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Artillerie-Waffen der S-Boote der Bundesmarine

Rohr-Waffen der S-Boote der Bundesmarine

Hispano Suiza 20mm/L85 MDL

Die ersten drei Schnelboote der Bundemarine, die Boote der "Silbermöwe"-Klasse (später als Klasse 149 bezeichnet) wurden 1956 von der Royal Navy übernommen. Die Boote erhielten die Namen "Silbermöwe" (ex "Silver Gull"), "Sturmmöwe" (ex "Storm Gull") und "Wildschwan" (ex "Wild Swan") und waren bis auf Handfeuerwaffen völlig unbewaffnet. Ebenso die Boote FPB 5130 (ex "S 130") und FPB 5208 (ex S 208").

Die am 01.071956 vom Bundesgrenzschutz See (BGS) übernommenen Boote "S 1" ("Eismöwe"), "S 2" ("Raubmöwe") waren mit je zwei Geschützen Hispano Suizza 20mm/L85 auf Doppellafette bewaffnet, eines auf dem Deckaufbau, eines auf dem Achterdeck. Das Boot "Seeschwalbe", das für den BGS als "S 3" im Bau war und am 16.04.1957 für die Bundesmarine in Dienst gestellt wurde, war ebenso bewaffnet.

Die Hispano Suiza 20mm/L85 war nach dem Kriege auf der Basis der Hispano Suizza HS-404 entwickelt worden. Die Geschütze wurden im Lizenzbau von Rheinmetall gefetigt und stellten mit der Bezeichnung MK-20-1 die Hauptbewaffnung der Schützenpanzer HS 30 (Hotchkiss) dar.

Auch die Hispano Suiza 20mm/L85 auf Doppellafette wurden von Rheinmetall für die Boote der "Silbermöwe"-Klasse gebaut. Sie verschossen Munition Kaliber 20 x 128 mm mit einer Kadenz von 800 bis 1000 Schuss/Minute und einer Mündungsgeschwindigkeit von über 1000 m/sek.

"Eismöwe" (ex "S 2" BGS) bei Lürssen - Foto: Archiv R. Bucher

Hispano Suiza 20mm/L85 MDL

 

Bofors 40mm/L70 MEL

Da für die Boote der Klassen 140 ("Jaguar"-Klasse) und 141 ("Seeadler"-Klasse) je zwei Geschütze Bofors 40mm/L70 MEL vorgesehen waren, wurden auch die Boote der "Slibermöwe"-Klasse (Klasse 149) zur Vereinheitlichung der Artilleriebewaffnung im Kommando der Schnellboote umgerüstet. Die beiden Hispano-Suiza-Gechütze wurden 1957/58 durch eine Bofors 40mm/L70 auf dem Achterdeck ersetzt.

Die Boote der Klassen 140 und 141 erhielten je eine Bofors 40mm/L70 auf dem Vorschiff und auf den Achterdeck.

Vorderes Geschütz Bofors 40mm(L70 MEL auf S-"Kranich" - Foto: Archiv K. Scheuch

Die Bofors 40mm/L70 ist eine Mehrzweck-Maschinenkanone, die von der schwedischen AB Bofors auf des Basis der Bofors 40mm/L60 des 2. Weltkrieges entwickelt wurde.

Achteres Geschütz Bofors 40mm/L70 auf S-"Kranich - Foto: Archiv K. Scheuch

Das Geschütz hatte eine Lauflänge von 2,8 m einschließlich Mündungsfeuerdämpfer und ein Kaliber von 40 mm. Verschosssen wurden Granaten 40 x 346 R mit einem Geschossgewicht von 870 g bei einer Kadenz von 240 Schuss/Minute und einer Mündungsgeschwindigkeit vom 1000 m/sek. Die maximale Schussweite betrug 12.600 m. Der Richtbereich war von - 10 Grad bis + 85 Grad.

Nife-Reflexvisier - Foto: K. Scheuch

Jedes Geschütz war mit zwei NIFE-Reflexvisieren für die beiden Richtschützen (Seite und Höhe) ausgestattet.

Die Patronen wurden zu je vier Stück durch Clips miteinander verbunden und durch die beiden "Ladenummern" genannten Bediener in die Munitionszufuhr geladen. In der hinteren Front des Geschützes waren Aufnahmevorrichtungen für 12 Clips, also 48 Granaten.

Die Bereitschaftmunition wurde in Bereitschaftsspinden unter der Back bzw. auf dem Achterdeck in unmittelbarer Nähe der Geschütze aufbewahrt.

Die Boote verfügten über zwei Munitionskammern in den die Munitionskisten mit je zwei Clips mit Patronen gelagert wurden.

Während die Geschütze der Boote Klasse 140, 141, und 149 sowie später auch der Klase 142 über einen Rundumsplitterschutz verfügten, hatten die Boote der Minensuchflottille einen seitlichen Einstieg auf beiden Seiten.

Bofors 40mm/L70 MEL auf MS-"Weilheim" - Foto: T. Kunzmann

Die Geschütze konnten in Nahsteuerung von den beiden Richtschützen Seite und Höhe gesteuert und abgefeuert werden oder über die jeweilige Artilleriezielsäule SE-40 und später über die OGR-7/2.

 

Bofors 40mm/L70 MEL DSTY 58

Mit dem Einbau der Feuerleitanlage M-20 der niederländischen Firma Hollandse Sigaalapparaten (HSA) auf den Booten der Klasse 142 wurden neue durch Radar steuerbare Geschütze erforderlich. Es kamen die Geschütze Bofors 40mm/L70 MEL DSTY 58 zum Einsatz. Sie wurden im Normalverfahren vom Artillerie-Kommandogerät (AKG) der Feuerleitanlage gesteuert. Ein manuelle Steuerung als Reserveverfahren war möglich.

S-"Ozelot" mit M-20 Anlage und neuen Geschützen sowie Torpedorohren - Foto: Archiv K. Scheuch

 

Bofors 40mm/L70 MEL Mod. 71

Die Boote der Klasse 148 ("Tiger"-Klasse) hatten auf dem Achterdeck ein  Geschütz Bofors 40mm/L70 MEL Mod. 71,  ein durch Radar steuerbares Geschütz mit Mehrladeeinrichtung, das eine Vorladung mit 144 Schuss erlaubte.

Bofors 40mm/L70 MEL Mod. 71 auf "S 41" - Foto: Archiv B. Brackert

Mehrladeeinrichtung der Bofors 40mm/L70 MRL Mod. 71 - Foto: ARchiv B. Brackert

Für das Geschütz Bofors 40mm/L70 MEL Mod. 71, ursprünglich von der schwedischen AB Bofors entwickelt, wurden die Lafetten und automatischen Ladeeinrichtungen für das Modell 71 der Boote Klasse 148 als Lizenzbauten von der italienischen Firma Breda hergestellt. 

Das Geschütz hatte einen Richtbereich von - 8 Grad bis + 83 Grad bei einer Höhenrichtgeschwindigkeit von 45 Grad/sek. und einer Seitenrichtgeschwindigkeit von 85 Grad/sek. Die Kadenz betrug 300 Schuss/Minute bei einer Mündungsgeschwindigkeit vom 1000 m/S. Die maximale Reichweite betrug 12.600 m und die Gipfelhöhe 8.700 m bei maximaler Rohrerhöhung. Das Patronengewicht lag bei 2,5 kg, das Gewicht des Geschosses betrug 0,96 kg und die Sprengladung0,115 kg.

"S 41" mit der ursprünglichen Bofors auf dem Achtedeck - Foto: Archiv K. Scheuch

"S 46" mit Bofors 40mm/L70 MEL Mod. 71 mit Wetterschutzkuppel - Foto: Archiv K. Scheuch

Später wurden die Geschütze Bofors 40mm/L70 MEL Mod. 71 mit einer Wetterschutzkuppel der Firma Mauser ausgestattet.

Wetterschutzkuppel der Bofors 40mm/L70 Mod. 71 - Foto: B. Brackert

Jedes Geschütz war mit einem Nife Reflexvisier für den Richtschützen ausgestattet. Einschließlich Munitionsmanner waren vier Mann als Bedienung erforderlich. Die Bereitschaftsmunition lagerte in einem Teil des achteren Aufbaus.

Bofors 40mm/L70 Mod. 71, rechts Munitionslager - Foto; M. Rode

Bofors 40mm/L70 Mod. 71, rechts Visier des Richtschützen - Foto: Archiv B. Brackert

Bereitschaftsmunition im achteren Aufbau - Foto: M. Rode

Das Geschütz konnte in Nahsteuerung vom Richtschützen gerichtet und abgefeuert werden oder über eine der beiden Artilleriezielsäulen Askania-76 auf dem B-Deck hinter der offnen Brücke. Nach dem Ausbau der Artilleriezielsäulen erfolgte die Fernsteuerung über das Sichtgerät des POLLUX-Feuerleitradars.

 

OTO-Melara 76mm/L62

Mi den Booten der Klasse 148 ("Tiger"-Klasse) wurde das Geschütz OTO Melara 76 mm/L62 Compact der italienischen Firma Leonardo in die S-Flottille eingeführt, das auch auf den Booten der Klassen 143 und 143 A sowie auf den Fregatten der Klassen 122, 123 und 124 zum Einsatz kam.

Die Boote der Klasse 148 hatten ein Geschütz OTO Melarts 76mm/L62 auf der Back, die Boote der Klasse 143 hatten je ein Geschütz auf der Back und auf dem Achterdeck, während die Boote der Klasse 143 A nur ein Geschütz auf der Back hatten. 

Die OTO Melara war ein vollautomatisches und leichtes Geschütz, das gegen Luft-, See- und Landziele eingesetzt werden konnte. Es hatte eine Kadenz von 85 Schuss/Minute und verfügte über eine Mehrladeeinrichtung in der Munitionslast unter dem Geschütz die 80 Schuss enthielt. Das Nachladen erfolgte von Hand. Dazu mussten die Granaten aus den Transport- und Lagerhülsen aus Kunststoff genommen und in den Ladering gestellt werden.

Mehrladeeinrichtung auf MTB "Sehested" - Foto: Archiv V. Groth

Im Gegensatz zu den Nachfolgeversionen hatte das Geschütz eine rundliche Kunststoffkuppel als Wetterschutz. Das Geschütz hatte ein Gewicht von 7500 kg.

Geschütz OTO Melara 76mm/L62 auf der Back eines Bootes Klasse 148 - Foto: Archiv K. Scheuch

Der Ausstoß der abgeschossen Hülsen befand sich vorn unter dem Geschützrohr.

Geschütz OTO Melara 76mm(L62 auf "S 62" - Foto: Archiv L. Brügge

Für Wartungsarbeiten hatte die Geschützkuppel hinten ein Mannloch,über das der Zugang zum Geschütz möglich war.

Mannloch in der Geschützkuppel - Foto: Archiv K. Scheuch

Der Seitenrichtbereich betrug 360 Grad bei einer Richtgeschwindigkeit von 60 Grad/Sek. Der Höhenrichtbereich betrug - 15 Grad bis + 83 Grad bei einer Richtgeschwindigkeit von 32 Grad/sek.

Auf den Booten der Klase 148 konnte das Geschütz optisch von den beiden Artilleriezielsäulen Askania-76 gesteuert und abgefeuert werden. Jedoch wurde es in der Praxis vom Sichtgerät des POLLUX-Feuerleitgerätes und später von der CASTOR-Feuerleitanlage in der OPZ eingesetzt.

Auf den Booten der Klase 143 konnten die beiden Geschütze von der optischen Artilleriezielsäule OGR-7/3 gesteuert und abgefeuert werden. In der Praxis wurden sie nach Zielzuweisung vom Taktschen Bildschirm Horizontal (TBH) des AGIS vom Artilleriekommandogerät (AKG) in der OPZ eingesetzt. Nachdem die OGR-7/3 ausgebaut wurde, war dies die einzige Möglichkeit das Geschütz einzusetzen.

Auf den Booten der Klasse 143 A wurde das Geschütz ausschließlich nach Zielzuweisung vom AGIS durch das Artilleriekommandogerät (AKG) in der OPT eingesetzt wobei Sensordaten vom Feuerleitradar und von der Multisensorplattform (MSP-500) genutzt wurden.

 

Schweres MG M 2 QCB

Auf den Booten der Klassen 143 und 143 A konnten auf dem B-Deck zwei schwere MGs M2 QCB (auch bekannt als Browning M 2 oder MG 50-1) auf festen Lafetten zur Abwehr asymmetrischer Bedrohungen montiert werden.

Das SMG hatte ein Kaliber von 12,7 mm x 99. Die Kadenz betrug 450 bis 635 Schuss/Minute. Die Kampfentfernung betrug bis zu 1.850 m.

SMG im Anschlag auf S76 "Frettchen" - Foto: V. Groth

Gegurtete Munitionszufuhr des SMG - Foto: T. Kunzmann

 

Handfeuerwaffen

An Bord der S.Boote Klasse 140, 141 nd 142 befanden sich zunächst nur vier Pistolen des Modells P 1 /P 38) und ein Karabiner K 98 für den Wachdienst. Letztere dienten auch zum Zerstören treibender Minen.

Bis Mitte der 1960iger Jahre wurde der K 98 durch das Gewehr G 3 ersetzt. Für den Kommandanten gab es eine kleinkalibrige Walther PPK. Wieterhin kamen die Maschinenpistole MP 2 (UZI und ein Maschinengewehr MG 3 (zunächst noch in der Ausführung als MG 42) sowie Handgranaten an Bord. Diese Waffen und die zugehörige Munition wurden in der vorderen Muni-Kammer (Abt. VIII) aufbewahrt.

Bis zu Außerdientsstelung der S-Boote der Klassen 140, 142 und 142 befanden sich dann folgende Handfeuerwaffen an Bord:

4 Pistolen Walther P 38 (P 1)
1 Pistole Walther PPK
2 Maschinenpistolen MP 2 (UZI)
4 Gewehre G 3
2 MG 2
2 Signalpistolen

 

Auf den Booten der Klasse 148 befanden sich folgende Handfeuerwaffen:

4 Pistolen Walther P 38 (P 1)
1 Pistole Walther PPK
4 Gewehre G 3
2 Maschinengewehre MG 2
2 Signalpistolen

 

Auf den Booten der Klassen 148, 143 und 143 A befanden sich folgende Handfeuerwaffen:

4 Pistolen Walther P 38 (P 1)
1 Pistole Walther PPK
4 Gewehre G 3
2 Signalpistolen

Die Boote der Klassen 143 und 143 A bekamen später zwei fest montierte Lafetten für zwei schwere Maschinengewehre M 2 QCB (Browning).

 

Artilleriefeuerleitung

Artilleriezielsäule SR-40

Bis zur Einführung der Artilleriezielsäule OGR-7/2 Mitte der 60iger Jahre wurde auf den Booten der Klassen 140, 141 und 142 die Artilleriezielsäule SE-40 benutzt.

Artilleriezielsäule SE-40 auf S-"Löwe" - Foto: Archiv K. Scheuch

Diese Richtsäule bestand aus einer horizontalschwenkbaren Mittelsäule, die in der Höhe verstellbar war, um auf die Größe des Richtschützen eingestellt werden zu können.

Auf einem in der Höhe durch die seitlichen Vertikalschwenkarme verstellbaren Tragarm an dieser Mittelsäule konnte für das Schießen ein optisches Nife-Visier angebracht werden, mit dessen Hilfe der Richtschütze das Ziel anvisieren konnte. An den Vertikalschwenkarmen waren Gewichte zur leichteren Schwenkbarkeit der Richtsäule angebracht. Der Richtschütze wurde stehend an der Richtsäule angeschnallt und musste mit Hilfe des Fadenkreuzes im optischen Visier das Ziel anvisieren, dabei musste er einen eventuellen Vorhalt auf Grund von Gegenerfahrt und Gegenerlage berücksichtigen.

Artillerie-Zielsäule - Foto: Archiv D. Lass

Die Bewegungen des Richtschützen (Richtung  und Erhöhung des Visiers) wurden von Sychros an der Zielsäule an die Synchros der Richtmaschinen der Geschütze übermittelt, so dass die auf Fernsteuerung geschalteten Geschütze sich synchron mit der Zielsäule bewegten. Dabei wurde der Paralaxfehler, der sich aus den Aufstellungsorten der Zielsäule und der Geschütze ergab, berücksichtigt, damit die Geschosse im Ziel landeten.

Richtsäule SE-40 auf S-Wiesel - Foto: Archiv T. Kunzmann

Drehbewegungen des Bootes sowie Auswirkungen des Seegangs mussten bei der SE-40 durch den Richtschützen ausgeglichen werden.

 

Artilleriezielsäule OGR-7/2

Die OGR-7/2 war ab Mitte der 60iger Jahre des 20. Jahrhunderts die Standard-Artilleriezielsäule auf den Booten der Bundesmarine, die mit Geschützen Bofors 40mm/L70 ausgerüstet waren. Eine Ausnahme bildeten die S-Boote der Klasse 148.

Die optische Zielsäule OGR-7/2 wurde durch die Firma Officine Galileo in Florenz hergestellt.

Anzeige der Firma Officine Galileo

Auf den Booten der Minensuchflottille wurde eine Variante benutzt, die sich leicht von den OGR-7/2 Zielsäulen auf den Jaguarbooten unterschied.

OGR-7 auf dem MJ-Boot Weilheim im DMM - Foto: T. Kunzmann

Mit der OGR-7/2 konnten eine oder gleichzeitig zwei Rohrwaffen gegen See- und Luftziele eingesetzt werden.

Die OGR-7/2 hatte einen hydraulischen Antrieb und wurde mit einem Joystick in Richtung und Höhe gesteuert. Sie wurde durch drei Kreisel stabilisiert. Zwei Kreisel glichen die Einflüsse des Seegangs auf das Boot aus, der dritte Kreisel die Drehbewegungen des Bootes.

Restaurierte OGR-7/2 von S-"Kranich" im Lager des DMM - Foto: Archiv K. Scheuch

An den Bedienelementen der Zielsäule konnten Entfernung, Geschwindigkeit und Lagewinkel (Differenz zwischen Gegnerkurs und -peilung) eingestellt werden, so dass der Vorhalt der Geschütze automatisch errechnet und in die Richtvorgänge der Geschütze einbezogen wurde.

Im rechtenTeil des oberen Bedien- und Anzeigefeldes befanden sich der Hauptschalter, um die OGR-7/2 einzuschalten. Daneben die Eingabeknöpfe sowie die Anzeige für Lage und Fahrt eines zu bekämpfenden Seeziels. Darüber befanden sich der Wahlschalter für Luftziel- und Seezielbekämpfung, der das in die Optik eingeblendete Visier veränderte. Eine Vergrößerung des Ziels und verschiedene Filter für Tag, Nacht, Nebel und Gegenlicht war möglich.

In die Optik konnte ein in der OPZ erfasstes Radarziel eingeblendet werden. Der Richtschütze konnte dann über das Fadenkreuz das Radarziel bekämpfen. Diese Funktion wurde bei Nacht und bei schlechter Sicht benutzt.

Rechtes Bedien- und Anzeigefeld - Foto: Archiv K. Scheuch

In der Mitte des oberen Bedienfeldes befanden sich die Okulare der Visiereinrichtung mit einer Kopfstütze darüber. Darunter die Anzeige des Richtwinkels der Zielsäule

Okulare, darunter Anzeige Richtwinkel - Foto: Archiv K. Scheuch

Bei der OGR-7 auf der "Weilheim" befindet sich im linken Teil des oberen Bedien- und Anzeigefeldes der Schalter für die "Magazinwahl" mit den Schalterstellungen "Links" und "Rechts", rechts daneben der Schalter für die "Zündereinstellung" mit den Schalterstellungen "Aus", "Zerlegen" und "Spreng". Darunter befinden sich links die Schalter für "Start" und "Halt"-Befehle an die Geschütze 1 und 2 (obwohl die "Weilheim" nur ein Geschütz hatte) und rechts die Einstellknöpfe für die Entfernung des Wechselpunktes und die Geschwindigkeit mit den antsprechenden Anzeigen für Luftziele.

Linker oberer Bedien- und Anzeigeteil der OGR-7 auf "Weilheim" - Foto: T. Kunzmann

Bei der OGR-7/2 der „Jaguar“-Boote befindet  sich links der Schalter für die Übernahme der Fernsteuerung durch die Zielsäule mit Auslöser für das Achtung-Signal an den Geschützen. Rechts daneben befindet sich der Abfeuerwahlschalter mit den Schalterstellungen  „Aus“ – „Geschütz 1“ – „Geschütz 2“ und „Geschütz 1 + 2“. Darunter befinden sich links die Schalter für „Start“- und „Halt“-Befehle an die beiden Geschütze und rechts die Einstellknöpfe für die Entfernung des Wechselpunktes und die Geschwindigkeit mit den entsprechenden  Anzeigen für Luftziele.

Bedien- und Anzeigeteil links oben ex-"Kranich" - Foto: Archiv K. Scheuch

 

Im unteren linken Bedienfeld befinden sich Eingabeknöpfe und Anzeigen für Geschütz 1 und für Geschütz 2 jeweils mit der Anzeige „Fertig“, „Seite“ und „Höhe“. Daneben zur Mitte hin befanden sich neun Anzeigen für die Spannungsversorgung der Zielsäule. In der Mitte befand sich die Anzeige für die Überlastung des Motors. Im rechten unteren Teil befanden sich ein Taster für einen „Achtung-Alarm“ und zwei Bedienknöpfe für die Richtsäule.

Die in Fernsteuerung geschalteten Geschütze wurden durch Betätigen der linken Fußtaste in die berechnete Richtung und Rohrerhöhung  gedreht. Das Abfeuern der Geschütze erfolgte über die rechte Fußtaste.

 

Artilleriezielsäule Askania-76 DMQ A

Auf den Booten der Klasse 148 befanden sich auf dem B-Deck hinter der offenen Brücke zwei erhöhte Plattformen für die Artilleriezielsäulen Askania-76 DMQ A.

Plattformen für die Artilleriezielsäulen - Bild: Aussschnitt Schiffsskizze Franz Mrva

Artilleriezielsäule Askania-76 DMQ A - Foto: Archiv B. Brackert

Mit den beiden Askania-76 Artilleriezielsäulen konnten sowohl das 76mm-Geschütz OTO Malara auf der Back als auch das 40mm Geschütz Bofors 40mm/L70 Mod-71 ferngesteuert werden. In der Praxis wurden die Geschütze jedoch vom Artillerie-Kommando-Gerät (AKG) der Pollux-Feuerleitanlage der französischen Firma Thomson CSF in der OPZ eingesetzt. 

Anfang der 80 Jahre wurden die Pollux-Feuerleitgeräte gegen Castor-Feuerleitgeräte ausgetauscht und die beiden Artilleriezielsäulen Askania-76 zur Verminderung des Toppgewichtes der Boote ersatzlos ausgebaut. Die Fernsteuerung der Geschütze erfolgte vom Artilleriekommandiogerät (AKG) der Castor-Feuerleitanlage. Die 40mm-Geschütze konnten im Reserveverfahren von Hand gerichtet und vom Richtschützen abgefeuert werden. 

 

Artilleriezielsäule OGR-7/3

Auf den Booten der Klasse 143 waren Zielsäulen OGR-7/3 für den Einsatz der beiden OTO Melara 76mm-Geschütze mit einer Kunststoffkuppel auf dem B-Deck hinter dem Mast installiert. In der Praxis wurden die Geschütze aber vom Artillerie- Kommando-Gerät in der OPZ gesteuert und abgefeuert.

 

OGR-7/3 auf "S 62" - Foto: Archiv L. Brügge

Die Bedienelemente und Anzeigen der OGR-7/3 waren ähnlich wie die der OGR-7/2.

 

Feuerleitung aus der OPZ

Nach dem  Einbau der Feuerleitanlage M-20 der niederländischen Firma Hollandse Sigaalapparaten (HSA) auf den Booten der Klasse 142 mod. wurden die neuen durch Radar steuerbaren Geschütze Bofors 40mm/L70 MEL DSTY 58 im Normalverfahren vom Artillerie-Kommandogerät (AKG) der Feuerleitanlage gesteuert. 

Auf den Booten der Klasse 148 erfolgte die Feuerleitung für das Geschütze OTO Melara 76mm(L62 und Bofors 40mm/L70 Mod.71 über das Sichtgerät des POLLUX-Feuerleitradars später über das Artillerie-Kommandogerät (AKG) in Verbindung mit dem CASTOR-Feuerleitradar.

OPZ auf einem S-Boot Klasse 148 - Foto: M. Rode

Auf den Booten der Klasse 143 erfolgte die Feuerleitung für beide Gechütze OTO Melara 76mm/L62 über das Artillerie-Kommandogeräte (AKGs) des AGIS und das Feuerleitradar der WM-27.

Vorn halb verdeckt das AKG, links die TKGs auf einem S-Boot Klasse 143 - Foto: O. Rahardt 

Auf den Booten der Klasse 143 A erfolgte die Feuerleitung für das Gechütz OTO Melara 76mm/L62 über das Artillerie-Kommandogerät (AKG) und das Feuerleitradar der WM-27 sowie die Multisensorplattform MSP-500.

AKG und MSP-500 auf S71 "Gepard" - Foto: U. Skrzypski