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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

Die Kriegschauplätze der S-Boote

 

Adria 1943 - 1945

Nach der Kapitulation Italiens am 09.09.1943 waren der Kriegsmarine eine große Anzahl von ital. Schiffen und Booten in die Hand gefallen. Es wurde zunächst erwogen, alle ital. Schnellboote in Dienst zu stellen, dann aber entschieden, nur die MS-Boote nicht aber die kleineren und noch störanfälligeren MAS-Boote zu nutzen. Die Außerdienststellung einiger der bereits in Dienst gestellten MAS-Boote wurde befohlen. Die sechs im westlichen Mittelmeer erbeuteten MS-Boote und die drei in der Ägäis erfassten Boote sollten der neu gebildeten 24. SFltl zugeteilt werden. 

 

Am 08.09.1943 wurde der Waffenstillstand zwischen Italien und den Alliierten unterzeichnet. "S 54" und "S 61" befanden sich in Tarent. Sie und der Marinefährprahm "F 478" erhielten freien Abzug und verminten beim Auslaufen die Hafeneinfahrt, ohne dass die Italiener das bemerkten. Auf diesen Minen sank am 10.09.1943 der britische Minenleger "Abdiel".

Die drei Boote stießen auf einen italienischen Hilfsminenlogger, die Besatzung wurde ins Rettungsboot geschickt, das Boot gesprengt. Bei der Begegnung mit dem italienischen Kreuzer  "Scipione Africano" nahm dieser keine Notiz von den Booten, die vorsorglich "F 478" gesprengt und die Besatzung an Bord genommen hatten. Die beiden S-Boote gerieten in der Bucht von Valona in eine Minennetzsperre, konnten sich aber ohne Schäden zu nehmen befreien und steuerten Ragusa an. Hierbei lief "S 54" auf eine Mine, blieb aber unbeschädigt. 

Am 11.09.1943 schoss "S 54" vor Ancona zwei Torpedos auf eine moderne Yacht, die Torpedos trafen zwar mittschiffs, detonierten jedoch nicht. "S 61" schoss einen Torpedo der die, wie sich herausstellte, italienischen Admiralitätsyacht  "Aurora" versenkte. Gegen Morgen des 12.09.1943 kaperte "S 54" mit 10 Mann unter Führung Kptlt. Winkler das ital. Motorschiff "Leopardi" (4572 BRT) mit 1500 italienischen Soldaten an Bord, wenig später wurde der italienische Frachtdampfer "Saubasia" (1590 BRT) von "S 61" als Prise genommen. Am Nachmittag stoppte S 54 etwa 30 sm südlich von Venedig den italienischen Dampfer "Pontinia" (715 BRT), der herannahender Zerstörer "Quintino Sella" wurde mit zwei Torpedos versenkt, die "Pontinia" mit zwei Mann von "S 54" als Prise genommen und zur Rettung Überlebender zurück gelassen. "S 54" rief per Funk "S 30" und "S 33" aus Pola zur Hilfe, die konnten aber nicht auslaufen, weil die Italiener sie zurück hielten.

"S 30" und "S 33" in Pola - Bild: Aus dem Nachlass von Oblt.z.S. a.D. Backhaus

"S 54" und die "Leopardi" liefen am Abend in Venedig ein. Die Kriegsflagge war verhüllt und die Uniformen der Seeleute unkenntlich gemacht worden, so dass die Venezianer glaubten, ein italienischer Verband sei eingelaufen. 

S 54 (Oblt.z.S. Schmidt) vor dem Dogenpalast (Bild: Archiv R. Mundt)

Zwei Stunden später lief auch "S 61" mit den anderen beiden Prisen ein. Beide S-Boote waren völlig ohne Kraftstoff, Wasser und Proviant. "S 61" hatte noch einen Torpedo, "S 54" war leer geschossen. Unter Androhung eines Stuka-Angriffs und des Angriffs bereitgestellter Panzer erreichte Oblt.z.S. Schmidt zusammen mit dem Generalkonsul und dem Einsenbahnbevollmächtigten die Kapitulation des Marinebefehlshabers Nordadria und des Chefs der Marinestation Venedig. In Venedig befanden sich ca. 10.000 Man italiensiche Marine, der italienische Zerstörer "Sebenico", das italienische Torpedoboot "Audace", zwei  italienische S-Boote, 8 Hilfsschiffe und 30 Handelsschiffe. Der Kmdt. "S 54", Oblt.z.S. Schmidt hatte damit die bemerkenswerteste Tat eines S-Boots-Kommandanten im 2. Weltkrieg vollbracht. Er wurde zusammen mit dem Bootsmann Blömker, seem. Nr. 1 von "S 61", der das Boot ohne Anwesenheit eines Kommandanten geführt hatte, mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Am 22.12.1943 erhielt Oblt.z.S. Schmidt das Ritterkreuz.

"S 61" (OBtsm Blömker) vor Piazza St. Marco, Venedig, am 11.09.1943 (Foto: Aus Conelly/Krakow: Schnellboot in action)

"S 30" und "S 33" hatten nach dem Waffenstillstand Italiens mit den Alliierte die Boote notdürftig see- und kriegsbereit gemacht. Als am 11.09.1943 S "54" Hilfe anforderte, konnten sie nach einiger Zeit auslaufen, den Italienern waren Luftangriffe angedroht worden, so dass sie die Hafensperren schließlich öffneten. Als die Boote die Rotte "S 54" und "S 61" nicht fanden, liefen sie wieder ein. Am 14.09.1943 fuhren sie bis vor die Hafensperren von Venedig. Nach der Besetzung der Stadt Pola durch die 71. Infanterie-Division fuhren sie Sicherung für den Nachschubverkehr und unterstützten das Heer bei der Bekämpfung von Partisanen. Am 22.09.1943 fiel dabei ein Mann und zwei Mann wurden verwundet.

Die 24. SFltl wurde am 01.11.1943 in der Ägäis gebildet. Chef wurde Kptlt. Meyer, H.J. Die ersten zulaufenden Boote waren 1936 - 1938 bei Lürssen für die jugosl. Marine gebaut worden. Sie waren am 17.04.1941 in Tiwat durch die ital. Marine erbeutet worden und als Boote des Typs MS in Dienst gestellt worden. Die Boote wurden am 10.09.1943 in Venedig erbeutet.

Zugeteilt wurden zunächst:

S 601 ObStrm. Swoboda ex ital. MS 42 ex jugosl. "Velebit"
S 602 StObStrm. Annuß ex ital. MS 43 ex jugosl. "Dinara"
S 603 Oblt.z.S. d. Res. Bollenhagen ex ital. MS 44 ex jugosl. "Triglav"
S 604 StObStrm. Wernicke ex ital. MS 46 ex jugosl. "Rudnik"
S 511 ex ital. MAS 522 ex jugosl. "Orjen"
S 512 ex ital. MAS 542 ex. jugosl. "Suvobur"

MAS 30, später MAS 522 (ex "Orjen") 1942 - Foto: Regia Marina

Später kamen hinzu:

S 508   ex MAS 525
S 509   ex MAS 549
S 510   ex MAS 551
S 513   ex MAS 554
S 621 StObStrm. Maniel  
S 622 *)  
S 623    
S 624 *)  
S 625 **)  
S 626 Lt.z.S. Klaus Burba   
S 627 StObStrm. Kaufhold  
S 628 t.z.S. Paul Overwaul  
S 629 Lt.z.S. Ernst-Günter Müller ex MS 76
S 630 ObLt.z.S. (IT) Santagata ex MS 75

 

*) am 14.04.44 kurz vor der Indienststellung durch Fliegerbomben in Monfalcone vernichtet

**) Boot wurde nie in Dienst gestellt, Begründung ict nicht dokumentiert

 

"MS 75" der italienischen Marine (Regia Marina) wurde am 10.09.1943 in Venedig erbeutet und an die faschistische italienische Marine der Repubblica Sociale Italiana übergeben. Kommandant wurde Teniente Santagata, der das Boot auch nach dessen Eingliederung in die 3. Gruppe der 1.S-Boots-Division (1. S-Div) am 10.12.1944 kommandierte. 

 

 

 

Italienisches MAS 500-Boot - Foto: Archiv Ralf Krokowski

"S 511" war am 19.09.1943 auf die deutsche Seite übergelaufen. Am 04.12.1943 wurde es vor Makronisi/Kreta von sieben Beaufighter-Flugzeugen angegriffen. Da es schwere Treffer hinnehmen musste, wurde es auf Strand gesetzt. Dort wurde es zerstört. Es fielen zwei Mann.

In der Nacht 08./09.01.1944 operierten "S 55" und "S 36" von Cattaro aus gegen Partisanen-Schiffsverkehr. Sie kaperten zwischen den Inseln Hvar und Brac zwei Motorsegler mit Kraftstoff und Munition. Die Boote wurden gesprengt, nachdem die Besatzung übernommen worden war. Im Morgengrauen beschossen die S-Boote den Hafen der Insel Vis. Die Partisanen schossen zurück, ohne jedoch zu treffen.

In der Nacht 09./10.01.1944 waren "S 55" und "S 36" wieder im Einsatz. Sie beschossen den Hafen Komiza auf der Insel Vis. Sie stoppten einen Motorsegler, der Waffen, Munition und Proviant beförderte. Er wurde als Prise genommen und nach Velalucca geleitet. Beim Ansteuern der Bucht an der Westseite der Insel Korcula wurden die Boote von britischen Jagdbombern angegriffen. Auf "S 55" fiel die Bb-Maschine durch Splitterwirkung aus, auf "S 36" fielen zwei Mann. Kurz darauf griff eine ganze JaBo-Staffel an, der Motorsegler geriet in Brand, die Ladung explodierte. Am Nachmittag griffen britische JaBos in zwei Wellen erneut die Boote an. "S 55" (Oblt.z.S. Weber) erhielt Treffer und geriet in Brand, die Reservetorpedos explodierten, das Boot war nicht mehr zu halten und sank. "S 36" übernahm die Besatzung von "S 55" und des Motorseglers und lief abends nach Cataro ein. Anschließend musste es nach Pola in die Werft.

Die 11 Boote der 3. und 7. SFltl wurden bei ihrer Überführung aus dem westlichen Mittelmeer in die Adria durch das extreme Niedrigwasser des Po gestoppt. Erst nach Beendigung von erforderlichen Baggerarbeiten bei Piacenzia konnte die Überführung fortgesetzt werden.

S 153" beim Transport Genua - Venedig - Foto: Archiv Erling Skjold

Im Februar 1944 konnte wegen des geringen S-Boot-Bestandes keine Einsätze durchgeführt werden, ein Sicherungsauftrag konnte wegen schlechten Wetters nicht ausgeführt werden. Die ersten sechs Boote der 24. SFltl trafen Ende Februar in Venedig ein.  Die 11 Boote der 3. und 7. SFltl aus dem westlichen Mittelmeer trafen am 07.03.1944 in Venedig ein, wo sie zunächst wieder zusammen gebaut werden mussten. 

"S 153" in der Werft in Venedig - Foto: Archiv Erling Skjold

Bordhund Max von "S 153" - Foto: Archiv Erling Skjold

In der Nacht 15./16.03.1944 verlegten "S 36" und "S 61" mit dem Fltl-Chef an Bord von Pola nach Cattaro und fuhren in der darauf folgenden Nacht einen Vorstoß in das Seegebiet zwischen den Inseln Mljet, Lagosta und Glavat, dabei wurde ein Motorfischkutter mit Artillerie versenkt.

Im April fanden vier Vorstöße mit zwei bzw. drei Booten statt ("S 30", "S 33" und "S 36"). Es kam kein Gegner in Sicht. 

Am 14.04.1944 wurden von den im Bau erbeuteten Booten "S 622" und "S 624" kurz vor ihrer Indienststellung durch einen amerkanischen Luftangriff auf Monfalcone zerstört, "S 623" und "S 626" (Lt.z.S. Burba) wurden schwer beschädigt.

"S 626" nach Bombentreffer in Monfalcone (Bild aus: Dallies-Labourdette)

Am 14.04.1944 war nur noch "S 30" einsatzbereit. Die Boote der 7. SFltl waren noch nicht wieder zusammengebaut, die Boote der 24. SFltl litten unter ständigen Motorenstörungen. "S 54" lag noch immer in Saloniki. Am 22.04.1944 lief "S 54" (Oblt.z.S. Schmidt) auf dem Verlegungsmarsch nach Cattaro vor Kap Leukas auf eine Mine. Das Achterschiff wurde abgerissen, das Boot blieb aber schwimmfähig und wurde eingeschleppt. Es fielen drei Mann, fünf Mann wurden verwundet. Das Boot ging nach Salamis in die Werft.

Im Mai 1944 fuhren "S 30", "S 36" und "S 61" mehrere Einsätze, bei denen es ihnen am 11.05.1944 gelang, ein Küstenmotor-Passagierschiff zu versenken. Die Versuche eine Gruppe der 12. R-Fltl durch die Straße von Otranto zu geleiten missglückten, da die Boote immer wieder auf brit. Zerstörer stießen, die sofort das Feuer eröffneten.

Die ersten fertig gestellten Boote der 7. SFltl - "S 153", "S 155", "S 156", "S 157" und "S 158" - liefen in Split ein. 

"S 155" in einem Hafen an der Adria - Archiv: Eric-Jan Bakker

In der Nacht 31.05./01.06.1944 konnten sie vor der Insel Lissa in Artilleriegefechten drei Motorkutter, ein Küstenmotorschiff und einen kleinen Tanker versenken. Die Überlebenden (159 uniformierte Engländer, Kroaten, Serben und Italiener, ein US Lightning-Pilot, 37 Frauen und fünf Kinder) wurden an Bord genommen.

S 158 bei der Torpedoübernahme - Archiv: Heinz Kloetzke

In der nächsten Nacht versenkten sie im Artilleriegefecht zwei voll besetzte und einen leeren Motorkutter, die Überlebenden (77 Partisanen, zwei britische Fallschirmjäger, 50 Frauen und 24 Kinder) wurden aus dem Wasser gefischt.

Bei einem Vorstoß am 11./12.06.1944 stießen "S 156", "S 155", "S 153" und "S 157" überraschend auf die zwei britische Zerstörer, HMS "Blackmore" und HMS "Eggesford", die sofort das Feuer eröffneten. "S 153" (Oblt.z.S. Rautenberg) wurde von Zerstörer "Eggesford" zusammengeschossen und sank bei der Insel Hvar mit dem Gros der Besatzung. Es fielen: Der Kommandant, Oblt.z.S. Rautenberg, MarObAssArzt d.R. Klotzky (Flottillenarzt), Fhr.z.S. Huckenbeck, ObMasch Zorn (LM), SKad. Hildebrand von Kracht, ObBtsmMt. Wilhelm Brinkmann (Seem. Nr.1), MaschMt. Oskar Neudert, MaschMt. Schmidt, MaschMt. Wilhelm Meyer, MaschHptGefr. Kurt Hertel, MaschObGefr. Willi Montanus, MaschObGefr. Alfred Schott, MaschObGefr. Hans Steinfals, MaschObGefr. Kurt Tröge, MaschObGefr. Frank Wenzel, SKad. Hildebrandt von Kracht, FunkObGefr. Kurt Reiner und MechGefr. Kurt Nubler. 10 Mann wurden von HMS "Eggesford" gerettet.

S-Boote des Typs S 151 in der Adria - Bild: aus Connelly/Krakow: Schnellboot in Action

Am 24.06.1944 sicherten "S 157"  (Oblt.z.S. Hans-Ulrich Liebhold) und "S 154" Lt.z.S. Gunnar Kelm) das alte jugoslwische Torpedoboot "T 7" mit seiner kraoatischen Besatzung. Als sie die Insel Cocoglari passierten wurde die deutsche Gruppe von den britischen Booten "MGB 659", "MGB 662" und "MTB 670" angegriffen. "MTB 670" schoss zwei Torpedos auf "T 7". Beide verfehlten und explodierten an der Steilküste. "T 7" drehte bei Artillerie-Feuereröffnung durch die britischen Boote auf Land zu und lief bei der Insel Murter auf Grund.  Die britischen Boote hielten sich mit ihrer überlegenen Artillerie die deutschen Boote vom Leibe. Später konnten diese die britischen Boote abschütteln und 21 Mann von 35köpfigen Besatzung retten, darunter 11 Verwundete, und sie nach Zara bringen.

Am 01.07.1944 waren in Grado die italienischen Beuteboote "S 621" (StObStrm.  Maniel), "S 627" (ObStrm. Kaufhold), "S 628" (Lt.z.S. Overwaul) und "S 629" (Lt.z.S. Ernst-Günter Müller) einsatzbereit geworden,  die am 14.04.1944 beim Luftangriff  beschädigten Boote, "S 623" und "S 626" (Lt.z.S. Burba), waren noch nicht repariert und die Boote "S 601", "S 602" und "S 604" lagen in Saloniki. 

Durch den alliierten Vormarsch in Italien und durch den Rückzug aus dem Balkan wurde das Operationsgebiet der S-Boote immer weiter eingeengt, die alliierten Seestreitkräfte wurden durch die RAF und die USAF unterstützt, so dass sie alle Rückzugsgeleite der deutschen Seite angriffen. Die als Sicherung abgestellten S-Boote konnten die Angriffe britischer Seestreitkräfte nicht wirklich verhindern. Am 06. und 11.07.1944 landeten britische Kommandotruppen auf den Inseln Hvar und Brac und zwangen die Deutschen zur Aufgabe.

In der Nacht 23./ 24.07.1944 sicherten die Boote der 7. SFltl ein Geleit, als sie angreifende britische MTBs abdrängten, feuerten die MTBs Torpedos auf die deutschen S-Boote. Beim Ausmanövrieren der Torpedos rammte "S 155" "S 154". Im Artilleriegefecht mit den MTBs nahm "MTB 372" Treffer, es waren Explosionen und Rauchentwicklung zu beobachten. Das Boot wurde später von britischen JaBos versenkt. Am frühen Morgen kehrten die sechs Boote, unter denen sich auch das dazugestoßene "S 58" der 3. SFltl befand, nach Split zurück. "S 154" musste aKB gestellt werden.

"S 151" in Venedig - Bild: Archiv Heinz Kloetzke

Am 26.07.1944 wurde "S 151" (Lt.z.S. Pankow) bei der Sicherung des kleinen Motorschiffes "Vega" im Gefecht mit britischen Einheiten durch Artillerietreffer schwer beschädigt, das von ihm gesicherte Motorschiff "Vega" ging verloren. "S 151" erhielt Treffer auf der Brücke, im Maschinenraum und im Rumpf. Auf "S 151" fielen fünf Mann und fünf Mann wurden verwundet. 

Am 09.08.1944 wurde die Rotte "S 623" und "S 626" von drei JaBos angegriffen. Beide Boote wurden mehrfach getroffen. Auf "S 623" fielen MatrObGefr. Schmidt, MatrObGefr. Buchholz und MaschObGefr. Parusel, es gab einen Schwer- und fünf Leichtverletzte, FunkObGefr. Groß erlag seinen schweren  Verletzungen im Lazarett nach Operation, auf "S 626" wurden zwei Mann schwer und sechs Mann leicht verletzt, auf "S 623" wurden ein Mann schwer- und fünf Mann leichtverletzt. Außerdem wurden zwei Flakoffiziere, die nach Venedig mitfahren wollten, verletzt. 

Am Abend des 11.08.1944 liefen beim Einlaufen nach Sibenik "S 621", "S 627" und "S 628" durch einen Naviagtionsfehler auf Grund und wurden so schwer beschädigt, dass sie für mehr als zwei Monate nicht KB waren.

Am 19.08.1944 geriet die 3. SFltl in ein Gefecht mit drei britischen MGBs an der  Südküste der Insel Peljesac. Dabei wurde "S 57" (Oblt.z.S. Buschmann) so stark beschädigt, dass es gesprengt werden musste. ObFhnr.z.S. Fritz Hundt und MaschMt. Josef Gunkel fielen, neun Mann wurden verwundet. Auf "S 30" fiel ein Mann und auf "S 58" und "S 69" gab es jeweils einen Verwundeten.

Inspektion durch den F.d.S. in Venedig - Bild: Archiv Heinz Kloetzke

"S 33" in Venedig 1944 - Bild: Archiv Thomas Bethke

Matrosen von "S 33" beim Langang in Venedig 1944 - Bild: Archiv Thomas Bethke

 "S 33" in Monfalcone 1944 - Bild: Archiv Thomas Bethke

Am 01.09.1944 übernahm Kptlt. Müller, A. die 3. SFltl. Am 13.10.1944 fusionierten die 3. und 7. SFltl, die beiden Chefs Kptlt. Müller, A. und Kptlt. Trummer wurden versetzt. 

Aus der bisherigen 3. SFltl wurde die 1. Gruppe der 3. SFltl (Oblt.z.S. Backhaus) 

Boot Kommandant
S 30 Oblt.z.S. Gunnar Kelm
S 33 Lt.z.S.d.Res. Jarminowski
S 36 Lt.z.S. (KRO) Bruno Ahlers
S 58 Oblt.z.s. Günther Milbradt
S 60 StObStrm. Kaufhold
S 61 Oblt.z.S. Jürgen Haardtke

Oblt.z.S. Heinz Haag, bisher Kommandant "S 60", wurde zur S-Schul-Division versetzt. Er wurde am 21.111944 als 5. Kommandant der 3. SFltl mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.

Aus der bisherigen 7. SFltl wurde die 2. Gruppe der 3. SFltl (Oblt.z.S. Hans-Georg Buschmann)

Boot Kommandant
S 151 Lt.z.S. d.Res. Helmuth Greiner
S 152 ObStrm. Erich Mensch
S 153 Oblt.z.S. Rautenberg
S 154  ObStrm. Erwin Schipke
S 155 Oblt.z.S. Hans-Wulf Heckel
S 156 Oblt.z.S.d.Res. Marxen
S 157 Oblt.z.S. Hans-Ulrich Liebhold
S 158 Lt.z.S.(KRO) Hertwig

Die 24. SFltl (Oblt.z.S.d.Res. Hermann Bollenhagen) bestand zu diesem Zeitpunkt aus den folgenden Booten:

Boot Kommandant
S 621 ObStrm. Wernicke
S 623 ObStrm. Elksneit
S 626 Llt.z.S. Klaus Burba
S 627 Lt.z.S. (KRO) Svoboda
S 628 Lt.z.S. Paul Oberwaul
S 629 Lt.z.S. Ernst-Günter Müller

Vom 01. bis 12. 09.1944 hatte die 14. britische Zerstörerflottille mit den Zerstörern "Undine", Urchin", "Loyal" und "Kimberley" sowie den Kanonenbooten " Aphis" und "Scarab" mehrmals deutsche Stellungen im Raum Rimini beschossen.

Am 11.09.1944 fuhren "S 152", "S 154" und "S 158" Sicherung für das beschädigte "S 155" und dann für ein deutsches Geleit. Dabei brachten sie ein Ruderboot auf und nahmen vier britische Soldaten und vier Partisanen eines Kommandotrupps gefangen. "S 155" war zuvor nach Pola entlassen worden.

Nach mehrtägigen Verzögerungen wegen schlechten Wetters brachten "S 623", "S 626" und "S 629" in der Nacht zum 15.09.1944 unter dem Decknamen "Holzschuh I" Radartäuschkörper aus. Zwei weitere Einsätze dieser Art wurden am 27. und am 30.09.1944 durchgeführt. Ansonsten wurden die S-Boote mit Fahren von Geleiten, mit Transportaufgaben und Landzielbeschuss eingesetzt.

Im Oktober 1944 fuhr die 1. Gruppe der 3. SFltl zwei Einsätze gegen Schiffsverkehr vor Ancona, ohne Ziele zu sichten. 

Das Offensivunternehmen "Dacapo" mit zwei Gruppen (1. Gruppe "UJ 202", "UJ 208", "S 623", "S 626", "S 628" und "S 629", 2. Gruppe "TA 40", "S 30", "S 58" und "S 61") gegen die von Partisanen besetzte Insel Molat und die Hafenanlagen von Zapuntello an der Nordküste der Insel und die Funk- und Signalstation Punta Banastra in der Nacht 10./11.10.1944 wurde planmäßig durchgeführt. Ein von "S 626" geschossener Torpedo beschädigte die Landungsstege. Im Abwehrfeuer erhielt "S 628" einen Treffer im Unterwasserschiff, der bewirkte, dass das Vorschiff volllief. Nach anfänglichem Abschleppen durch "S 629" übernehm "UJ 202" den Havaristen und scbleppte zunächst mit Trosse und dann längsseits. "S 626" und "S 629" sicherten den Schleppverband. Alle Boote liefen am Morgen in Pola ein.

Am 18.10.1944 wurde die 24. SFltl damit beauftragt, von Pola mit "S 626", "MS 75" und "S 629" aus zwei "Linsen" (kleine Sprengboote) mit je einem Fahrer und zwei Schwimmern bei Ancona auszusetzen. Von Land aus wurden Scheinwerfer eingesetzt ohne die Boote zu entdecken und auch gegnerische S-Boote vor der Küste entdeckten die Boote bei dem schlechten Wetter nicht. Die Linsen wurden unentdeckt und planmäßig ausgesetzt und die S-Boote kehrten in der Nacht nach Pola zurück.

Ein Befehl vom 20.10.1944, drei S-Boote nach Sibenik zu verlegen, um von dort MEK-Einheiten zu Einsätzen nach Lissa zu bringen, musste abgeblasen werden weil die Geräte nicht eingetroffen waren.

Am 21.10.1944 zwangen Wind und Seegang die drei Boote die Boote mit eingeschifftem MEK-Personal umzukehren. Auch am 23.10.1944 schlug ein MEK-Einsatz gegen eine Pipeline, eine Eisenbahn- und Straßenbrücke bei Fano wegen des Wetters fehl. 

Am 25.10.1944 wurde die bisherige 3. SFltl in 1. Schnellboot-Division umbenannt. Ihr wurde die bisherige 24. SFltl als 3. Gruppe zugeteilt. 

Am gleichen Tag verlegten die Boote "S 626", "S 629" und "MS 75" nach Grado, "MS 75" verlegte dann weiter nach Venedig. 

Am gleichen Tag verlor die 2. Gruppe der 3. SFltl bei einem Luftangriff von Mosquito-Bombern auf Sibenik "S 158". Zwei Mann fielen, zwei Mann (darunter der Kmdt. StObStrm. Hertwig) wurden schwer und vier Mann wurden leicht verletzt. "S 156" wurde so stark beschädigt, dass es aKB gestellt werden musste.

 

Wrack des "S 158" - Bild: Archiv H. Kloetzke

Taucher am Wrack von "S 158" - Foto: Unbekannt

Vom 26.10. bis 08.11.1944 war das Wetter so schlecht, dass keine S-Boot-Einsätze gefahren werden konnten.

Lediglich als am 03.11.1944 bekannt wurde, dass "TA 20", "UJ 202" und "UJ 208" vor der Insel Pago von den britischen Geleitzerstörern "Avon Val" und "Wheatland" versenkt worden waren, liefen  "S 30", "S 58", "S 60" und  "S 61" von Pola für einen Seenoteinsatz aus, der und ein geplanter Marsch nach Sibenik zur Evakuierung des Stützpunktes wurde wegen Schlechtwetter abgebrochen. In der NAcht zum 04.11.1944 liefen "TA 40", "TA 45", "S 33" und "S 154" erneut aus und kehrten gegen Mittag mit 17 Überlebenden nach Pola zurück. 

In der Nacht 10./11.11.1944 verlegten "S 623", "S 626", "S 627", "S 628", "S 629" und "S 157" von Gradfo nach Pola, "S 621" musste auf Grund von Maschinenausfall in Grado zurückbleiben.

Ein Vorstoß der 1. und 3. Gruppe von Pola aus an die Italienische Ostküste wurde wegen des Schirokkos mit Orkanstärke abgebrochen.

Am 16.11.1944  erfolgte ein Vorstoß der 3. Gruppe mit "S 623", "S 626", "S 627", "S 628" und "S 629" in das Inselgebiet bis Zara, "S 626" musste wegen Motorenausfalls vorzeitig entlassen werden.

Am 18.11.1944 diente die 3. Grp. der 3. SFltl mit  "S 623", "S 626", "S 627", "S 628" und "S 629" wiederum dem Aussetzen eines MEK mit acht Faltbooten bei Selve. Die ausgesetzten Boote wurden wieder aufgenommen, weil der Befehl einging, einen Angriff auf eine Landungsgruppe bei Lussin durchzuführen. Dies erwies sich als Fehlmeldung. Auf dem Rückmarsch rammte S "628" das Vorschiff von "S 627". Beim Einlaufen lief "S 626" auf Grund aber ohne Schäden davonzutragen.

 "S 627" musste, da der Schaden nur notdürftig repariert worden war, am 19.11.1944 bei einem weiteren Aussetzen eines MEK mit acht Faltbooten wegen des Wetters vorzeitig umkehren. Auf "S 628" fielen zwei Motoren aus und das Boot musste ebenfalls umkehren. Daher wurde der Einsatz abgebrochen. 

Erst am 19.11.1944 konnten "S 60", "S 61", "S 58" und "S 30" von Pola in See gehen, um einen Vorstoß gegen vermuteten Schiffsverkehr vor Ancona zu fahren. "S 60" schoss einen Torpedo auf einen Schatten, der als Küstentanker angesprochen wurde. Der Torpedo unterlief das Ziel und detonierte an Land. Ein Torpedo von "S 61" wurde zum Oberflächenläufer und kam außer Sicht. Ein weiterer Torpedo von "S 61" versenkte das vor dem Hafen von San Bernedetto del Tronto vor Anker liegende Motorschiff "Stella" (162 BRT), "S 61" beschoss den Schoner "Adua" (148 BRT) und sprengte ihn schließlich. Auf dem Rückmarsch griff ein Flugzeug die Boote mit Leuchtbomben an, ohne dass es zu Treffern kam.

In der Nacht 22./23.11.1944 legten "S 60", "S 61", "S 58" und "S 30" eine Minensperre vor Catolico/Pesaro. In der gleichen Nacht fuhr die 3. Grp. mit vier Booten ein vergebliches Unternehmen. Es musste wegen des Wetters abgebrochen werden. 

In der Nacht 23./24.11.1944 dienten "S 629", "S 154" und "S 157" als Fernsicherung für einen Verband aus dem Minenleger "Fasana" und den Torpedobooten "TA 40" und "TA 45".

In der Nacht 24./25.11.1944 fuhr die 3. Grp. mit fünf Booten Sicherung für einen Vorstoß mit 16 Sturmbooten gegen Melada und Isto. Schlechtes Wetter zwang zum Abbruch.

Am 26.11.1944 überstanden die Boote im Arsenal Pola einen Luftangriff ohne Schäden.

Am 29.11.1944 kam Kommodore Petersen, Führer der Schnellboote, mit dem Divisonschef der 1. S-Bootsdivision zu einer Bescihtigung der 3. Gruppe am 30.11. ein, am 01.12.1944 besichtigte er die 1. und die 2. Gruppe.

Ein deutliches Zeichen der britischen Präsenz in der Adria wurde durchdas Einlaufen des Flakkreuzers "Delhi" in Split am 10.11. und des Flakkreuzers "Colombo" in Zara am 18.11.1944 gesetzt. Es wurden 39 Flotttenminensucher und diverse kleine Einheiten zum Minenräumen in der Adria eingesetzt. Vom 01.09. bis zum 05.12.1944 wurden über 2000 Minen geräumt.

Im Dezember 1944 war das Wetter noch schlechter als im November, an 17 Tagen konnten die S-Boote nicht auslaufen. Die Boote der 3. Gruppe "S 623", "S 626", "S 627", "S 628" und "S 629" gingen am 03.12.1944 nach Monfalcone in die Werft. Die Überholungs- und Reparaturarbeiten wurden durch ständige Fliegeralarme gestört. Als die Boote wieder nach Pola zurück kamen, war entweder das Wetter zu schlecht oder die Boote hatten Motorenprobleme, so dass keine Einsätze gefahren wurden. 

Die neun Boote der 1. und 2. Gruppe fuhren in der Nacht 03./04.12.1944 einen Einsatz gegen den vermuteten Landungsverkehr bei Lussin. Sie und die sie unterstützenden Sturmboote stießen aber ins Leere.

In der Nacht 07./08.12.1944 sicherten "S 30", "S 33", "S 36", "S 58", "S 151", "S 152", "S 1542, "S 156" und "S 157" eine Minelegeoperation des Minenlegers "Fasana" und der Torpedoboote "TA 45" und "TA 40" in der Zarastraße. Auf dieser Sperre sank am 14.12.1944 der britische Geleitzerstörer "Aldenham".

"S 30" während einer Werft-Probefahrt - Bild: Archiv Lürssen-Werft

Am 10.12.1944 wurde "MS 75" (Teniente Santagata) der 3. Gruppe der 1. S-Div unterstellt und bekam die Bezeichnung "S 630".

Ein Angriff mit drahtgelenkten Sprengbooten auf angeblich bei Sibenik liegende alliierte Einheiten in der Nacht 15./16.12.1944 ging ins Leere.

Am 17.12.1944 beschossen drei britische Zerstörer und drei MGBs den Hafen der Insel Lussin. In einem Gefecht mit britischen MGBs gab es zwei Verwundete auf "S 152". 

Daneben sicherten die S-Boote mehrfach Kleintransporte, mit denen deutsche Stützpunktbesatzungen nach Norden abtransportiert und Inseln evakuiert wurden. Bis Ende des Jahres 1944 waren die gesamte albanische und jugoslawische Küste bis Fiume und alle dalmatinischen Inseln in allierter Hand.

Am Ende des Jahres 1944 bestanden die 3 Gruppen der 1. S-Boots-Division in der Nordadria aus folgenden Booten:

1. Gruppe S 33, S 36, S 58, S 60, S 61 einsatzbereit in Pola
S 30 aKB in der Werft Pola
2. Gruppe S 151, S 152, S 154, S 156, S 157 einsatzbereit in Venedig
S 155 aKB in der Werft in Pola
3. Gruppe S 621, S 623, S 626, S 628, S 630 einsatzbereit in Grado
S 627, S 629 aKB in der Werft Mofalcone

 

Boote der 7. SFltl in der Adria - Bild: Archiv Förderverein

In den ersten Tagen des Jahres 1945 wehte der Bora, so dass die Boote im Hafen bleiben mussten. In der Nacht 04./05.01.1945 fuhren "S 33", "S 60", "S 58" und "S 61" einen Vorstoß  zur Insel Molat. In der Bregulie-Bucht stießen sie auf einen Bewacher, der durch "S 33" mit einem Torpedo versenkt wurde. Es handelte sich um die Harbour-Defence Motor Launch "HDML 1163". Danach stießen die Boote auf Porto Nuccina vor. "S 61" schoss zwei Torpedos in den leeren Hafen. Sie blieben jedoch in einer Netzsperre hängen und richteten im Hafen keine Schäden an.

In der Nacht 09./10.01.1945 fand ein MEK-Einsatz (10 Männer mit fünf Faltbooten) für die 1. Gruppe statt.  Kurz nach 19.00 Uhr ging in einem starken Gewitterregen der Kontakt zu "S 61" verloren. 10 Minuten später meldete "S 58" Motorenausfall. Kurz darauf meldete "S 61" den Ausfall seiner Bb-Maschine. Daher wurde "S 61" zurück geschickt. Der Auftrag des MEK, die Sprengung von zwei Straßen- und einer Eisenbahnbrücke sowie einem Bahngleis über den Tenna, konnte durchgeführt werden. 

Die 3. Gruppe hatte ebenfalls einen MEK-Einsatz mit acht Männern und vier Faltbooten vor der dalmatinischen Küste durchzuführen. "S 621" musste 50 Minuten nach dem Ablegen wegen unklarer Maschine nach Pola entlassen werden. Kurz vor 21.00 Uhr verlor der Verband in einer Regenbö den Kontakt zu "S 626". Da der Kontakt nicht wiederhergestellt werden konnte, wurde auch "S 626" mit Funkspruch entlassen. Das MEK wurde um 23.35 Uhr an der Südspitze der Pettini-Inseln abgesetzt und ein Aufklärungsstreifen Richtung der Insel Ulbo gefahren. Es kamen keine Ziele in Sicht und die Boote kehrten nach Pola zurück. 

In der Nacht 10./11.01.1945 lief die 1. Grp. ("S 30", "S 33", "S 60" und "S 58") mit je fünf Faltbooten aus, um die MEK-Aktion "Gustav" gegen Isto des Vortages fortzusetzen. Dabei liefen "S 60", "S 33" und "S 58" wegen eines taktischen Fehlers an der Küste der Insel Unie auf Grund. Sofort eingeleitete Abschleppversuche durch "S 30" scheiterten. In der Nacht 11./12.01.1945 versuchten zwei Marinefährprähme die Boote abzuschleppen, ebenfalls ohne Erfolg. Am Abend erschien der Schlepper "Chirone", kehrte aber sofort wieder um, damit er Pola wie befohlen am frühen Morgen erreichen konnte. 

Am Abend des 15.01.1945 kam "Chirone" wieder begleitet von den Räumbooten "R 187" und "R 8", sechs Booten der 2. und zwei Boote der 3. Gruppe. Der Versuch "S 58", das noch am günstigsten für eine Bergung lag, abzuschleppen, misslang und die Bergung der Boote wurde abgebrochen. 

Am Morgen des 16.01.1945 erschien eine Gruppe britischer MGBs und MTBs und nahm die Havaristen unter Feuer. Ein MTB schoss einen Torpedo auf "S 33", der fünf Meter von "S 33" auf den Felsen detonierte. Das Boot wurde stark beschädigt. Durch 5,7-cm-Treffer geriet das Boot in Brand, die an Bord verbliebenen Torpedos explodierten und vernichteten das Boot. "S 60" und "S 58" erhielten auch zahlreiche Artillerie-Treffer, dabei gab es drei Verletzte. Noch in der Nacht wurden die Boote gesprengt. Damit waren von der ehemaligen 3. SFltl noch drei Boote übrig geblieben und der der Chef der 1. S-Boots-Division verfügte noch über 13 einsatzbereite Boote: "S30", "S 36", "S 61", S 151", "S 152", "S 154", "S 155", "S 156" und "S 157" in Pola, "S 621" und "S 626 " in Grado und "S 623 und "S 628" in Monfalcone. "S 627", "S 629" und "S 630" waren aKB und befanden sich inder Werft in Monfalcone. 

In der Nacht 18./19.01.1945 fuhren die drei Boote der 1. Gruppe, "S 30", "S 36" und "S 61", und die fünf Boote der 2. Gruppe, "S151", "S 152", "S 154", "S 155" und "S 157", einen Vorstoß in den Zara-Kanal. Dabei gerieten sie in Gefechte mit zwei britischen MGBs und einer größeren Motor Launch, "S 30" schoss zwei Torpedos, die beide vorbeigingen. Im Artilleriegefecht konnten mehrere Treffer auf den britischen Booten beobachtet werden. "S 61" schoss zwei und "S 154" einen Torpedo aber ohne Treffer zu erzielen. Als weitere MGBs hinuzukamen, brachen die S-Boote das Gefecht ab und liefen ab. "S 30", "S 151" und "S 152" waren mehrfach von 20-mm und 40-mm-Geschossen getroffen worden. Auf "S 152" wurde ein Mann schwer verwundet.

Am 19.01.1945 mittags griffen britische JaBos die in Pola Liegeplätze der S-Boote in Pola in zwei Wellen an, ohne nennenswerte Schäden anzurichten.

Am 20.01.1945 kurz nach 11.00 Uhr  erfolgte ein Angriff von 13 amerikanischen Mustangs, ebenfalls ohne nennenswerte Schäden. 

Am 21.01.1945 erfolgte ein erneuter Angriff durch britische JaBos. Bei diesem Angriff wurde "S 154" (ObStrm Schipke) so schwer beschädigt, dass sich eine Reparatur nicht lohnte. Es gab während dieser Angriffe nur einen Leichtverletzten auf "S 626".

In der Nacht 22./23.01.1945 warfen "S 30", "S 36" und "S 61" während der Minenunternehmung "Hansa" in der Durchfahrt zwischen Molat und Sestrugno 12 UMB-Minen.

Danach bis Monatsende konnten wegen des schlechten Wetters und Kraftstoffmangels keine Einsätze gefahren werden. In der ersten Hälfte des Februar erfolgten wegen Kraftstoffmangels keine Einsätze der 2. und 3. Gruppe. 

Am 01.02.1945 ging bei der 3. Gruppe eine Hilfsanforderung ein. Der Hafenkommandant von Grado bat um Hilfe für ein von einem Jabo angeschossenes Flugsicherungsboot, was wegen der Luftlage abgeleht wurde.

Die 1. Grp. versuchte in der Nacht 04./05.02.1945 die Minelegeoperation "Hamburg" durchzuführen, geriet aber auf dem Anmarsch südlich der Insel Gruizza in ein Gefecht mit  zwei Gruppen britischer MGBs. Die noch unscharfen Minen gingen bei einem Treffer auf "S 36"  über Bord, "S 33" und "S 61" warfen ihre Minen unscharf, da die Gruppe auch noch den Auftrag hatte, Sicherung für die Torpedoboote "TA 41" und "TA 45" bei einer Minenlegeoperation zu fahren. Die Boote gerieten wieder ins Gefecht mit MGBs, konnten diese jedoch von den Torpedobooten abhalten.

In der Nacht 05./06.02.1945 gingen die Boote wieder in See und gerieten in ein Gefecht mit britischen MGBs. Dabei kollidierten "S 36" und "S 61" miteinander. Sie wurden notdürftig repariert und waren für größere Einsätze nicht mehr zu gebrauchen. 

Am 07.02.1945 wurde Pola von 30 britischen Bombern angegriffen. Am 13.02.1945 griffen viermotorige US Bomber Stadt und Arsenal Pola an. Am 21.02. und 23.02.1945 war Pola erneut das Ziel von Bombenangriffen, dabei wurde das Sperrwaffenkommando zerstört, so dass keine Minen mehr übernommen werden konnten. 

Das Werftgelände Monfalcone war nach einem schweren Bombenangriff am 16.03.1945 nicht mehr nutzbar, so dass keine Reparaturen mehr ausgeführt werden konnten.

In den  letzten Wochen des Krieges liefen die Boote nur noch sporadisch aus, wenn die  Kraftstofflage es zuließ. Kriegstagebücher wurden nicht mehr geführt. Erfolge wurden keine erzielt.

Am 30.04.1945 sprengte Lt.z.S. Ernst-Günter Müller sein Boot "S 629".

Am 01.05.1945 traf die 2. Neuseeländische Division in Monfalcone mit der Partisanenarmee Titos zusammen. An diesem Tag geriet "S 157" (Oblt. Liebhold) westlich von Triest unter Granatwerferfeuer und sank. Dabei fielen MaschMt. Rudi Lieske, MaschObGefr. Helmut Püschel und MatrObGefr. Hubert Wasserberg. ObStrm. Elksneit versenkte sein Boot, "S 623", in Triest. 

In der Nacht 01./02.05.1945 besetzten Titos Partisanen den größten Teil von Triest, Goriza und die Halbinsel Istrien mit Pola, noch ehe die britische 8. Armee dort eintraf. Dort lagen noch die Boote:

"S 30" (Lt.z.S. Svoboda), "S 36" (Lt.z.S. Jarminowski), "S 61" (Oblt.z.S. Hardtke), "S 151" (Lt.z.S. Greiner), "S 152" (ObStrm. Mensch), "S 155" ( Oblt.z.S. Heckel) und S "156" (Lt.z.S. Marxen). 

"S 30", "S 36" und "S 61" sowie "S 151", "S 152", "S 155" und "S 156" in Ancona (Bild aus: Dallies-Labourdette)

Diese 7 Boote gingen unter Führung des Divisionschefs (Kptlt. Wuppermann) und des Chefs der 3. SFltl (Kptlt. Schulz) mit dem gesamten Flottillenpersonal nach Ancona zur Übergabe an die Royal Navy. Die Boote wurden nach La Valetta/Malta verbracht und 1947 in der Nähe der Insel versenkt.

"S 157" im Hafen von La Valetta, dahinter Boot mit Kennung "D" - Bild: Archiv Ashley Gowing

"S 61" im Hafen von La Valetta - Bild: Archiv Ashley Gowing

"S 61" und "S 157" im Hafen von La Valetta - Bild: Archiv Ashley Gowing

"S 61" im Schlepp von MTB 670 im Hafen von La Valetta - Bild: Archiv Ashley Gowing

Die von der 3. Gruppe übrig gebliebenen Boote lagen in mehr oder weniger brauchbarem Zustand in der Werft und fielen dort der der 8. britischen Armee in die Hände. "S 630" diente bis zur Außerdienststellung am 18.05.1949 unter der alten Bezeichnung "MS 75" in der italienischen Marine. Am 06.07.1949 musste es an die UdSSR abgeliefert werden.

Die Angehörigen des Stabes und die Besatzungen der Boote der 1. S-Boot-Division wurden als Gefangene nach Ägypten transportiert, wo sie mehrere Jahre verbrachten.

Gefangene der 3. SFltl im POW-Lager - Bild: Archiv Thomas Bethke

Weihnachtskarte aus dem POW-Lager - Archiv: Thomas Bethke

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*) Gemäß KTB des FdS war "S 621" unter dem Kommando von OFhr.z.S. Rolow, das KTB der 24. S-Fl gibt StOStrm. Maniel als Kommandanten an, "S 627" stand gemäß KTB des F.d.S. unter dem Kommando von OStrm. Jahraus, während das KTB der 24. S-Fl StOStrm. Kaufhold als Kommandanten angibt.