Die Schnellboot-Seite

----- S-Boote --   -Tender-      Verschiedenes ----- Gästebuch

  S-Boote Kriegsmarine - Schnellboots-Bunker 

 

Kontakt

Links S-Boot-Seiten 

Links Freunde 

Home

Haftungsausschluss

Impressum

Kameradensuche

Literatur

 

 

 

S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

  

Die S-Boot-Bunker

 

Bereits 1940 war abzusehen, dass die S-Boote in den Kanalhäfen in Frankreich und Belgien sowie in den Häfen in den Niederlanden durch Angriffe der Royal Air Force stark gefährdet sein würden. Daher wurden 1940 die Planungen für die Schnellboot-Bunker (SBB) angeschoben. Der Bau der Bunker wurde durch die Organisation Todt durchgeführt. Die ersten Planungen umfassten SBBs in den Häfen von Cherbourg, Boulogne, Ostende, Ijmuiden und Rotterdam. 

Für die Bunker wurden Liegeplätze wie folgt geplant:

Ijmuiden 10
Rotterdam 16
Ostende 8
Boulogne 12
Cherbourg Gewölbe

 Am 10.06.1941 meldete das Hafenbauamt Ostende, dass der erste Bauabschnitt fertiggestellt sei und vier Boote untergebracht werden könnten. Am 21.06.1941 folgte die Bereitschafts-Meldung von Boulogne, Ende des Monats waren in Ostende alle geplanten Liegeplätze fertig. Am 11.10.1941 waren die ersten Boxen in Rotterdam fertig. Ende Februar 1942 konnten alle Einheiten der 2. SFltl den Schutz der Bunker in Ijmuiden aufsuchen. In Cherbourg wurden bestehende Liegeplätze mit einem ellipsenförmigen Tunnelgewölbe aus Stahlbeton überdacht. Dort konnten die Boote ab Januar 1941 Schutz suchen.

SBB Rotterdam Waalhaven - Foto: Unbekannt

SBB-Ijmuiden - Foto: Unbekannt

Auslaufen aus einem Bunker in einem Kanalhafen - Foto: PK-Aufnahme

Flottille läuft aus zum Nachtangriff - Foto: PK-Aufnahme

Boot läuft in den SBB Rotterdam ein - Foto: PK-Aufnahme

Anlegen im SBB nach einem Angriff - Foto: PK-Aufnahme

Torpedoübernahme im SBB - Foto: PK-Aufnahme

S-Boote im Bunker - Foto: PK-Aufnahme

Auslaufmusterung in einem SBB -Foto: PK-Aufnahme

Flottillenmusterung durch den F.d.S. - Foto: PK-Aufnahme

Der F.d.S. forderte zunächst zwei weitere Bunker für Den Helder und Le Havre. Nach Abschluss der Planungen für einen Schnellboot-Bunker in Den Helder wurde zwar eine Baustelle eingerichtet, die aber aufgegeben wurde, u.a. um eine zu große Konzentration von S-Booten zu vermeiden und wegen des hier schwierigen Eisganges. Für Le Havre und Dünkirchen entstanden Räumbootbunker. 

1943 stellte der F.d.S. die Forderung nach neuen Bunkern und Forderungen für die Erweiterung der bestehenden Bunker:

Den Helder 28 (ursprünglich 14)
Ijmuiden Erweiterung auf 28
Cherbourgh Erweiterung auf 28
L' Aber Wrach Neubau 14
Lézardrieux Neubau 14

Im Herbst 1943 wurde ein weiterer Bunker für Ijmuiden gefordert, so dass insgesamt 42 Liegeplätze zur Verfügung stehen würden. Wegen der Entwicklung an der Landfront wurden die Bunker Boulogne und Ostende nicht mehr für eine Erweiterung vorgesehen. Die übrigen Bauvorhaben wurden nicht mehr realisiert.

 

Zeichnung des geplanten SBB Den Helder

Die Bunker mit ihren zum Teil über 4 m dicken Stahlbeton-Decken schienen für lange Zeit den Schutz der Boote voll zu gewährleisten. Zur Unterstützung der alliierten Landung in der Normandie warf jedoch die Royal Air Force gezielt überschwere Bomben, so genannte "Tallboys", auf die Bunker, so dass selbst deren Decken durchschlagen wurden.

In der Nacht 13./14.06.1944 sollten die Boote wiederum die Landungsflotte angreifen, die 5. und 9. SFltl sollte wegen der Konzentration der Boote auf Le Havre anschließend nach Cherbourg laufen. Wind aus Nordwest mit sieben Windstärken zwang die Boote der 4., 5. und 9. SFltl zum Abbruch des Einsatzes und zur Rückkehr nach Le Havre. Der Funkverkehr wurde abgefangen und entschlüsselt und die Alliierten griffen mit 221 Lancaster-Bombern geleitet durch Jäger und durch Mosquito-Schnellbomber die Boote am Abend des 14.06.1944 an. 14 S-Boote (S 84, S 100, S 138, S 142, S 143, S 144, S 146, S 150, S 169, S 171, S 172, S 173, S 187, S 188, S 188)  und drei der vier im Hafen befindlichen Torpedoboote sanken, nur S 167 entkam durch Auslaufen. In dem Bombardement fielen 18 Soldaten, darunter der Chef 5. SFltl (KptLt Johannsen), ferner gab es 25 Verwundete zu beklagen, darunter der Chef 9. SFltl (KptLt v. Mirbach) und vier Kommandanten.   

In der folgenden Nacht erfolgte ein erneuter Luftangriff auf Boulogne. Während neun Minensuchboote, zwei Vorpostenboote und drei Minensuchbootstender sanken, konnte die 2. SFltl rechtzeitig auslaufen, ehe der S-Bootsbunker von Bomben durchschlagen wurde, und blieb ohne nennenswerte Schäden.  

Die Luftangriffe dieser beiden Nächte hatte die Marine im Kanal entscheidend geschwächt, von 31 S-Booten bei Invasionsbeginn waren in den vier Flottillen noch 13 einsatzbereit:  

Ostende 8. SFltl  3 Boote S 83, S127, S 133
Boulogne 2. SFltl     4. SFltl  4 Boote 2 Boote  S176, S 180, S 181, S 182    S174, S 175
Le Havre 9. SFltl  1 Boot S 167
Cherbourg 9. SFltl 3 Boote S 130, S 145, S 168

SBB Rotterdam - Foto: Archiv Enno Brandi

SBB Rotterdam nach Bombeneinschlag- Foto: Archiv Enno Brandi

Die Überreste der Schnellboot-Bunker haben den Krieg um viele Jahre überdauert. Zum Teil wurden sie als Liegeplätze für hafenbehördliche Boote, zum Teil für die Ansiedlung von Industrie genutzt.

SBB Cherbourgh - Foto: M. Foedrowitz

SBB Cherbourgh mit Kleinfahrzeugen der Hafenbehörde - Foto: M. Foedrowitz

SBB Ijmuiden als Industriestandort - Foto: M. Foedrowitz

Kalksandsteine werden hier hergestellt - Foto: M. Foedrowitz

Der Schnellboot-Bunker Ijmuiden wird derzeit abgerissen. Über den Abriss gibt es einen YouTube-Film.

Neben den Schnellbootsbunkern wurden in den Einsatzhäfen am Kanal und an der südlichen  Nordsee Torpedobunker, Munitionsbunker, Treibstoffbunker sowie Luftschutzbunker für das Personal gebaut.