 Minen in der Lyme Bay. 

Am 18.08. warf die 5. SFltl erneut 24 Minen in der Lyme Bay und lief am 19.08. in St. Peter Port ein. "S 112" konnte mit seinem FuMB-Gerät in der Nähe stehende MGBs gut orten. 

Vorstöße der 4. Sfltl mit sechs Booten und der 2. SFltl mit ebenfalls sechs Booten in der Nacht 19./20.08. gegen ein Nordgeleit blieben ohne Ergebnis. Die 2. Gruppe der 5. SFltl mit "S 116", "S 112" und "S 68" von Cherbourg und "S 78", "S 81", "S 77" und "S 115" von Boulogne blieb ebenfalls ohne Erfolge. "S 81" fischte einen polnischen Spitfire-Piloten auf, der von einer Me 109 abgeschossen worden war.

Bis zum 24.08. verhinderte das Wetter weitere Einsätze. An diesem Tag wurde eine Rotte der 5. SFltl in See befohlen. Der Kontakt, der von der Luftwaffe gemeldet worden war und der den Einsatz bedingt hatte, erwies sich als Fehlkontakt. 

In der Nacht 24./25.08. warf die 2. SFltl mit "S 101", "S 62", "S 70", "S 80", "S 67", "S 108", "S 104" und "S 105" 48 Minen östlich von Great Yarmouth. Die ablaufenden Boot wurden von einem Zerstörer beschossen. Die 4. SFltl mit "S 110", "S 66" und "S 79" warf 18 Minen vor Lowestoft. Da der Gegener die Verminung erkannt hatte, wurden bis 28.08. bereits 19 Minen geräumt. Am 25.08. war allerdings der britische Frachter "Kyloe" (2820 BRT) auf einer Mine der Sperre gesunken.

In der Nacht 26./27.08. verlegten die Boote "S 77" und "S 81" von Boulogne nach Cherbourg. Dabei stießen sie auf britische Schnellboote. Im Gefecht bewährten sich die neu eingebauten 40mm-Geschütze.

Für die Nacht 27./28.08. rechnete die Marinegruppe West mit einer Landung in der Seine-Bucht, daher wurde die 5. SFltl zum einem Aufklärungsvorstoß in See geschickt. Die Boote fanden keine Ziele  und die Landung fand nicht statt. 

Die 2. SFltl warf in der Nacht zum 31.08. mit sechs Booten 36 Minen östlich Orford Ness und die 4. SFltl warf 18 Minen bei Tonne 54 und fünf Boote der 5. SFltl warfen 30 Minen östlich Start Point. 

In der ersten Septemberwoche herrschte für Einsätze zu schlechtes Wetter. Erst am 04.09. fand ein Vorstoß der 5. SFltl zur Isle of Wight statt, der aber wegen starken Seegangs abgebrochen werden musste.

Anfang September 1942 kehrte die 6. SFltl von Norwegen zurück und wurde in Ijmuiden stationiert. Daher konnten in der Folgezeit immer drei Flottillen abwechselnd im Torpedo- und im Mineneinsatz sein.

In der Nacht 07/08.09. wurden die 4. SFltl mit vier Booten, die 6. SFltl mit zwei Booten und die 2. SFltl mit sieben Booten auf einen vermuteten Konvoi angesetzt. Die beiden Boote der 6. SFltl sowie "S 108" und "S 80" der 2. SFltl mussten wegen Maschinenschadens entlassen werden. Um 04.10 Uhr kam es zum Schusswechsel mit vier britischen ML. Dabei konnte "S 117" (Oblt.z.S. Bludau) mit seiner 40mm Treffer auf den Gegnern erzielen.

In der Nacht zum 09.09. warf die 5. SFltl mit sechs Booten 36 Minen östlich von Start Point. 

Die 6. SFltl mit "S 116", "S 81", "S 65", "S 112" und "S 77" warf in der Nacht zum 10.09. im gleichen Seegebiet 30 Minen. Die 5. SFltl unternahm von Cherbourg mit fünf Booten einen Ablenkungsvorstoß.

In der Nacht 10./11.09. sollten die 4. SFltl mit "S 117", "S 66", "S 63", "S 78" und "S 79", die 6. SFltl mit "S 73", "S 75" und "S 76" sowie die 2.Ffltl mit "S 101", "S 62", "S 108", "S 105", "S 67" und "S 80" einen Stichansatz auf einen vermuteten Konvoi durchführen. Der Konvoi wurde nicht gefunden, die 4. SFltl wurde von einem viermotorigen Flugzeug mit Bordwaffen angegriffen und hatte Gefechtsberührung mit  drei britischen S-Booten. Die 6. SFltl griff in ein Gefecht zwischen der 2. SFltl und "MGB 334", MGB 329" und "MGB 335" ein. Treffer im Maschinenraum und ein Brand achtern zwang "MGB 335" (Typ Fairmile C) zum Stoppen. "MGB 334" ging bei "MGB 335" längsseits und barg 12 Überlebende der 15-köpfigen Besatzung. Es versuchte das Boot mit Schüssen in die Wasserlinie zu versenken, was aber nicht glückte. 

Aussage des Kptlt. a.D. Hans-Friedrich Nitsche, ehemaliger Kommandant "S 114" im Gespräch mit FKpt a.D. Norbert Rath im Herbst 1999:  "Die deutschen Schnellboote warteten auf den Befehl anzugreifen. Der Befehl kam nicht. Erst nach erfolgter Rettungsaktion ließ Petersen die MGBs jagen und das verlassene englische Boot einschleppen."

"MGB 335" wurde geentert, der Brand gelöscht und "S 105" und "S 101" nahmen es in Schlepp. Das Boot wurde an Schlepper und Vorpostenboote übergeben und nach Den Helder eingebracht. Alle Geheimsachen und funktechnische Ausrüstung (Signalbuch, Minenkarten, Funk-, Radar- sowie FuMB- und IFF-Gerät) wurden erbeutet. 

Die deutsche Seite hat die Erbeutung des Bootes nicht propangandistisch ausgeschlachtet. Damit waren die eroberten Geheimsachen längere Zeit für die Auswertung von aufgefangenen Funksprüchen verwertbar. Die erbeuteten Karten über die deutschen Minenfelder zeigten auch die Schwäche des Minenkrieges an.

 In britschen Quellen z.B. Konstam: "British Motor Gun Boat 1939 - 45" wird angegeben, dass "MGB 335" nach Schäden im Gefecht in der Nordsee selbstversenkt wurde. Auch in Jefferson: "Coastal Forces at War" wird zum Schicksal von "MGB 335" nur angegeben, dass es in einem Gefecht in der Nordsee beschädigt wurde und brannte. Während bei Chapman "The War of the Motor Gun Boats", bei Scott "The Battle of the Narrow Seas" und bei Foynes "The Battle of the East Coast 1939 - 1945" das "MGB 335" nicht erwähnt wird, berichtet Reynolds in "Dog Boats at War", dass das Boot nach Den Helder eingeschleppt wurde und Paterson "Schnellboote - A Complete Operational History" berichtet dasselbe. 

Auf "S 62" und "S 80" hatte es fünf Schwer- und fünf Leichtverwundete gegeben, auf "S 78" gab es zwei Verwundete und auf einem Boot der 6. SFltl einen. Die deutsche Seite hat die Erbeutung des Bootes nicht propangandistisch ausgeschlachtet. Damit waren die eroberten Geheimsachen längere Zeit für die Entschlüsselung und Auswertung von aufgefangenen Funksprüchen verwertbar.

Die 5. SFltl war mit fünf Booten erneut zu einem Ablenkungsmanöver in See gegangen. Sie wurden schon bald geortet und die Geleitzerstörer "Albrighton" und "Glaisdale" sowie einige MGB wurden auf die Flottille angesetzt. Dennoch konnte sie die mitgeführten 30 Minen südwestlich St. Catherines Point werfen und ohne Zwischenfälle wieder einlaufen. 

 

Britische MTBs vom Typ Fairmile C - Foto: Imperial War Museum

 

Der F.d.S. forderte als Konsequenz aus dem Gefecht die Verstärkung der Brückenpanzerung (Kalottenbrücke) und die beschleunigte Ausrüstung mit 40-mm-Kanonen sowie Funkmessortungsgeräten (Radar) und Funkmessbeobachtungsgeräten (ESM). Daher wurde auf "S 67" eine 8mm dicke Plexiglas-Kalotte eingebaut, die sich aber wegen seiner hohen Widerspiegelung als unpraktisch erwies. "S 68" erhielt daher eine Aluminium-Kalotte, die sich als wesentlich praktischer bewies. Letztlich wurde für die Boote ein Stahl-Kalotte aus bis zu 12 mm (vorn), 10 mm (seitlich) und 8 mm (achtern) dickem WOTAN-Stahl gefertigt und bei Neubauten eingebaut sowie bei in Dienbst befindlichen Booten teilweise nachgerüstet wurde. Das erste 40mm-Geschütz war im August 1942 auf "S 117" nachgerüstet worden.

Wegen schlechten Wetters bleiben die Boote im Hafen bis am 14.09. ein Vorstoß der 2., 4. und 6. SFltl mit 14 Booten ins Leere ging. Die 5. SFltl fuhr mit "S 116", "S 81","S 77", "S 112" und "S 65" ein Ablenkungsmanöver für die Minenoperation "Elbing" der 8. M-Fltl.

Die Hoofden-Flottillen mussten erneut einige Tage wegen des Wetters im Hafen bleiben. 

Am 17.09. fuhr die 5. SFltl mit "S 116", "S 81", "S 77", "S 68" "S 112" und "S 65" einen Angriff auf einen von der Luftwaffe gemeldeten Konvoi. Auf dem Anmarsch mussten "S 77" mit Maschinenausfall und "S 68" als Begleiter entlassen werden. "S 112" und "S 65" schossen zwei Torpedos auf einen Zerstörer, der sie aber ausmanövrierte. "S 116" verfehlte einen Frachter von 2000 BRT. Die Boote wurden von dem Zerstörer abgedrängt.

Am Abend des 17.09. lief die 2. SFltl mit sieben Boote aus Ijmuiden aus, um auf ein von der Luftwaffe gemeldetes Geleit zu operieren, auch die 4. SFltl war von Hoek van Holland mit dem gleichen Ziel in See. Dichte Nebelbänke zwangen die Boote zur Umkehr. 

Vom 25. bis 27.09. verlegten "S 82" und "S 115" von Ijmuiden nach Cherbourg. Trotz wiederholter ES-Abgabe wurden die Boote von eigenen Geleitfahrzeugen beschossen.

Erst am 26.09. konnten die Holland-Flottillen wegen des Wetters wieder in den Einsatz gehen: Die 4. SFltl mit sechs, die 2. SFltl mit fünf und die 6. SFltl mit acht Booten gingen zum Mineneinsatz. "S 78" musste wegen Zylinderbruchs umkehren. Die übrigen 18 Boote konnten 108 Minen nördlich der Humber-Mündung legen. Die Minen fielen wegen eines Kompassfehlers auf dem Führerboot 10 sm nördlicher als geplant. Der Kompaßfehler stand im Zusammenhang mit der auf "S 63" neu eingebauten Kalottenbrücke. Auf diesen Minen sank am 07.10.1942 der britische Frachter "Ingham" (1337 BRT).  

In der Nacht zum 29.09. legte die 5. SFltl mit sieben Booten 20 Minen und 12 Reißbojen in der Lyme Bay. Bei einem Schuss der sich selbständig aus einer Maschinenpistole löste, wurde der Kommandant von "S 82", Oblt.z.S. Gerhard Rebensburg, so schwer verletzt, dass er trotz ärztlicher Hilfe durch den Flottillenarzt um 01.30 Uhr verstarb.

Die Gruppe West hatte eine Sicherungsanforderung an den F.d.S. gestellt worauf dieser feststellte, dass die S-Boote wegen fehlender Panzerung und unterlegener Artillerie zum Kampf gegen gegnerische S-Boote auf geringe Entfernung nicht geeignet sind.

In der Nacht zum 02.10. lief die 5. SFltl  mit sieben Booten in Cherbourg aus, um auf einen von der Luftwaffe gemeldeten Konvoi ("Cloak") aus kleineren und mittleren Dampfern zu operieren. Die Boote "S 81" und "S 116" hatten Maschinenschaden und wurden zusammen mit "S 115" als Begleitboot entlassen. Die Rotte "S 112"/"S 65" sichtete den Konvoi, die Rotte "S 77" /"S 68" schoss je zwei Torpedos, die aber fehlgingen. Bei einem erneuten Anlauf wurden sie von zwei Zerstörern gejagt. Vier auf die Zerstörer geschossenen Torpedos konnten diese ausweichen. Die Rotte "S 112"/"S 65" griff den Konvoi erneut an und "S 112" glaubte  einen Frachter von 1500 BRT und einen Bewacher versenkt zu haben, während "S 65" glaubte einen Frachter von 1500 BRT getroffen zu haben. Tatsächlich sank in dieser Nacht nur der Navy-Trawler "Lord Stonehaven (444 BRT) .

In der gleichen Nacht war die 5. SFltl mit "S 80", "S 62", "S 46", "S 67", "S 108" und "S 105" mit je sechs Minen an Bord (Ausnahme: "S 46" wegen des neuen 40mm-Geschützes konnte es nur vier Minen nehmen) aus Ijmuiden ausgelaufen, "S 67" und "S 108" mussten wegen Ruderschadens entlassen werden. Die 4. SFltl war mit "S 42", "S 117" (je vier Minen) und "S 66, "S 78", und "S 63" (je sechs Minen) in See gegangen, davon musste "S 66" wegen Maschinenschadens entlassen werden und umkehren. Als Begleitboot fuhr "S 42" mit. Die 6. SFltl war mit "S 71", "S 114", "S 76"  "S 73", "S 113" und "S 69" mit je sechss Minen in See gegangen. Die drei Flottillen vereinigten sich und warfen insgesamt 74 Minen vor der Humber-Mündung.

Wegen des schlechten Wetters erfolgte der nächste Einsatz erst am 06.10.1942 gegen einen von der Luftwaffe erfassten Nordkonvoi. Die 6. SFltl mit acht Booten sichtete Minensucher und Bewacher, konnte aber den Konvoi nicht finden. Die 2. SFltl sichtete den Konvoi und griff mit "S 101", "S 62", "S 108", "S 105", "S 46" und "S 80" aus spitzer Lage an. Es wurden 12 Torpedos geschossen und ein Bewacher sowie ein Frachter von 3500 BRT und zwei Frachter von je 2000 BRT wurden als versenkt gemeldet. Die 4. SFltl griff mit "S 117", S" 62" und "S 79" ebenfalls an und "S 117" und "S 62" meldeten zwei Treffer auf Frachtern von je 2500 BRT und "S 79" einen Treffer auf einem Frachter von 3500 BRT. Die 2. SFltl geriet unter Feuer von einem Zerstörer. Die 4. SFltl meldete sechs MLs. Versenkt wurden "ML 339", der Schlepper "Caroline Møller" (444 BRT) und der dänische Dampfer "Jessie Maersk" (1972 BRT). Die torpedierten Frachter "Sheat Water" (2370 BRT) und "Ilse" (2844 BRT) sanken beim Abschleppversuch zwischen Cromer und Great Yarmouth. Das Patrouillenboot "Sheldrake" und der Hilfminensucher "Monimia" wurden beschädigt. "ML 207" brachte die Überlebenden von "ML 339" und die der versenkten Frachter an Land. Das neue GA-Winkel-Stellzeug auf "S 80" hatte sich im Winkelschuss bewährt.

Britischen Quellen zufolge wurden am 06.10.1942 ebenfalls "MTB 29" (Gordon Williamson; "E-Boat vs MTB".  Osprey Publishing , Duel 34) und "MGB 76" (Angus Konstam: "British Motor Gun Boat 1939-45", New Vanguard 166) durch Kollision mit bzw. im Gefecht durch deutsche S-Boote versenkt. 

Es folgte eine Woche mit so schlechtem Wetter, dass S-Boots-Einsätze nicht möglich waren.

Am 13.10.1942 fuhr die 5. SFltl mit acht Booten einen Einsatz gegen ein Westgeleit, fand aber keine Ziele, danach suchten sie nach Überlebenden des Hilfskreuzers "Komet" (Schiff 45), das vom britischen "MTB 236" am frühen Morgen des 14.10. versenkt worden war. Von den 251 Besatzungsangehörigen überlebte keiner.

Von Holland aus waren in der gleichen Nacht  die 6. SFltl mit acht Booten, von denen "S 113" wegen Ruderschadens zusammen mit "S 114" umkehren musste, und die 4. SFltl mit fünf und die 2. SFltl mit vier Booten im Einsatz. Um 04.00 Uhr bekam die 4. SFltl nördlich von Cromer Kontakt mit dem Konvoi, dessen Sicherung aus den  Zerstörern "Whitshead" und "Westminster" bestand. Die Rotte "S 76"/"S 73" der 6. SFltl wurde abgedränt, die Boote "S 71", "S 69", "S 74" und "S 75" kamen aber zum Schuss. Ein Angriff der 4. SFltl wurde wegen der starken Abwehr abgebrochen. Die 2 SFltl brach  den Anmarsch auf den Konvoi wegen starken Meeresleuchtens ab. 

Die 6. SFltl meldete die Versenkung von vier Frachtern mit 8.000 BRT, tatsächlich wurde der norwegische Dampfer "Lysland" ( 1.335 BRT) und der britische Dampfer "George Balfour" (1570 BRT) torpediert. Die brennende "Lysland" wurde in den Humber eingeschleppt. Die "George Balfour" brach beim Schleppen auseinander und geriet auf Grund. 

 In den nächsten Wochen waren wegen der einsetzenden Winterstürme nur wenige Einsätze möglich. Ein Vorstoß der 5. SFltl am Abend des 31.10. gegen ein von der Luftaufklärung gemeldetes Geleit musste abgebrochen werden, da der Seegang zu stark wurde. 

Am 01.11.1942 versuchten die Holland-Flottillen eine Operation auf einen FN-Geleitzug, die 4. SFltl mit neun Booten, die 2. SFltl mit acht und die 6. SFltl mit sieben Booten gingen von Ijmuiden und Hook van Holland aus in See, nach Maschinenschaden auf "S 29" und "S 45" wurden "S 29" mit "S 62" und "S 45" mit "S 109" in den Stützpunkt entlassen. Die restlichen Boote sichteten zwei Zerstörer und einige Bewacher, mussten aber wegen des schlechter werdenden Wetters ergebnislos umkehren.

Es folgte wieder eine wetterbedingte Pause. In der Nacht zum 09.11.1942 waren die 6. SFltl mit sieben, die 2. und 4. SFltl mit je acht Booten im Einsatz auf einen Geleitzug zwischen Lyme Bay und Start Point. Die 5. SFltl mit acht Booten unterwegs, wurde vom Gegenr erfasst und es wurden Befehle an die MLs empfangn, die mit genauen Kurs- und Entfernungsangaben auf die Flottille angesetzt wurden, darauf erfolgte der Rückruf der Boote.

Die Hollandflottillen waren auch in See, die 6. SFltl mit sieben Booten, die 2. und die 4. SFltl mit je acht Booten liefen aus. Ziel war ein Nordgeleit. "S 114" und "S 78" mussten wegen Maschinenschadens entlassen werden, "S 109" fuhr als Begleitung mit. Der F.d.S. hatte sich auf "S 83" eingeschifft. Die 2. Sfltl sichtete einen Zerstörer und bald darauf den Konvoi bei Lowestoft, der durch Leuchtgranaten hell erleuchtet war. "S 80" schoss vier, "S 83", "S 105", "S 46", "S 70" und "S 101" schossen je zwei Torpedos. Sie glaubten drei Dampfer von je 3000 BRT getroffen zu haben. Sie wurden durch heftigen Beschuss abgedrängt. Die 4. SFltl hatte ebenfalls angegrifffen und meldete Versenkung eines Tankers von 2500 BRT und eines Frachters von 3000 BRT. Ein weiterer Torpedo hätte wahrscheinlich ein Geleitboot oder einen Bewacher getroffen. "S 42" schoss vier Torpedos auf zwei Zerstörer, ohne Treffer zu erzielen. "S 113" erhielt mehrere 40mm-Treffer im Vorschiff, drei Mann wurden verletzt. "S 48" und "S 66" nahmen das Boot in Schlepp. Die 6. SFltl glaubte einen Dampfer von 2500 BRT torpediert zu haben. Der Wehrmachtsbericht meldete Versenkung von vier Schiffen mit 11000 BRT und die Beschädigung von zwei Dampfern und und einem Bewacher. 

 Versenkt wurde nur der norwegische Dampfer "Fidelio" (1.843 BRT) und der britische Dampfer "Brite Wandle" (1.482 BRT) wurde torpediert. Er wurde eingeschleppt. 

In der nächsten Nacht fuhr die 5. SFltl einen erfolglosen Einsatz gegen einen vermuteten Konvoi zwischen Start Point und Lizzard Head. Die Flottille fand den georteten Konvoi "Range" nicht.

In der Nacht zum 15.11. nach Meldung eines Geleits von 40 Schiffen und drei Zerstörern fuhren die drei Holland-Flottillen einen Vorstoß mit 22 Booten. Sie fuhren gemeinsam bis etwa zur Bruine Bank und operierten von dort getrennt. Als die 2. SFlt den Rückmarsch antrat, blieb "S 101" zurück und wurde von "ML 101" und "MGB 103" beschossen. Der Kommandant, Oblt.z.S. Miljes, und der Bootsmaat Bütow fielen, es gab fünf schwer und zwei leicht Verwundete. Obermaschinist  Albrecht verstarb am 18.11. im Lazaret an seinen Wunden. Von der 4. SFltl bekam "S 64" (Oblt.z.S. Wilcke) im Gefecht mit dem Zerstörer  "Vesper" Treffer. Es fiel der MatrGefr. Meyer und es gab drei Verwundete. Der Kommandant meldete mehrere Treffer auf der Brücke des Zerstörers. 

Am 18.11.1942 fuhr die 5. SFltl. mit "S  82", "S 116", "S 77", "S 112", S" 65", "S 115" und "S 81" einen Angriff auf ein Geleit bei Eddystone Leuchtfeuer. Die erste Gruppe sichtete den Konvoi und rief die zweite Gruppe mit Sprechfunk heran. Die 1. Gruppe schoss insgesamt 10 Torpedos und beobachtete drei Treffer, zwei auf Dampfern von je 3000 BRT und einen auf einem mit 2500 BRT. Die Zerstörer schossen Leuchtgranaten , so dass nur noch "S 77" und "S 116" je einen Schuss abgeben konnten. Von der 2. Gruppe kam nur noch "S 112" zu einem Schuss und meldete einen Treffer auf einem Dampfer von 1000 BRT, versenkte aber den britischen Trawler "Ullswater". Außerdem wurden versenkt  der norwegischen Frachter "Lab" (1118 BRT) und die britischen Dampfer "Yewforest" (815 BRT) und "Birgitte" (1595 BRT).

Am 20.11. gingen acht Boote der 5. SFltl mit Minen in See, "S 116" musste wegen Maschinenschaden zusammen mit "S 65" entlassen werden. Die Minen der übrigen Boote fielen offenbar vom Gegener unbemerkt vor Berry Head. 

Danach herrschte wieder schlechtes Wetter, so dass der nächste Einsatz der 5. SFltl erst am 30.11. gegen einen gemeldeten Konvoi aus sieben Frachtern von 1000 bis 2000 BRT, einem Fahrgastschiff von 20000 BRT und zwei Zerstörern erfolgte. Der Verband sichtete sieben kleine Schatten, vermutlich Minensucher und wenig später südlich von Bournemouth das Geleit. Die Rotte "S 115"/"S 18" schoss vier Torpedos auf das Spitzenschiff. "S 81" (Oblt.z.S. Wendler) versenkte den britischen Trawler "Jasper". Die Rotte "S 82"/"S 116" schlug sich längere Zeit mit zwei Hunt-Zerstörern und erzielte 40mm-Treffer auf einem. 

Am 02.12.1942 bekämpfte die 5. SFltl mit acht Booten einen Geleitzug. "S 81" und "S 116" schossen gleichzeitig auf einen Dampfer von geschätzt 3000 BRT, "S 82" traf einen Dampfer von geschätzt 2000 BRT und "S 115" (Oblt.z.S. Klocke) versenkte den britischen Geleitzerstörer "Penylan". Es sank der französiche Frachter "Gatinais" (1087 BRT). Auf dem Rückmarsch wurden die Boote bei Kap de la Hague von 10 Spitfire angegriffen. Auf "S 116" fielen zwei Mann und der Kommandant wurde schwer verwundet, auf "S 82" fielen drei Mann.

Am 03.12. wurde von der Luftaufklärung ein Konvoi aus fünf Dampfern bis 5000 BRT, 30 Dampfer bis 3000 BRT und zwei Zerstörern bei Great Yarmouth gemeldet. Die Hollandflottillen gingen daher mit 18 Booten in See. Bei der 2. SFltl fiel "S 105" wegen Maschinenschadens aus, die Flottille sichtete außer zwei MGBs keine Ziele und musste wegen der groben See umkehren. Von der 4. SFltl hatte die Rotte "S 78"/"S 109" ein Gefecht mit drei MTBs. Dabei erhielt "S 109" einige MG-Treffer und hatte zwei Verwundete. Die 6. SFltl sichtete keine Gegner.

Danach verschlechterte sich das Wetter so stark, dass bis zum 12.12. keine Einsätze möglich waren. Am 12.12. meldete die Luftaufklärung ein Nordgeleit. Die drei Holland-Flottillen liefen mit 17 Booten aus, um den Konvoi im Stichansatz anzugreifen. Die 2. Sfltl fand nur noch den Schlußzerstörer und wurde von ihm unter Beschuss genommen. "S 105" erhielt einen 10,2cm-Treffer in Abt. VII und VII. Ein Torpedo von "S 80" ging vorbei. Wegen zu grober See kehrte die Flottille danach um. Die 4. SFltl hatte mehr Glück; sie stieß auf den Konvoi FN.889 und "S 117" schoss zwei Torpedos auf einen Dampfer von geschätzt 4000 BRT, beide trafen und der Dampfer explodierte. "S 63" meldete zwei Torpedotreffer auf Dampfer mit je 2500 BRT und beim zweiten Anlauf einen weiteren Treffer auf einem Dampfer von über 3000 BRT. "S 48" meldete einen Treffer auf einem Tanker mit "hoher Explosionswolke". Danach wurden die Boote von drei Zerstörern gejagt. Auch die 6. SFltl wurde von Zerstörern gejagt und kam nicht zum Schuss auf den Konvoi.

In Wirklichkeit wurden versenkt durch "S 48" (Oblt.z.. von Mirbach) der britische Frachter "Avonwood" (1056 BRT), durch "S 117" (Oblt.z.S. Bludau) der britische Frachter "Knitsley" (2272 BRT), durch "S 63" (Oblt.z.S. Karcher) der britische Frachter "Lindisfarne" (999 BRT) und der norwegische Frachter "Marianne" (1915 BRT) und durch "S 110" (Oblt.z.S. Graser) der britische Frachter "Glen Tilt" (871 BRT). "S 105" erhielt einen 10,2-cm-Treffer ohne Personalverluste. "S 114" erhielt einen 4-cm-Treffer und mehrere 20-mm-Treffer ebenfalls ohne Personalverluste.

Die Schnellbootwaffe an der Westfront hatte im Jahr 1942 eine starke gegnerische Streitmacht zu überwinden bzw. auszumanövrieren, um an die vom F.d.S. als vordringliches Ziel bezeichneten in Konvois zusammengefassten Handelschiffe heranzukommen.

Im Bereich NORE mit seinen Unterbereichen Harwich und Nore waren  am 1.11.1942 stationiert: 45 MGB, 24 MTB und 35 ML, in Unterbereich Dover 20 MGB, 7 MTB und 17 ML, im Bereich PORTSMOUTH waren es sechs SGB, 15 MGB, 16 MTB und 28 ML, im Bereich WESTERN APPROACHES weitere acht MTB und 19 ML. 

Die Konvois wurden im Bereich NORE am 01.01.1942 durch 21 Zerstörer und sieben Korvetten geschützt, am 01.08.1942 verstärkt durch zwei weitere Zerstörer. Im Bereich PORTSMOUTH waren es 6 Zerstörer.

Im Commandbereich NORE standen bis Ende 1942 an der gesamten Küste RADAR-Stationen zur Verfügung, die den britischen Coastal Forces über VHF-Funkstationen mit hoher Präzision die Positionen und Bewegungen der deutschen Schnellboote meldeten. Hinzu kam, dass die britische Luftwaffe 1942 die Lufthoheit über dem Ärmelkanal gewonnen hatte, d.h. Aufklärer, Jäger, Nachtjäger und Bomber waren ebenfalls als Gegner allgegenwärtig. 

Coastal Forces:

Typ Bezeichnung Anzahl
MGB Motor Gunboats 80
MTB Motor Torpedoboats 47
ML Motor Launches 80
SGB Steam Gunboats 6

 

Die Verteidigungsbereiche im Englischen Kanal und der Südlichen Nordsee (Hoofden)

Dennoch wurden im Jahr 1942 im Kanal insgesamt versenkt: Zwei Zerstörer ("Vortigern" und  "Penylan"), zwei Motortorpedoboote ("MTB 220" und "MTB 29"), ein Motorkanonenboot ("MGB 76", eine Motorlaunch ("ML 339"), vier Trawler ("Manor", "Lord Stonehaven", "Ullswater" und "Jasper"), 19 Handelsschiffe mit 33.049 BRT. Torpediert wurden fünf Frachter mit 4387 BRT, durch Minen versenkt wurden fünf Handelsschiffe mit 14.667 BRT, durch Minen beschädigt wurden zwei Zerstörer ("Whitshed" und "Cotswold") und ein Handelsschiff mit 2820 BRT. Erbeutet wurde ein Motorkanonenboot ("MGB 335").

Die eigenen Verluste betrugen:  14 Gefallene, 5 Schwer- und 12 Leichtverletzte, 18 Gefangene. "S 53" ging durch Kollision mit "S 39" verloren, "S 111" wurde nach Artillerietreffern selbst versenkt.