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Sensoren der S-Boote der Bundesmarine Decca-Radar Die S-Boote der Klassen 149, 140 und 141 waren wie auch die Boote „UW 10“ und „UW 11“ mit Navigations-Radargeräten Type 159 der britischen Firma Decca Radar Ltd. ausgerüstet.
Decca Radar Type 159 auf S-„Wildschwan“ – Foto: Sammlung Hank Andresen Die so genannte „Doppelte-Käse-Antenne“ hatte eine Breite von ca. 1,22 m. Der Transceiver befand sich unter der Antenne. Das Radar arbeitete im X-Band (NATO: I-Band) (Wellenlänge ca. 3 cm). Das Radarbild wurde auf dem Plan Position Indicator (PPI) mit einer 9-Zoll-Kathodenstrahl-Röhre dargestellt. Die instrumentierte Reichweite des Radars betrug 20 sm.
Kelvin Hughes KH14/9 Anfang der 60er Jahre wurden die Boote der Klassen 140 und 141 nach und nach auf das Navigations- und Seeraumüberwachungsradar Kelvin Hughes KH 14/9 umgerüstet. Die Boote der Klasse 142 wurden bereits im Bau mit dem Radar KH 14/9 ausgerüstet. Es arbeitete im X-Band (NATO: I-Band) und hatte eine Reichweite von ca. 25 sm. Das Radarbild wurde auf einem 9 Zoll Plan Position Indicator (PPI) im Kartenhaus angezeigt und war zunächst vorausstabilisiert.
KH-14/9-Antenne auf S-"Löwe" - Foto: Archiv K. Scheuch
PPI des KH 14/9 im Kartenhaus - Veit Nejedlo Mitte er 60er Jahre erhielten die Boote nach und nach ein so genantes True Motion Gerät im Plotraum und die Darstellung auf dem PPI im Kartenhaus wurde auf vorausstabilisiert umgestellt.
True Motion Konsole in der OPZ - Firmenfoto Das Lagebild wurde auf dem Koppeltisch in Abt. IX (Uffz.-Deck/Plotraum) mit der eingeblendeten Koppelspinne für ausgewählte Ziele von Hand erzeugt.
Decca 404 Das Decca 404 Seeraumüberwachungs- und Navigationsradar auf den Booten "Hugin" und "Munin" hatte eine einfache elliptiche Parbolantenne von knapp 2 m Breite und arbeitete im X-Band (NATO: I-Band). Das Radarbild wurde auf einem Plan Postition Indicator (PPI) von 9 Zoll Durchmesser auf der Brücke dargestellt.
Antenne Decca 404 auf S-"Hugin" - Foto: Archiv J. Prochnow
Radar "Pfeil" und "Strahl"
Radarantenne auf S-"Strahl" - Foto: Archiv J. Prochnow Über das Radar auf den Booten "Pfeil" und "Strahl" liegen keine Daten vor.
WM-20 Die Boote der Klasse 142 wurden von 1969 bis 1972 umgerüstet (S-Boot Klasse 142 mod) und erhielten statt der bisher vier Torpedorohre, zwei Rohre für den drahtgesteuerten Torpedo DM 2 A 1 "Seal", der u.a. auf dem Boot S-"Kormoran getestet worden war und die Feuerleitanlage WM-20 für die Steuerung der Geschütze und der Torpedos.
Radom der WM-20 Feuerleitanlage - Foto: Aus Radartutorial Die Feuerleitanlage WM-20 war von der Firma N.V. Hollandse Signaalapparaten (HSA) entwickelt worden und bestand aus einem kombinierten Antennensystem (Combined Antenna System, CAS) in einem eiförmigen Radom aus Rundumsuch- und einem Feuerleitradar in Verbindung mit einem IFF-System). Die Ziele des Rundumsuchradars wurden auf einer Mehrzweck Darstellungskonsole (MDK) in der OPZ dargestellt und konnten von dort an das Artilleriekommandogerät (AKG) und/oder die Torpedokommandogeräte /TKG) zugewiesen werden.
Triton/Triton G Die S-Boote der Klasse 148 (Tiger-Klasse, La Combattante II) waren mit dem Luft- und Seeraumüberwachungsradar der französischen Firma Thmson CSF ausgerüstet. Das Gerät arbeitete im X-Band (NATO: I-Band).
Mast eines S-Bootes Klasse 148 bis Anfang der 80er Jahre - Foto: Archiv K. Scheuch Auf Drängen der Deutschen Marine wurde das Gerät zum Triton G weiterentwickelt und ECM-fester gemacht. Es konnte Ziele bis zu 19 sm automatisch entdecken und bis zu 32 Ziele gleichzeitig verfolgen. Die Ziele wurden auf der Mehrzweck-Darstellujngskonsole (MDK) dargestellt. Sie konnten für den Einsatz der Flugkörper MM 38 Exocet genutzt werden. Das Radar wurde zusammen mit dem Castor Feuerleitradar Anfang der 90er Jahre eingebaut.
Pollux-Feuerleitradar Bei ihrer Indienststellung waren die Boote Klasse 148 mit dem Feuerleitradar Pollux der Firma Thomson CSF ausgestattet. Es arbeitete im X-Band (NATO: I-Band). Es diente zur Steuerung der beiden Geschütze. Da es störangfällig gegen feindliche ECM-Maßnahmen war, wurde es Anfang der 90er Jahre gegen das von der Firma Thomson CSF entwickelte Feuerleitradar Castor ausgerauscht.
Castor-Feuerleitradar Das von der Firma Thomson CSF entwickelte Feuerleitradar, das in den frühen 80er Jahren das Pollux-Feuerleitradar ablöste, war deutlich weniger störanfällig gegen ECM-Maßnahmen und konnte Kampfflugzeuge in einer Entfernung von 25 sm automatisch auffassen und verfolgen. Eine integrierte TV-Kamera verbesserte Zielentdeckung und -verfolgung. Es arbeitete im X-Band (NATO: I-Band) und konnte auch zur Seezielverfolgung eingesetzt werden.
Mast eines S-Bootes Klasse 148 nach der Umsüstung - Foto: Archiv K. Scheuch
Navigationsradar SMA 3 TRM 20 Das Navigationsradar der italienischen Firma Signalamento Maritimo ed Aereo (SMA) wurde im Rahmen der Umrüstung auf Triton G und Castor vom Mast auf einen Zeibeinträger an der Vorderkante der Brücke umgesetzt, um Platz zu schaffen für den ECM-Topf der Octopus-Anlage. Es arbeitete im X-Band (NATO: I-Band). Es hatte eine Schlitzantenne und erlaubte eine Zielauffassung bis zu einer Höhe von 26 Grad.
Antenne Nav-Radar SMA 3 RM 20 - Foto: Radartutorial
OPZ S-Boot Klasse 148 - Foto: Martin Rode In der Mitte der OPZ befand sich die Mehrzweck-Darstellungsskonsole mit dem orangefarbigen Display, auf dem die eigenen auf dem Display des Triton G (linkes, größeres Display) verfolgten und die über Link 11 empfangenen Ziele dargestellt wurden. Die Geschütze konnten über das AKG (rechtes, kleineres Display) gesteuert werden.
WM-27 Die S-Boote der Klassen 143 und 143 A wurden mit der Feuerleitanlage WM-27 der niederländischen Firma Hollandse Signaalapparaten (HSA) ausgerüstet, das wie die M-20 mit einem kombinierten Antennensystem (Combined Antenna System, CAS) in einem eiförmigen Radom ein Rundsuch- und ein Feuerleitradar im X-Band (NATO: I-Band) ein EFF-System vereinigte. Auf den Booten der Klasse 143 wurde es zur Feuerleitung der Seezielflugkörper MM 38 Exocet, der beiden 76mm-Geschütze OTO Melara und der Torpedos DM 2 A 1 "Seal" benutzt.
Schnitt durch den Radom eienr WM-27 - Bild: Aus Radartutorial
Radom und Mast eines S-Bootes Klasse 143 - Foto: Archiv K. Scheuch
Mast S64 "Sperber" nach der Umrüstung auf Octopus - Foto: Archiv K. Scheuch Die vom Rundsuchradar verfolgten und die über Link 11 empfangenn Ziele wurden auf dem Taktischen Bildschirm Horizontal (TBH) dargestellt. Der Kommandant und der Bootswaffenoffizier konnten die Ziele für die Bekämpfung durch Artillerie an das Artillerie-Kommandogerät (AKG), für die Bekämpfung mit Seezielflugkörper MM 38 Exocet an das Flukörperkommandogerät (FKKG) und zur Bekämpfung mit Torpedos an die Torpedokommandogeräte übergeben.
Testaufbau AGIS 143 bei KdoMFüSys - Foto: Bildstelle der Marine Da die Boote der Klasse 143 A nicht über Torpedos verfügten, fanden sich in der OPZ nur der TBH, das AKG und das FKKG. Daneben befand sich nach der Umrüstung die Konsole der Multi-Sensor Plattform (MSP-500) der Firma Rheinmetell und die Kontroll-Einheit der RAM-Flugkörper (Missile Control Unit, MCU).
OPZ auf S-Boot Klasse 143 - Foto: O. Rahardt
AKG, FKKG und MSP-500 auf S-71 "Gepard" Foto: U. Skrzypski
Teilansicht der OPZ 143 A - Foto: U. Skrzypski
Mast, WM-27, MSP-500 und Fl 1800 II auf S-Boot Klasse 143 A - Foto: Archiv K. Scheuch
Multi Sensor Plattform (MS-500) Die Multi-Sensor-Plattform MSP-500 der Firma Rheinmetall ist ein hochpräzises elektro-optisches System, das mit großer Reichweite See-, Luft- und Landziele bei Tag und Nacht auch unter schwierigen Wetterverhältnissen entdecken, beobachten und identifizieren kann. Es ist stabilisiert und kann Ziele automatisch tracken und kann für die Feuerleitung von Rohrwaffen verwendet werden. Das Sensorpaket der MSP-500 besteht aus einer Wärmebildkamera, einer Tageslichtkamera, einem Laserentfernungsmesser und einem Videotracker.
MSP-500 auf dem Brückendach eines S-Bootes Klasse 143 A - Foto: K. Scheuch
MSP-500 mit geöffnetem Visier - Foto: Archiv K. Scheuch
Identifikation Freund - Feind (IFF) Eine Freund-Feind Erkennung (englisch: Identification Friend-Foe, IFF) ist ein elektronisches System, das mittels Abfrage und Transponder die Identifizierung eines erkannten Objekts ermöglicht. Es wird verwendet, um zwischen befreundeten und feindlichen Kräften zu unterscheiden. Das System fragt Luft- und Seeziele mit einem NATO-einheitlichen Code ab und empfängt die verschlüsselte Antwort des Ziels. Bei korrekter Antwort wird auf dem Radarschirm der abfragenden Einheit eine Kennung des Kontaktes dargestellt, die das Ziel als freundlich hervorhebt. Im AGIS wird das Ziel dann vom Bediener als freundlich gekennzeichnet, und wenn das Ziel für den Link-11-Verkehr freigegeben ist, werden alle am Link-Netz teilnehmenden Einheiten (Participating Units , PUs) davon in Kenntnis gesetzt.
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