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| Flugkörper der S-Boote der Bundesmarine | |||||||||||||||
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Flugkörper der S-Boote der Bundesmarine FK-Waffen der S-Boote der Bundesmarine Test-Phase 1963 begannen die Versuche mit dem amerikanischen Schiff-Luft-Flugkörper (Surface-Air-Missile, SAM) SM-1 "TARTAR", der auch im Seezielmodus eingesetzt werden konnte und mit den Zerstörern Z103 ("Lütjens"-Klasse) in die Marine eingeführt werden sollte. Als Versuchsboot wurde S-"Nerz" mit einem M-20 Feuerleitsystem ausgerüstet.
S-"Nerz" mit M-20-Anlage als Versuchsboot - Foto: Archiv FMS Für Versuche mit dem britischen Nahbereichsflugabwehr-FK (Surface-Air-Missile, SAM) SAM "SEACAT" wurden die Startgeräte beidseitig am vorderen 40mm-Geschütz angebracht. Die Versuche mit dem SEACAT wurden bald eingestellt, da die optische Feuerleitung bis zum Treffpunkt mit dem Ziel von einem S-Boot im Seegang nicht vielversprechend erfolgen konnte.
Bofors 40mm/L70 mit Seacat-Startern - Bild: Aus H. Fock: Schnellboote Bd. 3 Die Versuche mit dem Flugkörper TARTAR waren zunächst auch nicht vielversprechend, wurden aber über Jahre hinaus fortgesetzt da man glaubte, den FK in den Griff bekommen zu können.
FK-Versuchs-Einheiten in Hörnum/Sylt - Foto: Ronny Meyer Die Versuche mit dem SAM TARTAR wurden schließlich 1969 beendet, da der FK zu schwer und zu komplex war, um von S-Booten eingesetzt werden zu können. Ein weiterer Nachteil war, dass das Ziel während der Flugzeit des FK ununterbrochen mit dem Feuerleitradar "beleuchtet" werden musste, da der FK sich sonst selbst zerlegte. Start eines SAM TARTAR von S-Nerz in der Nordsee - Foto: Archiv Hans Frank Inzwischen liefen bereits die Planungen für eine neue Bootsklasse (S-Boot Klasse 143) und da die geplanten Boote erst in der ersten Hälfte der 70er Jahre zulaufen würden, wurden 20 Boote der La Combatante II-Klasse (Klasse 148) mit dem FK-System MM 38 EXECET in Frankreich bestellt und durch die Werften CMN in Cherbourgh und Lürssen in Bremen gebaut.
MM38 EXOCET Das Seeziel-Flugkörpersystem (Surface-Surface-Missile, SSM) MM 38 (Exocet) ist eine Entwicklung der französischen Marine durch die Firma Aerospatiale, das mit den Booten der Klasse 148 (Tiger-Klasse) in die Deutsche Marine eingeführt wurde und auch auf den Booten der Klassen 143 und 143 A zum Einsatz kommensollte. Die Flugkörper wurden aus Startbehältern verschossen, die mittschiffs in zwei Gruppen zu je zwei Startgeräten auf Lafetten montiert waren. Die Schussachse der Steuerbord-Flugkörper (FK 1 und FK 3) war um 65 o, die Backbordflugkörper (FK 2 und FK 4) um 50o aus der Mittschiffslinie des Bootes versetzt, der Höhenwinkel betrug 15 Grado. Leergeschossene Startbehälter wurden an das Munitionsdepot bzw. ein Versorgungsschiff zurückgegeben und durch schussfertig beladene neue Behälter ersetzt.
Zur Demonstration aufgeschnittener MM 38-Behälter für 71 "Gepard" am Kran - Foto: Archiv FMS Zieldaten wurden vom Feuerleitrechner zur Verfügung gestellt und an den Flugkörper übermittelt. Der Flugkörper wurde mit Hilfe eines Starttriebwerkes aus dem Behälter verschossen und flog in der ersten Flugphase gesteuert durch den Autopiloten mit Trägheitsnavigation bis ins Zielgebiet und erst in der zweiten Flugphase mit aktiver oder passiver Radarortung im so genannten Seaskimmerverfahren in 2 bis 3 m Höhe über dem Wasser angetrieben durch das Marschtriebwerk. Die Fluggeschwindigkeit betrug 0,93 Mach, die Reichweite betrug ca. 20 sm (ca. 37 km) . Der Flugkörper hatte eine Länge von 5,20 m und einen Durchmesser von 35 cm sowie eine Flügelspannweite von ca. 1 m. Das Gewicht des Flugkörpers betrug 735 kg, davon entfielen auf den Gefechtskopf 165 kg. Der Gefechtskopf kam mittels Aufschlag- bzw. Annäherungszünder zur Wirkung. Der FK wurde mit einem Feststoffraketentriebwerk angetrieben.
Flugkörper MM 38 im DMM- Foto: H. Klose
Flugkörper MM 38 im DMM - Foto: H. Klose
MM 38 Schuss von S71 "Gepard" - Foto: Archiv A. Zwoll
MM-38-Schuss von S-Boot Klasse 148 - Foto: Archiv FMS
RIM
116 Rolling Airframe Missile
Der Nächstbereichs-Luftwabwehrflugkörper
RIM 116 RAM (Rolling Airframe Missile) ging bereits 1979 in die
Entwicklungsphase als gemeinsames Projekt der USA (49%), Deutschlands
(49%) und Dänemarks (2%). Der Dual Mode Rolling Airframe (DMRA) wurde
nach dem Ausstieg Dänemarks von General Dynamics als Generalunternehmer ,
dem amerikanischen Untertauftragnehmer Raytheon und deutschen
Unterauftragnehmern (Diehl, AEG, MBB, BGT), die sich zu dem Konsortium
RAMSYS GmbH zusammenschlossen, entwickelt. Fire-and-Forget Dual Mode RAM Block 0 -
Bild: RAMSYS
Die
FK RAM Block 0 benötigten eine Zielzuweisung von der FL 1800, zunächst
wurde das Ziel mit dem Radar des FK aufgefasst und die FK erhielten so
ihre ersten Feuerleitdaten, beim Auffassen des Ziels mit dem IR-Sensor
gingen sie in den Endanflug mit den IR-Daten, die sie ins Ziel führten.
Fire-and-Forget Infrarot-Mode RAM Block 1
- Bild: RAMSYS
Die
FK RAM Block 1 dagegen benötigten keine Zielzuweisung von der EloKa
sondern gingen Prinzipbild RAM Block 1A - Bild: RAMSYS Vor dem Start wurden die Flugkörper am Flugkörperkontrollgerät (Missile Control Unit, MCU) überprüft.
RAM MCU in der OPZ - Foto: Archiv FMS
Schuss eines RAM - Foto: Archiv FMS Die demilitarisierte Startanlage Nr. 47, die auf dem Museumsboot S71 "Gepard" eingebaut wurde, entstammt der ersten Fertigungsserie von 50 Stück (40 Anlagen für die Bundesmarine, 10 Anlagen für die USA), die mit US-Zulieferungsteilen von der Firma Translant in Ottobrunn hergestellt wurden
RAM-Starter auf S71 "Gepard" - Foto: Archiv FMS Die FK RAM wurden in so
genannten TriPacks (für drei Startcontainer) angeliefert und mit einem
Ladekran in das Startgerät geladen. Die Startcontainer waren innen mit
vier Zügen versehen und versetzten beim Abschuss den FK in seinen Drall
(Rolling Airframe).
Zu Testzwecken wurde ein RAM-Starter auf S69
"Habicht" eingebaut.
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