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  Eloka der S-Boote der Bundesmarine

 

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EloKa der S-Boote der Bundesmarine

ESM-Geräte BBFPS

Die Elektronische Kriegführung steckte beim Aufbau der Bundesmarine noch in den Kinderschuhen.

Die Boote "Silver Gull" (Silbermöwe), "Storm Gull" (Sturmmöwe) und "Wild Swan" (Wildschwan) des British Baltic Fishery Protection Servic (BBFPS) wurden ab 1951 mit amerikanischer Fernmelde- und Funkaufklärungstechnik zur Erfassung und Aufklärung sowjetischer Radar- und Funkstellen an der Ostseeküste ausgerüstet. Näher3e Informationen über die Geräte liegen nicht vor.

Mast eines Bootes des BBFPS - Foto: Archiv J. Prochnow

 

Tragbarer ESM-Empfänger TRACER (VR-2)

Bevor die S-Boote der Klassen 140, 141 und 149 mit fest eingebauten Geräten der Elektronischen Kampfführung (EloKa) ausgerüstet wurden, nämlich mit Radarwarngeräten (Electronic Support Means , ESM), fuhren die Boote tragbare Radarbeobachtungsempfänger TRACER (VE-2), die im S-Band auf vier Grad, im X-Band auf zwei Grad genaue Indicationen geben konnten, dass gegenerische Ausstrahlungen vorhanden waren. Immerhin war mittels Kreuzpeilung der von zwei oder mehreren Booten angegebenen Peilungen ein grobes Gebiet zu ermitteln, in dem sich der Gegner befinden konnte.

Datenblatt Tragbarer Radar-Beobachtungsempfänger TRACER (VR-2) - Foto: Föreningen T121 Spica Vänner

Anfang der 60iger Jahre erhielten die S-Boote der Bundesmarine ein ESM-Gerät der Firma ELTRO (Elektro-Optik GmbH, Flensburg). Es handelte sich um einen Radar-Warnempfänger, der dazu in der Lage war, fremde Radar- und Funkwellen in den Frequenzbereichen S-. und X-Band aufzufassen. Die Empfangsantenne befand sich in einem ESM-Topf an der Mastspitze. Die Identifizierung des aufgefassten Radargerätes erfolgte durch den Bediener des ESM-Bildschirms mittels verfügbarer Tabellen im Funkraum 2 (an Stb-Seite hinter der offenen Brücke).

ELTRO ESM-Topf an der Mastspitze S-Löwe" - Foto: Archiv K. Scheuch

Boote des 1. S-Geschwaders mit ELTRO ESM-Töpfen - Foto: Archiv J. Prochnow

Die Boote der Klase 142 wurden beim Bau mit den ELTRO ESM-Geräten ausgerüstet.

 

EloKa-Gerät DR 2000 SL

Ursprünglich waren die Boote der Klasse 148 mit dem EloKa-Gerät DR 2000 SL ausgerüstet. Über das Gerät liegen keine näheren Informationen vor. Da es nur eingeschränkt leistungsfähig war, wurde es durch das EloKa-Gerät SARIE-1 der Firma Thomson CSF ersetzt. 

"S 41" mit SARIE-1-Topf im Masttopp - Foto: Archiv K. Scheuch

Die Antenne des Gerätes befand sich an der Mastspitze. Die empfangenen Daten und das Ergebnis der Analyse wurden auf einem Sichtgerät in der OPZ angezeigt. Eine Integration in das PALIS wurde nicht vollzogen.

Die Boote der Klase 143 wurden zunächst auch mit der Anlage SARIE-1 ausgerüstet.

SARIE-1 Antenne auf "S 64" - Foto: Archiv K. Scheuch

Die SARIE-1-Geräte auf den Booten der Klase 143 wurden in das AGIS integriert, so dass die Peilung automatisch auf dem TBH dargestellt wurde und sie für den Link 11-Verkehr freigegeben werden konnte.

 

OCTOPUS

Anfang der 90iger Jahre wurden jeweils fünf Boote des 3. und des 5. S-Geschwaders auf das EloKa-Gerät OCTOPUS umgerüstet. Um im Mast Platz für den so genannten OCTOPUS-Topf für die ECM-Maßnahmen zu schaffen, wurde das Navigationsradar auf einen Zweibeinträger an der Vorderkannte der Brücke umgesetzt.

Das Gerät stellte Elektronische Unterstützungsmaßnahmen (EloUM) zur passiven Erfassung und Analyse von feindlichen Signalen und Radaremissionen zur Verfügung (ESM) und das Stören vom Radarsendern (ECM) mit hoher Intensität.

Mast "S 48" - Foto: Archiv K. Scheuch

OCTOPUS-Konsole auf S48 "Löwe" - Foto: M. Rode

Die Darstellung der empfangenen Daten der OCTOPUS-Anlage erfolgte auf der OCTOPUS-Konsole in der OPZ. Von dieser Konsole wurden auch Störmaßnahmen eingeleitet.

 Die OCTOPUS-Anlage wurde nicht in das PALIS der Boote Klasse 148 integriert.

Mit der Außerdientsstellung der Boote Klase 148 wurden nach und nach die Boote der Klasse 143 mit der OCTOPUS-Anlage ausgerüstet. Die Anlage wurde in das AGIS integriert. Die empfangenen Emitter wurden als Peilungslinien auf dem TBH angezeigt und konnten für die Link 11-Übermittlung freigegeben werden.

Wie das Bild unten zeigt wurde S 67 "Sperber" mit OCTOPUS, WOLKE und NSP-500 ausgerüstet.

WM-27, OCTOPUS, WOLKE und MSP-500 auf S 67 "Sperber" - Foto: Archiv K. Scheuch

 

WOLKE und HOT-DOG

Zur Abwehr anfliegender Flugkörper wurden die Boote der Klasse 148 mit WOLKE und dem Täuschkörperwurfsystem HOT-DOG ausgerüstet

WOLKE blies über ein Rohr mit Austrittsöffnung in Höhe der Mastspitze Stanniolfäden aus, die dem Radarsuchkopf ein größers Ziel vortäuschen sollten.

Für das Verschießen der hitzeabstrahlenden Täuschkörper HOT-DOG befanden sich auf beiden Seiten der Boote Klasse 148, 143 und 143 A auf dem B-Deck jeweils sechs Wurfbecher, aus denen die Täuschkörper verschossen werden konnten, um den Infrarot-Suchkopf des anfliegenden Flugkörpers abzulenken.

OCTOPUS-Töpfe, TRITON-G-Antenne und WOLKE-Ausstoßrohr - Foto: M. Rode

Bb-HOT-DOG-Wurfbecher auf S71 "Gepard" - Foto: K. Scheuch

Die Boote der Klassse 143 wurden nach der Außerdienststelung der Boote Klasse 148 nach und nach mit WOLKE nachgerüstet.

HOT-DOG wurden von der HOT-SOG-Fernebedienung in der OPZ verschossen.

HOT-DOG Fernbedienung in der OPZ S71 "Gepard" - Foto: U Skrzypski

Ein Nebenbediengerät, von dem aus HOT-DOG verschossen werden konnten, befand sich auf der offenen Brücke.

HOT-DOG Nebenbediengerät auf der Brücke S71 "Gepard" - Foto: Archiv K. Scheuch

Bb-HOT-DOG-Wurfbecher auf S 48 "Löwe" - Foto: W. Loser

Einsatz WOLKE und HOT-DOG bei der Verllelgungsfahrt Kiel-Warnemünde - Fotos: T. Kunzmann

 

FL 1800/ FL 1800 II

Die Boote der Klase 143 A wurden mit der EloKa-Anlage FL 1800 ausgerüstet. Die FL 1800 wurde durch die Firma Rhode & Schwarz entwickelt und wurde zum Standardsytem der Deutschen Marine.

Der ESM-Teil bestand aus vier Kästen, die unter dem Radom der WM-27 angeordnet waren und jeweils zwei Antennenflächen enthielten. Die Antennenflächen deckten einen Frequenzbereich von 7,5 bis 18 GHz ab, wobei für jedes Band 10 Spiralantennen zur Verfügung standen. Dadurch konnte das System Elevation und Azimut präzise bestimmen und ein genaues Lagebild erstellen.

Die Daten wurden auf der ESM-Konsole in der EloKa-Ecke der OPZ dargestellt und nach Analyse des Emitters als Peilstrhl an den TBH übermittelt.

In den Nocken der offenen Brücke waren zusätzlich vier Antennenflächen angeordnet, welche durch passiv phasengesteuerte Signalkeulen mit acht Wanderfeldröhren im Frequenzbereich von 7,5 bis 18 GHz elektronische Gegenmaßnahmen durchführen konnten. Jede Signalkeule konnte ein Einzelziel stören. Die effektive Strahlungdsleistung war ausreichend, um den Radarquerschnitt (Radar Cross-Section, RCS) des Bootes zu überdecken.

WM-27 und FL 1800 auf S71 "Gepard" - Foto: T. Kunzmann

Mit dem Upgrade auf FL 1800 II mit Hardwareverbesserungen und der zusätzlichen Fähigkeit zu gepulsten Rauschstörungen kam noch eine Eigenschaft zur Entfernungsschätzung auf der Basis der Amplitude des Emitters hinzu, eine Fähigkei, die das Abfeuern eines RAM-Flugkörpers auf anfliegende Seezielflugkörper und Flugzeuge ermöglichte.

FL 1800-Konsole auf S 76 "Frettchen" - Foto: Archiv A. Günzler

Die FL 1800 war voll in das AGIS der Boote Klase 143 A integriert. Die mit der FL 1800 empfangenen und analysierten Emittter konnten für die Link 11-Übertragung freigegeben werden, so dass auch andere am Link-Netz teilnehmende Einheiten (Participating Units, PUs) die Informationen nutzen konnten.

Das Stören von Emittern wurde von der EloKa-Konsole eingeleitet.