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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

Die Kriegschauplätze der S-Boote

 

Adria 1943 - 1945

Nach der Kapitulation Italiens am 09.09.1943 waren der Kriegsmarine eine große Anzahl von ital. Schiffen und Booten in die Hand gefallen. Es wurde zunächst erwogen, alle ital. Schnellboote in Dienst zu stellen, dann aber entschieden, nur die MS-Boote nicht aber die kleineren und noch störanfälligeren MAS-Boote zu nutzen. Die Außerdienststellung einiger der bereits in Dienst gestellten MAS-Boote wurde befohlen. Die 6 im westlichen Mittelmeer erbeuteten MS-Boote und die 3 in der Ägäis erfassten Booten sollten der neu gebildeten 24. SFltl zugeteilt werden. 

 

Am 08.09.1943 wurde der Waffenstillstand zwischen Italien und den Alliierten unterzeichnet. S 54 und S 61 befanden sich in Tarent. Sie und der Marinefährprahm F 478 erhielten freien Abzug und verminten beim Auslaufen die Hafeneinfahrt, ohne dass die Italiener das bemerkten. Auf diesen Minen sank am 10.09.1943 der brit. Minenleger "Abdiel".

Die 3 Boote stießen auf einen ital. Hilfsminenlogger, die Besatzung wurde ins Rettungsboot geschickt, das Boot gesprengt. Bei der Begegnung mit dem ital. Kreuzer  "Scipione Africano" nahm dieser keine Notiz von den Booten, die vorsorglich F 478 gesprengt und die Besatzung an Bord genommen hatten. Die beiden S-Boote gerieten in der Bucht von Valona in eine Minennetzsperre, konnten sich aber ohne Schäden zu nehmen befreien und steuerten Ragusa an. Hierbei lief S 54 auf eine Mine, blieb aber unbeschädigt. 

Am 11.09.1943 schoss S 54 vor Ancona zwei Torpedos auf eine moderne Yacht, die Torpedos trafen zwar mittschiffs, detonierten jedoch nicht. S 61 schoss einen Torpedo der die, wie sich herausstellte, ital. Admiralitätsyacht  "Aurora" versenkte. Gegen Morgen des 12.09.1943 kaperte S 54 mit 10 Mann unter Führung Kptlt. Winkler das ital. Motorschiff "Leopardi" (4572 BRT) mit 1500 ital. Soldaten an Bord, wenig später wurde der ital. Frachtdampfer "Saubasia" (1590 BRT) von S 61 als Prise genommen. Am Nachmittag stoppte S 54 etwa 30 sm südlich von Venedig den ital. Dampfer "Pontinia" (715 BRT), der herannahender Zerstörer "Quintino Sella" wurde mit 2 Torpedos versenkt, die "Pontinia" mit 2 Mann von S 54 als Prise genommen und zur Rettung Überlebender zurück gelassen. S 54 rief per Funk S 30 und S 33 aus Pola zur Hilfe, die konnten aber nicht auslaufen, weil die Italiener sie zurück hielten.

"S 30" und "S 33" in Pola - Bild: Aus dem Nachlass von Oblt.z.S. a.D. Backhaus

S 54 und die "Leopardi" liefen am Abend in Venedig ein. Die Kriegsflagge war verhüllt und die Uniformen der Seeleute unkenntlich gemacht worden, so dass die Venezianer glaubten, ein ital. Verband sei eingelaufen. 

S 54 (Oblt.z.S. Schmidt) vor dem Dogenpalast (Bild: Archiv R. Mundt)

Zwei Stunden später lief auch S 61 mit den anderen beiden Prisen ein. Beide S-Boote waren völlig ohne Kraftstoff, Wasser und Proviant. S 61 hatte noch einen Torpedo, S 54 war leer geschossen. Unter Androhung eines Stuka-Angriffs und des Angriffs bereitgestellter Panzer erreichte Oblt.z.S. Schmidt zusammen mit dem Generalkonsul und dem Einsenbahnbevollmächtigten die Kapitulation des Marinebefehlshabers Nordadria und des Chefs der Marinestation Venedig. In Venedig befanden sich ca. 10.000 Man ital. Marine, der ital. Zerstörer "Sebenico", das ital. Torpedoboot "Audace", 2 ital. S-Boote, 8 Hilfsschiffe und 30 Handelsschiffe. Der Kmdt. S 54, Oblt.z.S. Schmidt hatte damit die bemerkenswerteste Tat eines S-Boots-Kommandanten im 2. Weltkrieg vollbracht. Er wurde zusammen mit dem Bootsmann Blömker, seem. Nr. 1 von S 61, der das Boot ohne Anwesenheit eines Kommandanten geführt hatte, mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Am 22.12.1943 erhielt Oblt.z.S. Schmidt das Ritterkreuz.

S 61 (OBtsm Blömker) vor Piazza St. Marco, Venedig, am 11.09.1943 (Foto: Aus Conelly/Krakow: Schnellboot in action)

S 30 und S 33 hatten nach dem Waffenstillstand Italiens mit den Alliierten, die Boote notdürftig see- und kriegsbereit gemacht. Als am 11.09.1943 S 54 Hilfe anforderte, konnten sie nach einiger Zeit auslaufen, den Italienern waren Luftangriffe angedroht worden, so dass sie die Hafensperren schließlich öffneten. Als die Boote die Rotte S 54 und S 61 nicht fanden, liefen sie wieder ein. Am 14.09.1943 fuhren sie bis vor die Hafensperren von Venedig. Nach der Besetzung der Stadt Pola durch die 71. Infanterie-Division fuhren sie Sicherung für den Nachschubverkehr und unterstützten das Heer bei der Bekämpfung von Partisanen. Am 22.09.1943 fiel dabei 1 Mann und 2 Mann wurden verwundet.

Die 24. SFltl wurde am 01.11.1943 in der Ägäis gebildet. Chef wurde Kptlt. Meyer, H.J. Die ersten zulaufenden Boote waren 1936 - 1938 bei Lürssen für die jugosl. Marine gebaut worden. Sie waren am 17.04.1941 in Tiwat durch die ital. Marine erbeutet worden und als Boote es Typs MS in Dienst gestellt worden. 

Zugeteilt wurden zunächst:

S 601 ObStrm. Swoboda ex ital. MS 42 ex jugosl. "Velebit"
S 602 StObStrm. Annuß ex ital. MS 43 ex jugosl. "Dinara"
S 603 Oblt.z.S. d. Res. Bollenhagen ex ital. MS 44 ex jugosl. "Triglav"
S 604 StObStrm. Wernicke ex ital. MS 46 ex jugosl. "Rusnik"
S 511 ex ital. MAS 522 ex jugosl. "Orjen"
S 512 ex ital. MAS 542 ex. jugosl. "Suvobur"

S 511 war am 19.09.1943 auf die deutsche Seite übergelaufen. Am 04.12.1943 wurde es vor Makronisi von 7 Beaufighter-Flugzeugen angegriffen. Da es schwere Treffer hinnehmen musste, wurde es auf Strand gesetzt. Dort wurde es zerstört. Es fielen 2 Mann.

In der Nacht 08./09.01.1944 operierten S 55 und S 36 von Cattaro aus gegen Partisanen-Schiffsverkehr. Sie kaperten zwischen den Inseln Hvar und Brac 2 Motorsegler mit Kraftstoff und Munition. Die Boote wurden gesprengt, nachdem die Besatzung übernommen worden war. Im Morgengrauen beschossen die S-Boote den Hafen der Insel Vis. Die Partisanen schossen zurück, ohne jedoch zu treffen.

In der Nacht 09./10.01.1944 waren S 55 und S 36 wieder im Einsatz. Sie beschossen den Hafen Komiza auf der Insel Vis. Sie stoppten einen Motorsegler, der Waffen, Munition und Proviant beförderte. Er wurde als Prise genommen und nach Velalucca geleitet. Beim Ansteuern der Bucht an der Westseite der Insel Korcula wurden die Boote von brit. Jagdbombern angegriffen. Auf S 55 fiel die Bb-Maschine durch Splitterwirkung aus, auf S 36 fielen 2 Mann. Kurz darauf griff eine ganze JaBo-Staffel an, der Motorsegler geriet in Brand, die Ladung explodierte. Am Nachmittag griffen brit JaBos in 2 Wellen erneut die Boote an. S 55 (Oblt.z.S. Weber) erhielt Treffer und geriet in Brand, die Reservetorpedos explodierten, das Boot war nicht mehr zu halten und sank. S 36 übernahm die Besatzung von S 55 und des Motorseglers und lief abends nach Cataro ein. Anschließend musste es nach Pola in die Werft.

Die 11 Boote der 3. und 7. SFltl wurden bei ihrer Überführung aus dem westl. Mittelmeer in die Adria durch das extreme Niedrigwasser des Po gestoppt. Erst nach Beendigung von erforderlichen Baggerarbeiten bei Piacenzia konnte die Überführung fortgesetzt werden.

Im Februar 1944 konnte wegen des geringen S-Boot-Bestandes keine Einsätze durchgeführt werden, ein Sicherungsauftrag konnte wegen schlechten Wetters nicht ausgeführt werden. Die ersten 6 Boote der 24. SFltl trafen Ende Februar in Venedig ein.  Die 11 Boote der 3. und 7. SFltl aus dem westl. Mittelmeer trafen am 07.03.1944 in Venedig ein, wo sie zunächst wieder zusammen gebaut werden mussten. 

In der Nacht 15./16.03.1944 verlegten S 36 und S 61 mit dem Fltl-Chef an Bord von Pola nach Cattaro und fuhren in der darauf folgenden Nacht einen Vorstoß in das Seegebiet zwischen den Inseln Mljet, Lagosta und Glavat, dabei wurde ein Motorfischkutter mit Artillerie versenkt.

Im April fanden vier Vorstöße mit 2 bzw. 3 Booten statt (S 30, S 33 und S 36). Es kam kein Gegner in Sicht. 

Am 14.04.1944 wurden von den im Bau erbeuteten Booten S 622 und S 624 kurz vor ihrer Indienststellung durch einen amerkanischen Luftangriff auf Monfalcone zerstört, S 623 und S 626 (Lt.z.S. Burba) wurden schwer beschädigt.

S 626 nach Bombentreffer in Monfalcone (Bild aus: Dallies-Labourdette)

Am 14.04.1944 war nur noch S 30 einsatzbereit. Die Boote der 7. SFltl waren noch nicht wieder zusammengebaut, die Boote der 24. SFltl litten unter ständigen Motorenstörungen. S 54 lag noch immer in Saloniki. Am 22.04.1944 lief S 54 (Oblt.z.S. Schmidt) auf dem Verlegungsmarsch nach Cattaro vor Kap Leukas auf eine Mine. Das Achterschiff wurde abgerissen, das Boot blieb aber schwimmfähig und wurde eingeschleppt. Es fielen 3 Mann, 5 Mann wurden verwundet. Das Boot ging nach Salamis in die Werft.

Im Mai 1944 fuhren S 30, S 36 und S 61 mehrere Einsätze, bei denen es ihnen am 11.05.1944 gelang, ein Küstenmotor-Passagierschiff zu versenken. Die Versuche eine Gruppe der 12. R-Fltl durch die Straße von Otranto zu geleiten missglückten, da die Boote immer wieder auf brit. Zerstörer stießen, die sofort das Feuer eröffneten.

Die ersten fertig gestellten Boote der 7. SFltl - S 153, S 155, S 156, S 157 und S 158 - liefen in Split ein. 

S 155 in einem Hafen an der Adria - Archiv: Eric-Jan Bakker

In der Nacht 31.05./01.06.1944 konnten sie vor der Insel Lissa in Artilleriegefechten 3 Motorkutter, 1 Küstenmotorschiff und 1 kleinen Tanker versenken. Die Überlebenden (159 uniformierte Engländer, Kroaten, Serben und Italiener, 1 US Lightning-Pilot, 37 Frauen und 5 Kinder) wurden an Bord genommen.

S 158 bei der Torpedoübernahme - Archiv: Heinz Kloetzke

In der nächsten Nacht versenkten sie im Artilleriegefecht 2 voll besetzte und 1 leeren Motorkutter, die Überlebenden (77 Partisanen, 2 brit. Fallschirmjäger, 50 Frauen und 24 Kinder) wurden aus dem Wasser gefischt.

Bei einem Vorstoß am 11./12.06.1944 stießen S 156, S 155, S 153 und S 157 überraschend auf die zwei brit. Zerstörer HMS "Blackmore" und HMS "Eggesford", die sofort das Feuer eröffneten. S 153 (Oblt.z.S. Rautenberg) wurde von einem Zerstörer zusammengeschossen und sank bei der Insel Hvar mit dem Gros der Besatzung. 10 Mann wurden von HMS "Eggesford" gerettet. 

S-Boote des Typs S 151 in der Adria - Bild: aus Connelly/Krakow: Schnellboot in Action

Am 24.06.1944 sicherten die Boote S 157 und S 154 das alte jugoslawische Torpedoboot T 7. Bei der Insel Cocoglari griffen 3 briische MTBs den Verband an. 2 Torpedos gingen fehl. T 7 wurde im Artilleriegefecht in Brand geschossen.  Da die britischen MTBs den deutschen Booten artilleristisch überlegen waren, konnten sie unbeschädigt ablaufen. S 157 und S 154 retteten 21 Mann darunter 11 Verwundete.

Am 01.07.1944 waren in Grado fahrklar die ital. Beuteboote S 621 (ObFhnr.z.S. Rolow), S 627 (ObStrm. Jahraus), S 628 (Lt.z.S. Overwaul) und S 629 (Lt.z.S. Müller, E.G.), die am 14.04.1944 beim Luftangriff  beschädigten Boote S 623 und S 626 (Lt.z.S. Burba) waren noch nicht repariert und die Boote S 601, S 602 und S 604 lagen in Saloniki.

Durch den alliierten Vormarsch in Italien und durch den Rückzug aus dem Balkan wurde das Operationsgebiet der S-Boote immer weiter eingeengt, die alliierten Seestreitkräfte wurden durch die RAF und die USAF unterstützt, so dass sie alle Rückzugsgeleite der deutschen Seite angriffen. Die als Sicherung abgestellten S-Boote konnten die Angriffe britischer Seestreitkräfte nicht wirklich verhindern. Am 06. und 11.07.1944 landeten britische Kommandotruppen auf den Inseln Hvar und Brac und zwangen die Deutschen zur Aufgabe.

Am 24.07.1944 sicherten die Boote der 7. SFltl ein Geleit. Als die S-Boote angreifende britische MGBs abdrängten, feuerten die MTBs Torpedos auf die deutschen S-Boote. Beim Ausmanövrieren der Torpedos rammte S 155 S 154. Im Artilleriegefecht mit den MTBs nahm MTB 372 Treffer, es waren Explosionen und Rauchentwicklung zu beobachten. Das Boot wurde später von britischen JaBos versenkt. S 154 musste aKB gestellt werden.

"S 151" in Venedig - Bild: Archiv Heinz Kloetzke

Am 26.07.1944 wurde S 151 (Lt.z.S. Pankow) durch Artillerietreffer schwer beschädigt, das von ihm gesicherte Motorschiff "Vega" ging verloren. Auf S 151 fielen 5 Mann und 5 Mann wurden verwundet. 

Am 09.08.1944 wurde die Rotte S 623 und S 626 von 3 JaBos angegriffen. Beide Boote wurden mehrfach getroffen. Auf S 623 fielen 3 Mann, es gab 1 Schwer- und 5 Leichtverletzte, 1 Mann erlag seinen Verletzungen, auf S 626 wurden 2 Mann schwer und 6 Mann leicht verletzt.

Am 19.08.1944 geriet die 3. SFltl in ein Gefecht mit britischen Seestreitkräften. Dabei wurde S 57 (Oblt.z.S. Buschmann) so stark beschädigt, dass es gesprengt werden musste. 2 Mann fielen, 9 Mann wurden verwundet. Auf S 30 fiel 1 Mann und auf S 58 und S 69 gab es jeweils 1 Verwundeten.

Am 01.09.1944 übernahm Kptlt. Müller, A. die 3. SFltl. Am 13.10.1944 fusionierten die 3. und 7. SFltl, die beiden Chefs Kptlt. Müller, A. und Kptlt. Trummer wurden versetzt. Aus der bisherigen 3. SFltl wurde die 1. Gruppe der neuen Flottille (Oblt.z.S. Backhaus) mit den Booten S 30, S 36, S 58, S 60 und S 66, aus der bisherigen 7. SFltl wurde die 2. Gruppe (Oblt.z.S. Buschmann) mit S 151, S 152, S 154, S 155, S 156, S 157 und S 158. Aus der bisherigen 24. SFltl wurde am 25.10.1944 die 3. Gruppe (Oblt.z.S. Bollenhagen) mit S 621, S 623, " 626, S 627, S 628 und S 629 (ex MS 76) dazu kam ab 04.12.1944 S 630 (ex MS 75).

Inspektion durch den F.d.S. in Venedig - Bild: Archiv Heinz Kloetzke

"S 33" in Venedig 1944 - Bild: Archiv Thomas Bethke

Matrosen von "S 33" beim Langang in Venedig 1944 - Bild: Archiv Thomas Bethke

 "S 33" in Monfalcone 1944 - Bild: Archiv Thomas Bethke

Im Oktober 1944 fuhr die 1. Grp. der 3. SFltl zwei Einsätze gegen Schiffsverkehr vor Ancona, ohne Ziele zu sichten. Ein Offensivunternehmen mit 8 S-Booten, dem Torpedoboot TA 40 und den U-Jägern UJ 202 und 208 am 10. /11.10.1944 gegen die Hafenanlagen von Zapuntello auf der Insel Molat und der Funk- und Signalstation Punta Banastra wurde planmäßig durchgeführt. Die Einrichtungen wurden zerstört, die in den Hafen geschossenen Torpedos detonierten aber nicht bis auf einen. Die 1. Grp. zerstörte in der Bucht von Punta Luccina eine neu gebaute Zementpier. S 626 erhielt vor Zapuntella einen 4-cm-Treffer ins Vorschiff unter der Wasserlinie und wurde von UJ 202 abgeschleppt.

Am 18.10.1944 bekam die 24. SFltl den Auftrag, Sprengboote (Linsen) in der Adria zum Einsatz zu bringen. Ihr wurde dazu S 630 (ex MS 75) unterstellt. S 626, S 630 und S 629 setzten unbemerkt die Linsen aus. Am 20.10.1944 wurde der Auftrag, ein Marineeinsatzkommando (MEK) nach Lissa zu bringen, verschoben, weil die Geräte nicht eingetroffen waren. Als die Geräte am 21.10. eintrafen, verhinderte schlechtes Wetter die Operation. Auch ein weiterer Einsatz eines MEK gegen eine Pipeline und eine Brücke bei Fano am 232.10.1944 wurde wegen des Wetters abgesagt. Am 25.10.1944 verlegten die Boote nach Grado, S 630 verlegte nach Venedig. 

Am 25.10.1944 verlor die 2. Grp. der 3. SFltl bei einem Luftangriff von Mosquito-Bombern auf Sibenik S 158. 2 Mann fielen, 2 Mann (darunter der Kmdt. StObStrm. Hertwig) wurden schwer und 4 Mann wurden leicht verletzt. 

Wrack des "S 158" - Bild: Archiv H. Kloetzke

S 156 wurde so stark beschädigt, dass es aKB gestellt werden musste.

Im November 1944 war das Wetter so schlecht, dass an 10 Tagen kein S-Booteinsatz möglich war. Am 02.11.1944 wurden auch 2 S-Boote eingesetzt, um nach Überlebenden von der Versenkung des Torpedobootes TA 20 und der U-Jäger UJ 202 und UJ 208 zu suchen, wegen des groben Seegangs mussten sie aber umdrehen. Am nächsten Tag wurden noch 17 Überlebende geborgen. 

Am 18.11.1944 diente die 3. Grp. der 3. SFltl wiederum dem Aussetzen eines MEK, diesmal bei Lussin. Auf dem Rückmarsch rammte S 628 das Vorschiff von S 627. S 627 musste, da der Schaden nur notdürftig repariert worden war, am 19.11.1944 bei einem weiteren Aussetzen eines MEK wegen des Wetters vorzeitig umkehren. Auf S 628 fielen 2 Motoren aus und das Boot musste ebenfalls umkehren. Daher wurde der Einsatz abgebrochen.

Erst am 19.11.1944 konnten S 60, S 61, S 58 und S 30 von Pola in See gehen, um einen Vorstoß gegen vermuteten Schiffsverkehr vor Ankona zu fahren. S 60 versenkte das vor Anker liegende Motorschiff "Stella" (162 BRT), S 61 beschoss den Schoner "Adua" (148 BRT) und sprengte ihn schließlich.

In der Nacht 22./23.11.1944 legten S 60, S 61, S 58 und S 30 eine Minensperre vor Catolico/Pesaro. In der gleichen Nacht fuhr die 3. Grp. mit 4 Booten ein vergebliches Unternehmen. Es musste wegen des Wetters abgebrochen werden. 

In der Nacht 23./24.11.1944 dienten S 629, S 154 und S 157 als Fernsicherung für einen Verband aus dem Minenleger "Fasana" und den Torpedobooten TA 40 und TA 45.

"S 30" während einer Werft-Probefahrt - Bild: Archiv Lürssen-Werft

In der Nacht 24./25.11.1944 fuhr die 3. Grp. mit 5 Booten Sicherung für einen Vorstoß mit 16 Sturmbooten gegen Melada und Isto. Schlechtes Wetter zwang zum Abbruch.

Im Dezember 1944 war das Wetter noch schlechter als im November, an 17 Tagen konnten die S-Boote nicht auslaufen. Die Boote der 3. Grp. S 623, S 626, S 627, S 628 und S 629 gingen am 03.12.1944 in die Werft nach Monfalcone in die Werft. Die Überholungs- und Reparaturarbeiten wurden durch ständige Fliegeralarme gestört. Als die Boote wieder nach Pola zurück kamen, war entweder das Wetter zu schlecht oder die Boote hatten Motorenprobleme, so dass keine Einsätze gefahren wurden. Am 04.12.1944 wurde S 630 der 3. Grp. unterstellt.

Die 9 Boote der 1. und 2. Grp. fuhren in der Nacht 03./04.12.1944 einen Einsatz gegen den vermuteten Landungsverkehr bei Lussin. Sie stießen ins Leere.

In der Nacht 07./08.12.1944 sicherten S 30, S 33, S 36, S 58, S 151, S 152, S 154, S 156 und S 157 eine Minelegeoperation des Minenlegers "Fasana" und der Torpedoboote TA 45 und TA 40 in der Zarastraße.

Ein Angriff mit drahtgelenkten Sprengbooten auf angeblich bei Sibenik liegende alliierte Einheiten in der Nacht 15./16.12.1944 ging ins Leere.

Am 17.12.1944 beschossen 3 brit. Zerstörer und 3 MGBs den Hafen der Insel Lussin. In einem Gefecht mit brit. MGBs gab es 2 Verwundete auf S 152. 

Daneben sicherten die S-Boote mehrfach Kleintransporte, mit denen deutsche Stützpunktbesatzungen nach Norden abtransportiert und Inseln evakuiert wurden.

Am Ende des Jahres 1944 bestanden die 3 Gruppen der 1. S-Boots-Division in der Nordadria aus folgenden Booten:

1. Gruppe S 30, S 33, S 36, S 58 einsatzbereit in Pola
S 60, S 61 aKB in der Werft Pola
2. Gruppe S 151, S 152, S 154, S 156, S 157 einsatzbereit in Venedig
S 155 aKB in der Werft in Pola
3. Gruppe S 621, S 623, S 626, S 628, S 630 einsatzbereit in Grado
S 627, S 629 aKB in der Werft Mofalcone

 

In den ersten Tagen des Jahres 1945 wehte der Bora, so dass die Boote im Hafen bleiben mussten. In der Nacht 04./05.01.1945 fuhren S 33, S 60, S 58 und S 61 ein Vorstoß  zur Insel Molat. In der Bregulie-Bucht stießen sie auf einen Bewacher, der durch S 33 mit einem Torpedo versenkt wurde. Es handelte sich um die Harbour-Defence Motor Launch HDML 1163. Danach stießen die Boote auf Porto Nuccina vor. S 61 schoss 2 Torpedos in den leeren Hafen. Sie blieben jedoch in einer Netzsperre hängen und richteten im Hafen keine Schaden an.

In der Nacht 09./10.01.1945 fand ein weiterer MEK-Einsatz für die 1. Grp. statt. S 58 und S 61 wurden wegen Maschinenschadens zurück geschickt. Der Auftrag des MEK, die Sprengung von 2 Straßen- und 1 Eisenbahnbrücke sowie 1 Bahngleis über den Tenna konnte durchgeführt werden. Die 3. Grp. hatte ebenfalls einen MEK-Einsatz. S 621 musste wegen unklarer Maschine nach Pola entlassen werden. Das MEK wurde abgesetzt und ein Aufklärungsstreifen Richtung Pettini-Inseln gefahren. Es kamen keine Ziele in Sicht. 

In der Nacht 10./11.01.1945 lief die 1. Grp. aus, um die MEK-Aktion des Vortages fortzusetzen. Dabei liefen S 60, S 33 und S 58 wegen eines Kompasfehlers an der Küste der Insel Unie auf Grund. Sofort eingeleitete Abschleppversuche durch S 30 scheiterten. In der Nacht 11./12.01.1945 versuchten 2 Marinefährprähme die Boote abzuschleppen, ebenfalls ohne Erfolg. Am Abend erschien der Schlepper "Chirone", kehrte aber sofort wieder um, damit er Pola wie befohlen am frühen Morgen erreichen konnte. 

Am Abend des des 15.01.1945 kam "Chirone" wieder, der Versuch S 58, das noch am günstigsten für eine Bergung lag, abzuschleppen, misslang und die Bergung der Boote wurde abgebrochen. Am Morgen des 16.01.1945 erschien eine Gruppe brit. MGBs und MTBs und nahm die Havaristen unter Feuer. Ein MTB schoss einen Torpedo auf S 33, der 5 m von S 33 auf den Felsen detonierte. Das Boot wurde stark beschädigt. Durch 5,7-cm-Treffer geriet das Boot in Brand, die an Bord verbliebenen Torpedos explodierten und vernichteten das Boot. S 60 und S 58 erhielten auch zahlreiche Artillerie-Treffer, dabei gab es 3 Verletzte. Noch in der Nacht wurden die Boote gesprengt. Damit waren von der ehemaligen 3. SFltl noch 3 Boote übrig geblieben. 

In der Nacht 18./19.01.1945 fuhren die 3 Boote der 1. Grp. und 5 Boote der 2. Grp. einen Einsatz in den Zara-Kanal. Dabei gerieten sie in Gefechte mit brit. Bewachern, S 30, S 151 und S 152 waren mehrfach von 20-mm und 40-mm-Geschossen getroffen worden. Auf S 152 wurde 1 Mann schwer verwundet.

Boote der 7. SFltl in der Adria - Bild: Archiv Foerderverein

Am 19.01.1945 griffen brit. JaBos die in Pola verbliebenen Boote in zwei Wellen an, etwas später erfolgte ein Angriff von 13 amerik. Mustangs. Am 21.01.1945 erfolgte ein erneuter Angriff durch brit. JaBos. S 154 wurde so schwer getroffen, dass sich eine Reparatur nicht mehr lohnte. Es gab während dieser Angriffe nur einen Leichtverletzten auf S 626.

In der Nacht 22./23.01.1945 warfen S 30, S 36 und S 61 in der Durchfahrt zwischen Molat und Sestrugno Minen.

Danach bis Monatsende konnten wegen des schlechten Wetters und Kraftstoffmangels keine Einsätze gefahren werden. Im der ersten Hälfte des Februar erfolgten wegen Kraftstoffmangels keine Einsätze der 2. und 3. Grp. Die 1. Grp. versuchte in der Nacht 04./05.02.1945 eine Minelegeoperation durchzuführen, geriet aber auf dem Anmarsch in ein Gefecht mit  2 Gruppen brit. MGBs. Die noch unscharfen Minen gingen bei einem Treffer auf S 36  über Bord, S 33 und S 61 warfen ihre Minen unscharf, da die Gruppe auch noch den Auftrag hatte, Sicherung für die Torpedoboote TA 41 und TA 45 zu fahren. Die Boote gerieten wieder ins Gefecht mit MGBs, konnten diese jedoch von den Torpedobooten abhalten.

In der Nacht 05./06.02.1945 gingen die Boote wieder in See und gerieten in ein Gefecht mit brit. MGBs. Dabei kollidierten S 36 und S 61 miteinander. Sie wurden notdürftig repariert und für größere Einsätze nicht mehr zu gebrauchen. 

Am 07.02.1945 wurde Pola von 30 brit. Bombern angegriffen. Am 13.02.1945 griffen viermotorige US Bomber Stadt und Arsenal Pola an. Am 21.02. und 23.02.1945 war Pola erneut das Ziel von Bombenangriffen, dabei wurde das Sperrwaffenkommando zerstört, so dass keine Minen mehr übernommen werden konnten. 

Das Werftgelände Monfalcone war nach einem schweren Bombenangriff am 16.03.1945 nicht mehr nutzbar, so dass keine Reparaturen mehr ausgeführt werden konnten.

In den  letzten Wochen des Krieges liefen die Boote nur noch sporadisch aus, wenn die  Kraftstofflage es zuließ. Kriegstagebücher wurden nicht mehr geführt. Erfolge wurden keine erzielt.

Am 30.04.1945 sprengte Lt.z.S. Müller, E.G. sein Boot S 629.

Am 01.05.1945 traf die 2. Neuseeländische Division in Monfalcone mit der Partisanenarmee Titos zusammen. An diesem Tag geriet S 157 (Oblt. Liebhold) westlich von Triest unter Granatwerferfeuer und sank. Dabei fielen 3 Mann. ObStrm. Elksneit versenkte sein Boot S 623 in Triest. 

In der Nacht 01./02.05.1945 besetzten Titos Partisanen Triest, Görz, die Halbinsel Istrien mit Pola. Dort lagen noch die Boote:

S 30 (Lt.z.S. Svoboda), S 36 (Lt.z.S. Jarminowski), S 61 (Oblt.z.S. Hardtke), S 151 (Lt.z.S. Greiner), S 152 (ObStrm. Mensch), S 155 ( Oblt.z.S. Heckel) und S 156 (Lt.z.S. Marxen). 

S 30, S 36 und S 61 sowie S 151, S 152, S 155 und S 156 in Ancona (Bild aus: Dallies-Labourdette)

Diese 7 Boote gingen unter Führung des Divisionschefs (Kptlt. Wuppermann) und des Chefs der 3. SFltl (Kptlt. Schulz) mit dem gesamten Flottillenpersonal nach Ancona zur Übergabe an die Royal Navy. Die Boote wurden nach La Valetta/Malta verbracht und in der Nähe der Insel versenkt.

S 157 im Hafen von La Valetta, dahinter Boot mit Kennung "D" - Bild: Archiv Ashley Gowing

S 61 im Hafen von La Valetta - Bild: Archiv Ashley Gowing

S 61 und S 157 im Hafen von La Valetta - Bild: Archiv Ashley Gowing

"S 61" im Schlepp von MTB 670 im Hafen von La Valetta - Bild: Archiv Ashley Gowing

Die von der 3. Gruppe übrig gebliebenen Boote lagen in mehr oder weniger brauchbarem Zustand in der Werft und fielen dort der der 8. brit. Armee in die Hände. S 630 diente bis zur Außerdienststellung am 18.05.1949 unter der alten Bezeichnung MS 75 in der ital. Marine. Am 06.07.1949 musste es an die UdSSR abgeliefert werden.

Die Angehörigen des Stabes und die Besatzungen der Boote der 1. S-Boot-Division wurden als Gefangene nach Ägypten transportiert, wo sie mehrere Jahre verbrachten.

Gefangene der 3. SFltl im POW-Lager - Bild: Archiv Thomas Bethke

Weihnachtskarte aus dem POW-Lager - Archiv: Thomas Bethke

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*) Gemäß KTB des FdS war "S 621 unter dem Kommando von OFhr.z.S. Rolow, das KTB der 24. S-Fl gibt StOStrm. Maniel als Kommandanten an, "S 627" stand gemäß KTB des FdS unter dem Kommando von OStrm. Jahraus, während das KTB der 24. S-Fl StOStrm. Kaufhold als Kommandanten angibt.